Schule und Wirtschaft rücken zusammen
Doll Fahrzeugbau und Oppenauer Haupt- und Werkrealschule unterzeichnen Bildungspartnerschaft / Intensivierung bringt Vorteile für beide Seiten
Vertreter der Oppenauer Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule und der Firma Doll Fahrzeugbau haben am Donnerstag die Vereinbarung zu einer Bildungspartnerschaft unterzeichnet. Damit will man die bestehenden Kontakte erheblich intensivieren.
Der Akt war ein kurzer: Brunhilde Rauscher-Doll, Chefin bei Doll Fahrzeugbau, und der Leiter der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, Claus Haberer, setzten am Donnerstagvormittag ihre Unterschriften auf ein Papier, das die Bildungspartnerschaft zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtung besiegelte. Nun wollen beide Partner die Kooperation, die bislang in lockerem Rahmen geführt wurde, erheblich intensivieren.
Wie wichtig beiden Seiten die Sache ist, drückte sich auch in der jeweiligen »Mannschaftsstärke« aus: Von der Schule waren neben deren Leiter auch dessen Stellvertreter Klaus Schwarz und Berufswegeplaner Axel Pfundstein gekommen. Das Unternehmen hatte außer Brunhilde Rauscher-Doll Ausbildungsleiter Klaus Trayer, die Leiterin des Personalwesens, Melanie Heinzelmann, sowie die Auszubildende Carina Lehnerer aufgeboten.
Brunhilde Rauscher-Doll verschwieg nicht, dass ihr Unternehmen stark darauf angewiesen ist, ihre Ausbildungskräfte am Ort und in der näheren Umgebung zu finden: »Ich sage es nicht gerne, aber es ist nun mal so: Es ist nicht einfach, Leute ins hintere Renchtal zu ziehen.«
Ob die engere Zusammenarbeit nun – wie bisher auch – Praktika sind oder Besuche von Firmenangehörigen in der Schule, die Betreuung von Praktikanten durch Auszubildende oder ein Bewerbungstraining – allen gemein ist der Grundgedanke, dass sich Schule und Unternehmen gegenseitig befruchten und die Bildungspartnerschaft keine Einbahnstraße ist.
Dabei soll durchaus Verbindlichkeit im Kontakt entstehen. So steht in der Vereinbarung explizit, dass sich die Fahrzeugbauer auch bei Projektprüfungen unterstützend einbringen.
Verzahnung realisierbar
Für Schulleiter Claus Haberer macht die engere Zusammenarbeit gerade vor dem Hintergrund der Neuerungen im Zusammenhang mit der neuen Werkrealschule Sinn. Stellvertreter Schwarz freute sich über die »Verzahnung«, die nun realisierbar sei: »Früher gab es die Praktika; dann jedoch war es wie abgeschnitten.«
Als besonders wichtig hoben Schul- wie Unternehmensvertreter die enge Einbindung der Auszubildenden in die Partnerschaft hervor. Claus Haberer: »Das ist etwas anderes, als wenn der Lehrer etwas erzählt.« Brunhilde Rauscher-Doll machte andererseits deutlich, welch wichtige Basis die Schulbildung darstellt: »Spätestens, wenn zum Beispiel an der Telefonzentrale jemand seinen dritten Engländer am Apparat hat, wird er merken, dass er vielleicht doch mehr Englisch hätte lernen sollen.« Ausbildungsleiter Klaus Trayer wiederum berichtete von positiven Erlebnissen und Erfahrungen, die die Auszubildenden bei Betreuung Beurteilung von Praktikanten gemacht haben.
Beredtes Beispiel
Bei Doll, das erfuhren die Anwesenden von Carina Lehnerer, werden die Auszubildenden auf vielerlei Weise fit fürs Berufsleben gemacht. Seien es das Durchlaufen aller Abteilungen, die Betreuung auf vielerlei Ebenen, ebenso motivierende wie kritisierende Begleitung oder die Beschäftigung in der eigenen Lehrlingsfirma – die Aspekte, die sie aufzeigte, unterstrichen die Sinnhaftigkeit eines frühzeitigen Kontaktes der Schüler zur Berufswelt. Welche Qualifikationen die jungen Leute beim engagierten Durchlaufen einer Ausbildung erlangen können, dafür war der Vortrag der Auszubildenden im dritten Lehrjahr beredter Ausdruck.
Brunhilde Rauscher-Doll und Claus Haberer besiegelten mit ihren Unterschriften die Partnerschaft zwischen der Schule und Doll Fahrzeugbau.
Jetzt klicken und 10 Tage kostenlos Zeitung lesen
