Beschluss war nur Formsache

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Oppenauer Rat für gemeinsame Renchtal-Tourismus GmbH / Freude über gleiche Voraussetzungen

 

Spannend war der Tagesordnungspunkt allenfalls aus sportlicher Sicht. Welcher der drei Gemeinderäte – Oberkirch, Lautenbach oder Oppenau – würde als Erster seinen Segen geben zur Tourismus-GmbH fürs fast gesamte Renchtal? Schließlich fanden alle drei Sitzungen am Montagabend statt Aufgrund des späten Sitzungsbeginns um 19.30 Uhr war Oppenau das Schlusslicht. Man wusste freilich nicht um die positive Beschlusslage in Oberkirch (wir berichteten).
Allerdings versäumten weder Bürgermeister Thomas Grieser noch die Fraktionssprecher Günter Huber (CDU) und Hermann Treier (UWO) zu erwähnen, dass man eigentlich schon rund einen Monat früher startklar gewesen wäre, hätte es nicht um Konus, das kostenfreie Nahverkehrsticket für Feriengäste, und die Kurtaxe in Oberkirch Irritationen gegeben. Gefühlt also doch Erster.
»Unsere Aussage für Oppenau war klar«, befand denn auch der Bürgermeister. »Wir haben die gleiche Beschlussvorlage wie für die vergangene Sitzung vorgelegt.« Einzig die explizite Bedingung, dass alle drei Teilnehmer Konus und die Kurtaxe von Anbeginn einführen müssen.
»Ein lautes Hurra«
Grieser ging kurz auf die Vorgeschichte, namentlich die erste öffentliche Sitzung in der Bimmerle-Halle, ein. »Da gab es ein lautes Hurra und die Hoffnung auf einen Startschuss zum Beginn des Jahres 2010.« Er freilich habe von vornherein prophezeit, dass der Teufel im Detail stecke und den Januar 2011 als realistisch eingestuft.
Oppenau, so der Verwaltungschef weiter, sei sich seines Wertes in der Kooperation durchaus bewusst. »Wir wollen uns jedoch auch nicht überbewerten«, versprach er. Deshalb sei beispielsweise von ihm der Vorschlag gekommen, dem Oberkircher OB den Vorsitz im Verwaltungsrat zuzusprechen, während Lautenbachs und Oppenaus Bürgermeister im jährlichen Wechsel die Stellvertretung übernehmen. Aufgrund der anstehenden Personalentscheidungen in der eigenen Tourist-Information sei er im ersten Jahr zweiter Mann, um diese Entwicklung an Entscheider- Stelle mit zu prägen.
Grieser betonte weiter, dass auch der Gemeinderat die ganze Zeit hinter dem Vorhaben gestanden sei. Eine Aussage, die durch die Stellungnahmen der beiden Fraktionschefs untermauert wurde. So sagte Günter Huber eingangs: »Die CDU sieht die Kooperation als wichtig und richtig an, um Stärke und Präsenz zu zeigen.« Eine »Ferienregion Renchtal« sei das, was als Ziel zu erreichen sei.
Durch die Bündelung von Wirten und Vermietern des ganzen Tales erhalte Oppenau als Kommune mehr für sein Geld als bislang; auch personell sah er eine erhöhte Effizienz. Hubers klare Aussage: »Wir schreiben unseren Gästen von Europa. Da müssen wir eben auch über die Gemeindegrenzen hinweg denken.« Als »gemeinsames Betriebsziel« gab der CDU-Sprecher aus: »Die Übernachtungszahlen steigern!« Schaffe man dies, »dann erkennen sicher auch einige Wirte, dass es richtig war, Konus und die Kurtaxe von Anfang an einzuführen«. »Was lange währt, wird endlich gut.« Ein Stoßseufzer war’s nicht ganz, was UWO-Sprecher Hermann Treier von sich gab, der nun auf einen guten Abschluss hofft. »Es ist eine riesige Chance!«, schwor Treier seine Ratskollegen nochmals ein. Der Schritt zur gemeinsamen Sache sei »eigentlich schon überfällig« gewesen, »auf Dauer ist Erfolg nur zusammen möglich«.
»Wäre ein Unding«
»Gleiche Ausgangsbedingungen waren wichtig; ich hoffe, Oberkirch verwirklicht Konus und die Kurtaxe«, hoffte Treier, der die Oppenauer Standhaftigkeit verteidigte: »Es wäre doch ein Unding gewesen, wenn Oppenau Konus hätte abschaffen müssen.« Einer seiner Kernpunkte lautete schließlich: Man müsse nun die »glänzenden Voraussetzungen für alle« nutzen.
Die Aufklärung, wie’s denn nun in Oberkirch gelaufen sei, gab nach Oppenaus einstimmiger Entscheidung übrigens das Handy des Berichterstatters, genauer eine SMS des Kollegen. Der Rat quittierte das Oberkircher Positivvotum mit erleichtertem Applaus.

STICHWORT
»Schade um die Badgemeinde«
Übereinstimmendes Bedauern herrschte in den Stellungnahmen zur Tourismus GmbH darüber, dass Bad Peterstal-Griesbach nicht von Anfang an dabei ist. »Es besteht nach wie vor die Möglichkeit für unsere Nachbargemeinde, einzusteigen. Dann jedoch zu den bestehenden Bedingungen, die dann nicht mehr verhandelbar sind. Es wäre jedoch gut, wenn 220 000 Übernachtungen mit dabei wären«, befand Bürgermeister Thomas Grieser. Günter Huber fand ebenfalls, dass der Einstieg Bad Peterstal- Griesbachs »wünschenswert« gewesen sei, befand jedoch: »Der jetzige Dreierbund ist die richtige Entscheidung.« Schließlich äußerte sich auch Hermann Treier zum erhofften Vierten im Bunde: »Es ist schade, dass die Badgemeinde nicht in der Lage oder nicht willens war, gleich dabei zu sein. Es wäre gut, wenn sich das gesamte Renchtal als eine Marke präsentieren würde.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/21080_1.jpg

Könnten künftig als Werbeträger fürs gesamte Tal fungieren: die BaWü Open der Gleitschirmflieger in Oppenau.

Jetzt klicken und 10 Tage kostenlos Zeitung lesen

 

www.pricecrash24.com

 

Werbung

Veröffentlicht in Oppenau

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post