Maschinen ersetzen die Axt im Walde
Oppenauer Forst setzt verstärkt auf mechanische Helfer
Schnell und wirtschaftlich arbeiten – das ist im Oppenauer Wald wegen der Topografie nicht überall einfach. Darauf wies Revierförster Hubert Fischer am Donnerstag beim Waldbegang des Oppenauer Gemeinderates hin. Denn schnell und wirtschaftlich bedeutet heute so viel wie »maschinell«
Dass es freilich wichtig ist, die Technik dort einzusetzen, wo sie anwendbar ist, untermauerten Fischer und Forstbezirksleiter Bernhard Mettendorf an zwei Stationen. Zunächst ging es zu einer Erstdurchforstung, wo das Thema direkt zur Sprache kam. Vor allem die Vorteile bezüglich der Sortierung unterstrich Fischer und erklärte: »Dies wurde früher in den Sägewerken erledigt. Heute geschieht es schon bei der Ernte im Wald.«
Klassische Abnehmer für das Holz aus dem Oppenauer Forst seien die örtlichen Gattersägewerke. Die freilich machen heute strenge Vorgaben, was zu liefern ist. Fischer: »Da müssen wir als Lieferant uns dran halten – ohne Wenn und Aber.«
Fischer berichtete zudem von einer Verschiebung auf dem Holzmarkt. Schwächere Qualitäten seien gefragt, gerade beim Bauholz. »Es werden dank Leimholztechnik kaum noch massive Balken von großer Stärke gebraucht.« Hinzu komme verstärkt das andere Ende der Qualitätsskala, das dank der Energieholzabnehmer an Bedeutung gewonnen habe. »Die Abnehmer sorgen maßgeblich dafür, dass die Preise im unteren Bereich nicht abrutschen.«
Um bei derzeit stabilerem Markt auch gute Erlöse zu erzielen, sieht Fischer wie sein Kollege Bernhard Mettendorf den Maschineneinsatz als Mittel. »Die Vollmechanisierung ist im Schwarzwald nur selten denkbar«, schränkte Fischer zwar ein
Doch gerade in Bereichen, wo die Erschließung »einigermaßen stimmt«, sei zumindest die teilmaschinelle Ernte auf dem Vormarsch.
Wie dies funktionieren kann, bekamen die Teilnehmer des Beganges an der dritten Station zu sehen. Dort war der Privatunternehmer Martin Bohnert mit einem schweren Schlepper zu Gange – und vor allem mit einem Entaster. Bei einer kurzen Demonstration wurde den Ratsmitgliedern eindrucksvoll gezeigt, was an Zeit mit dem Gerät gespart werden kann. Bei Anschaffungspreisen um 20 000 Euro dürfte so mancher Gemeinderat innerlich aufgeatmet haben, dass solche Investitionen nicht kommunal geschultert werden müssen.
Bis zu 50 Tonnen Last
Zum Ende kam Hubert Fischer auf ein weiteres wichtiges Thema zu sprechen: die Wegeunterhaltung. »Wege sind wichtig für Bewirtschaftung wie Erholung«, betonte er. Sie seien hohen Belastungen von bis zu 50 Tonnen ausgesetzt; daher sein eindringlicher Appell, sowohl für die Wegepflege als auch die Wasserableitung genügend Geld zur Verfügung zu stellen. Bei 160 Kilometern Wegen im Forst beanspruche er gar keine Top-Zustände, aber: »Die Unterhaltung ist einfach unser Sorgenkind.« Bernhard Mettendorf warnte zudem vor immensen Schäden, die bei mangelnder Unterhaltung auftreten könnten.
Die eindringlichen mahnenden Worte verhallten keineswegs ungehört. Bürgermeister Thomas Grieser bekundete: »Das Signal ist bei uns angekommen.«
Maschinelle Bearbeitung des geernteten Holzes hält auch im Oppenauer Forst so weit wie möglich Einzug. Hier sind es der Schlepper und ein Entastungsgerät eines Privatunternehmers.
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