Was gibt es außer Tourismus?

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Sasbachwaldener Bürger zeigen sich bei Bürgerforum sehr interessiert am Leitbild für ihr Heimatdorf

Ein Leitbild für die Gemeinde Sasbachwalden entwickeln, das war das Thema eines Bürgerforums im Blumendorf am Dienstag im Kurhaus. Eifrig notierten die Bürger Ideen für die Zukunft ihres Heimatdorfes.

 

Wolfram Schottler, Geschäftsführer des Unternehmens »Region«, moderierte die Auftaktveranstaltung zur Leitbildentwicklung. Er wusste Bescheid über die Struktur der Bevölkerung, die Entwicklung des Tourismus, zu Konjunkturzyklen »Lohas« und »Lovos«, Menschen in besonderem Umfeld, scheinen derzeit die Hauptzielgruppen zu sein (siehe Stichwort)
Im Dialog mit den Bürgern sollen unter der Überschrift »quo vadis Sasbachwalden?« Ziele entwickelt werden. Auf vier großen Tischen konnten dazu auf den Papiertischtüchern Meinungen und Emotionen niedergeschrieben werden. Bis März werden die gesammelten Dokumentationen in Gesprächen und Sitzungen ausgearbeitet. Begleitet wird das Leitbild unter www.unternehmen-region.eu , wo Meinungen laufend ergänzt werden können.
Dorf ist Heimat
Am ersten Tisch stand die Identifikation im Mittelpunkt: »Was bedeutet Ihnen Sasbachwalden?«, wurde dabei unter anderem gefragt. Hier sollten Emotionen und Charakter der Gemeinde erspürt werden, was Perspektiven öffnen könnte. Der Begriff Heimat fiel dabei öfters.
Nebenan galt die Meinungsfindung dem Tourismus samt Infrastruktur und Werbung. Die Bürger notierten dazu Bereiche wie sanfter Tourismus, Einbindung von Natur, Landwirtschaft und Weinbau, Wohlfühlorte oder Sportmöglichkeiten. Traditionsorte wie Hohritt und Breitenbrunnen sollen erhalten bleiben.
Der dritte Tisch widmete sich der Frage, ob der Tourismus alles ist, was Sasbachwalden zu bieten hat, oder ob interkommunale Kooperationen anzustreben seien. Aspekte wie Weinbau, Forst, Einzelhandel oder Dienstleistungen schrieben die Bürger nieder

Mehrfach gewünscht wurde die Offenhaltung der Natur- und Kulturlandschaft, zudem Platz für Tiere nicht nur als Nutztiere und die Nutzung alternativer Energien sowie Verbesserungen im Dorfbild.
Sanfte Industrie
Am vierten Tisch wurde nach Zielgruppen gesucht. Genannt wurden Einheimische und das regionale Publikum, aber auch gewerbliche Zielgruppen. Noch mehr Familienfreundlichkeit sei ein Ziel. Einige vermissen Attraktionen für jüngeres Publikum, während das Angebot für die ältere Generation an einer Stelle sogar für genügend erachtet wird (»Ältere sind schon genug da«). An einer Stelle wurde eine »sanfte Industrie« wie Softwarentwicklung, Rechtsanwälte, Architekten und Steuerberater gewünscht. Auch Bildungseinrichtungen wurden vorgeschlagen.
Das Bürgerforum fand lebhaftes Interesse bei den Einheimischen und manchen Auswärtigen, quer durch alle Altersklassen und Schichten. Auffallend war die Offenheit, mit der die Dinge angesprochen wurden und auch die harmonische Atmosphäre in der Diskussion. So steht zu erwarten, dass bis zum Frühjahr ein breites Meinungsbild als wesentliche Grundlage entsteht.

STICHWORT
Lohas und Lovos
Lohas ist die Kurzbezeichnung für »Lifestyle of Health and Sustainability“ (Lebensstil für Gesundheit und Nachhaltigkeit). Dazu zählt man Personen mit häufig überdurchschnittlichem Einkommen, Natur- und Outdoor-Urlauber oder Kunden von Bioläden mit Motivation zur Slow-Food-Bewegung.
Lovos sind Menschen, die den Lebensstil des »einfachen Lebens« (Lifestyles of Voluntary Simplicity) praktizieren.
Die Motive beider Lebensstile überschneiden sich, wobei Lovos einen bewussten Konsumverzicht anstreben, während die Lohas eher dem Konsumismus ein zeitgeist-typisches Image geben.

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Jeder, der wollte, konnte beim Bürgerforum in Sasbachwalden seine Gedanken und Ideen auf großen Papiertischtüchern niederschreiben. Alle Anregungen helfen, ein Leitbild für das Blumendorf zu entwickeln

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Veröffentlicht in Sasbachwalden

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