Auf die alte Heizanlage ist kein Verlass mehr

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Tierheim Maria Münter in Ottersweier braucht 140000 Euro für Sanierungen / Die Gemeinden verhandeln mit dem Land.

 

Wer Hunde hat, weiß wie gerne sie im Schnee toben. Danach riecht nicht nur das nasse Fell kräftig »nach Hund« – der Vierbeiner muss auch schleunigst ins Warme, um sich nicht zu erkälten. So zumindest in der Wohnung Im Tierheim Maria Münter in Ottersweier könnte die Kombination von Schnee, Kälte und Feuchtigkeit dagegen schneller zum Problem werden, als es Tieren und Betreuern lieb ist. Nach Aussage von Tierheimleiter Leo Schmitt ist die 37 Jahre alte Heizanlage in einem derart schlechten Zustand, dass sie jeden Moment auseinander fallen könnte.
Risse im Kessel haben der Anlage zugesetzt. »Ich möchte nicht daran denken, was passiert, wenn mitten im Winter die Heizung ausfällt«, warnt Schmitt, der in seinem Tierheim durchschnittlich 35 bis 40 Hunde sowie 15 Katzen beherbergt. Derzeit bringen 13 Städte und Gemeinden ihre Fundtiere, vor allem Hunde, nach Ottersweier.
Sie zahlen einen Pflegesatz von fünf Cent pro Einwohner und zusätzlich maximal 28 Tage vier Euro für eine Katze und 7,50 Euro für einen Hund. »Das reicht hinten und vorne nicht«, klagt Schmitt. Benötigt werde mindestens das Vierfache.
Hoher Kostenaufwand
Denn die Gebäudeunterhaltung erfordert einen hohen Kostenaufwand. Die Sanierung der Heizanlage, Reparaturen am Gebäude und am Dach können nicht endlos aufgeschoben werden. Die Sasbachwaldener Verwaltung schätzt die Kosten intern auf 140 000 Euro. Diese Kosten wollen die Gemeinden gemeinsam finanzieren, wenngleich sie an der generellen Fünf-Cent-Pauschale nicht rütteln. Fest steht: Das Vermögen der Stiftung Maria Münter, aus der sich das Tierheim speist, ist seit der letzten Erweiterung vor acht Jahren drastisch geschrumpft. Seither verdient sich die Einrichtung durch kurzfristige Tierpflege ein paar Euro hinzu. Hunde, Katzen und Kleintiere werden vorübergehend aufgenommen – allerdings zu wesentlich günstigeren Tarifen als bei einer kommerziellen Tierpension. »Man merkt den Anstieg in den Ferien«, sagt Schmitt, der es dann nicht nur mit Pflege zu tun hat, sondern auch mit Aussetzung von Tieren.
Nach Weihnachten sei oft ein Anstieg zu verzeichnen. »Wenn Tiere nach der Weihnachtseuphorie nicht den Erwartungen entsprechen, werden sie schnell abgeschoben.«
Die Risse im Heizkessel haben sich inzwischen herumgesprochen. Es herrscht Einigkeit darüber, dass das Tierheim dringend Geld braucht. Wie viel, darum wird noch gerungen. Hoffnungsvoll stimmt den Acherner Oberbürgermeister Klaus Muttach, dass das Land Baden-Württemberg ein Drittel der Kosten übernehmen könnte. Ein weiteres Drittel könnten die Gemeinden schultern, der Rest verbliebe beim Tierheim selbst.
»Ich denke, das sollte klappen«, gibt sich Muttach optimistisch. Leo Schmitt hat derweil andere Sorgen: »Wenn sich die Verhandlungen hinziehen, könnte die Heizung mitten im Winter plötzlich ausfallen – und die Hunde im schlimmsten Fall erfrieren.
Deshalb setzt er seine Hoffnung auf Spenden. Es sei dringender denn je. Das Tierheim Ottersweier hat Montag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet.
Hilfe wird benötigt
Ausgeführt werden können die Hunde aber nach Vereinbarung auch außerhalb dieser Zeiten. Das Tierheim ist auf der Suche nach Spendern und ehrenamtlichen Helfern.
Wer sich für einen Hund interessiert, sollte zunächst einen Termin ausmachen, um das Tier (Hund) kennenzulernen.
Infos gibt es unter • 07223/ 24320. Eine sofortige Mitnahme der Tiere ist nicht möglich.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/21425_1.jpg

Leo Schmitt mit seinen Hunden. Auch der siebenjährige Airedale-Terrier Gerry (rechts) sucht ein Herrchen.  

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Veröffentlicht in Sasbachwalden

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