Staunen über Potenzial im Boden

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Ramsbacher Ortschaftsrat auf Waldbegang / Vielfalt der Waldwirtschaft vor Augen geführt bekommen

Altholzbestände und Lotharflächen bildeten die Schwerpunkte des Waldbeganges, den der Ortschaftsrat Ramsbach im Gewann Eichelbach unternahm. Man ver­schaffte sich unter Führung von Förster Hubert Fischer ein Bild von der derzeitigen Lage elf Jahre nach Lothar.

 

Fremd und doch nicht fremd gingen die Ramsbacher Ortschaftsräte auf ihrem Waldbegang, der sie unter Leitung von Förster Hubert Fischer in den Distrikt IV des Stadtwaldes Oppenau führte Dabei handelt es sich nämlich um den ehemaligen Ramsbacher Gemeindewald im Gewann Eichelbach auf Gemarkung Lierbach (siehe Hintergrund).
Das historische Wissen wolle man, sagte Ortsvorsteher Hubert Treyer in seinen einführenden Worten, auch den jüngeren Ortschaftsräten bewusst machen. Das Gebiet, das bis zur Höhe reicht und somit an die Gemarkung Baiersbronn grenzt, beträgt rund 163 Hektar, was nahezu die Hälfte des früheren Gemeindewaldes von Ramsbach ausmachte, erklärte Revierleiter Fischer.
Fichte dominiert
Fischer ging beim Begang zunächst auf die Holzarten ein. Die Fichte dominiert mit zirka 55 Prozent Anteil. Der Laubholzanteil macht zwölf Prozent aus, davon entfallen zehn Prozent auf die Buche. Weitere Nadelhölzer sind Tanne (28 Prozent), Douglasie und Kiefer. Dieses Bestandbild gelte es zumindest zu erhalten und bezüglich des Laubholzes, wo es die Standortverhältnisse zulassen, noch zu fördern, betonte Fischer. Den Anteil des Eichelbach-Distriktes am jährlichen Einschlag von 13 000 Festmetern im Gemeindewald bezifferte er mit 2000 Festmetern, was rund 16 Prozent entspricht.
Am Wahlholz besichtigten die Teilnehmer eine Hiebfläche, wo in den vergangenen Tagen in einem Altholzbestand Holzerntemaßnahmen vorgenommen worden waren. Der Fachmann zeigte bei dieser Gelegenheit auf, wo neben der Säge auch die Teilmechanisierung beim Einschlag notwendig wurde.

Weiter ging es in die Nähe der Sandhütte bei der Oppenauer Steige zu einer ehemaligen Lotharfläche, die vor zwei Jahren bearbeitet wurde. Die Pflegemaßnahmen hier sowie überhaupt seien notwendig, um den Mischwuchs zu regulieren und die gewünschten Hölzer zu fördern, erläuterte Förster Fischer. Er bezeichnete es als erstaunlich, welche Potenziale im Boden gewesen seien und dass schon nach so kurzer Zeit Maßnahmen infolge der Naturverjüngung notwendig wurden.
Freie Aussicht
Wieder andere Verhältnisse fanden die Teilnehmer oben am Westweg vor. Dort mussten Tannen und Buchen gepflanzt werden, um die Mischbestände zu erweitern. Auch die ökologischen Maßnahmen für das Auerwild fanden reges Interesse. Auf positive Resonanz stieß zudem die Mitteilung, dass entlang der ausgewiesenen Wanderwege besondere Aussichtspunkte auch beim Höherwachsen des Waldes freigehalten werden.

HINTERGRUND
Wie der Wald zu Ramsbach kam
Dass Ramsbach bis zur Verwaltungsreform auch Gemeindewald außerhalb der eigenen Gemarkung besaß, hängt mit den politischen Veränderungen vor 200 Jahren zusammen. Damals wurde der Wald des Oppenauer Tals, nachdem dieses badisch geworden war, 1806/07 auf die neu entstandenen Gemeinden aufgeteilt.
Der einstigen Rotte Ramsbach wurden 331 Hektar Gemeindewaldungen zugestanden, davon auf eigener Gemarkung im Gebiet der Moos (Edelmannskopf) 131 Hektar sowie im Freyersbach (Gemarkung Bad Peterstal) 38 und im Eichelbach (Gemarkung Lierbach) 162 Hektar. Seit 1974 gehören sie zum Stadtwald Oppenau.

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Über die Situation im Eichelbach-Wald informierte Revierleiter Hubert Fischer (Dritter von links) die Ramsbacher Ortschaftsräte Thomas Müller, Alfred Huber, Konrad Roth, Bernhard Huber, Frank Spinner und Werner Decker (von links).

 

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Veröffentlicht in Oppenau

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