Kommentar
Poker ohne Gewinner
Die Verhandlungen um die Renchtal Tourismus GmbH glichen zuletzt einem Pokerspiel. Gut, dass es mit der Gründung der Tourismusorganisation und dem Beschluss für Konus und Kurtaxe in Oberkirch nun ein Ende gefunden hat. Vor rund zehn Monaten erschien die Situation am Tisch harmonisch und ausgeglichen Mit Bad Peterstal-Griesbach stieg dann ein Mitspieler aus, der zwar ein gutes Blatt, sprich hohe Übernachtungszahlen, aber wenig Geld hatte. Für den eigentlichen Poker waren aber die anderen Akteure verantwortlich: Oberkirch sollte angesichts seiner Größe und finanziellen Mittel den Verlauf bestimmen. Oppenau und Lautenbach glichen dies mit einer riskanten Strategie aus – der Drohung, die GmbH platzen zu lassen, wenn Konus und Kurtaxe nicht kommen. Die Oberkircher Wirte konnten auch deshalb hoch pokern, weil das Thema Kurtaxe in Oberkirch zu spät auf die Tagesordnung des Gemeinderates gekommen war und die Zeit drängte.
Der Gewinner? Keiner. Die Beteiligten täten deshalb gut daran, um die nächsten Entscheidungen nicht erneut zu pokern. Sie tun der Sache damit nichts Gutes, sondern verzögern wichtige Entscheidungen nur unnötig. Und das hat schon jetzt Folgen: Die Geschäftsführerstelle wird erst fünfeinhalb Wochen vor GmbH-Start ausgeschrieben. Die Schlüsselfigur im operativen GmbH-Geschäft, der Geschäftsführer, kann deshalb wohl frühestens im April die Arbeit aufnehmen.
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