Jugendarbeit: Oppenau legt nach

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Jahresbericht der Jugendreferentin mit Applaus zur Kenntnis genommen/ Personelle Hilfe zugesagt

Den ersten Bericht über die Jugendarbeit in Oppenau stellte Jugendreferentin Susanne Droste dem Oppenauer Gemeinderat vor. Das Gremium sagte ihr hernach mehr als nur moralische Unterstützung zu.

 

Seit gut einem Jahr hat Oppenau eine Jugendreferentin: Susanne Droste. Und die legte dem Gemeinderat eine Bilanz ihres ersten Arbeitsjahres vor, mit der sie belegen konnte, dass sich eine Menge getan hat. »Bis jetzt war es eine sehr spannende Zeit, in der Hauptsache Aufbauarbeit Ich kannte ja nichts und niemanden«, unterstrich sie.
Für den Aufbau eines Konzepts bedurfte es zunächst Arbeit und Kontaktaufnahme in vielerlei Hinsicht. Der vielfältigen Arbeit entwuchsen Marksteine in der Oppenauer Jugendarbeit, die es zuvor schlicht nicht gab. So verfügt die Gemeinde seit Februar über einen Jugendraum in der Ramsbacher Schule; eine Einrichtung, für die Jugendliche allem Anschein nach schon lange gekämpft hatten, wie Aussagen von ihnen am Ende der Präsentation durchschimmern ließen.
Ein weiteres wichtiges Datum in der Oppenauer Jugendarbeit war der 8. Mai. Da fand der erste Oppenauer Jugendtag statt, an dem sich zahlreiche Vereine und weitere Institutionen beteiligten. Gerade das Einbinden von Schule, Kirchen und eben Vereinen war und ist einer der Grundzüge, die seitens des Rates und der Verwaltung gewünscht waren und in deren Realisierung Susanne Droste viel Arbeit investiert hat, wie sie nachweisen konnte.
Aktiv in Projektarbeit
Ebenso aktiv war sie mit ihrer jungen Gefolgschaft bei der Projektarbeit. So entstand unter fachkundiger Anleitung ein Film über den Jugendtag, außerdem gab es ein Theaterprojekt. Bei diesen Beispielen und vielem mehr gilt: »Unterstützung gibt es nur, wenn ein genügend großes Engagement seitens der Jugendlichen vorhanden ist.«
Vereinskontakte werden unter anderem auch dadurch geknüpft, dass die Jugendreferentin einzelne Gruppen in den Jugendraum »Chill« einlädt. Zudem möchte Droste die Scheu jüngerer Oppenauer vor dem Besuch der Einrichtung abbauen, indem sie die Sechstklässler mit ihren Klassenlehrern einen Vormittag in dem Raum »schnuppern« lässt.
Geprägt wird Jugendarbeit – nicht nur in Oppenau – allerdings nicht nur vom Engagement der Jugendlichen, sondern auch davon, dass es schwierig ist, sie für längere Zeit zu binden. Droste führte hier unter anderem das Beispiel von Auszubildenden an, die ihre Lehrstelle zum Teil weit von Oppenau entfernt haben und daher über ein knappes Zeitbudget verfügen.
Dennoch gelang es ihr, aus den Reihen ihrer jungen Klienten ein Leitungsteam für den Jugendraum zu bilden, auch die Vertretung der Jugendlichen im Forum und der Bestand des Jugendbeirats haben funktioniert.
Netzwerk-Aufbau
Über die Arbeit im Jugendraum und die Organisation der Jugendarbeit hinaus wies die Jugendreferentin auf weitere Tätigkeitsfelder hin, für die sie zuständig ist. Das reicht von Sprechstunden für Jugendliche wie Eltern über Fortbildung und Büroarbeit bis hin zum Aufbau eines Netzwerkes von Jugendsozialarbeit im Kreis. Gerade im letzteren Punkt konnte sie am Aufbau des Arbeitskreises »Achse« mitwirken, der von Jugendarbeitern der Gemeinden Oberkirch, Renchen, Willstätt, Achern, Rheinau, Lauf und eben Oppenau gebildet wird.
Susanne Droste machte keinen Hehl daraus, dass manches mangels Zeit auf der Warteliste steht, anderes vielleicht sogar zurückgefahren werden muss. »Ich sehe die Notwendigkeit personeller Unterstützung zumindest für den Jugendtreff«, so Susanne Droste.
Der Gemeinderat hatte schon bei der Einrichtung der Stelle 5000 Euro für Unterstützung eingeplant, auf die die Gemeinde nun zurückgreifen wird, nachdem man laut Bürgermeister Thomas Grieser »das erste Jahr schon so durchgestanden« habe. Susanne Droste darf sich neuer Hilfe gewiss sein.

Kommentar
Nicht nur »gechillt«
Das Bekenntnis zur Jugendarbeit geht Politikern aller Ebenen stets geschmeidig über die Lippen. Schwerer ist es meist, nicht nur verbal, sondern auch monetär einen Schwur abzugeben. Einen Schwur, auch den Jugendlichen, die sich nicht in die Vereinsstruktur einfügen mögen, ihren Platz im Gemeinwesen zu geben, ihnen den gleichen Stellenwert wie den jungen Vereinsmenschen beizumessen. Noch bemerkenswerter ist, wenn ein Gemeinderat in Zeiten finanzieller Schieflage ohne mit der Wimper zu zucken zu seinem Wort steht und, wie in Oppenau, einen beachtlichen zusätzlichen Betrag locker macht. Es wäre ein Leichtes gewesen, mit Hinweis auf die Haushaltszahlen davon abzurücken. Jugendleiterin Susanne Droste, vor allem auch die Jugendlichen selbst dürfen sich ruhig ein wenig auf die Schultern klopfen. Sie haben nicht nur »gechillt«, sprich im Jugendraum ausgespannt, sondern handfeste und überzeugende Arbeit geleistet. Dass der Gemeinderat dies gewürdigt hat, zeigt, dass Oppenaus offene Jugendarbeit auf einer stabilen Basis steht.

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Der Oppenauer Jugendtag war ein großer Erfolg. Laut Jugendreferentin Susanne Droste (kleines Bild) soll er alle zwei Jahre stattfinden.

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Veröffentlicht in Oppenau

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