In Renchen gleich wie daheim gefühlt

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Kinder aus Belarus sind wieder im Pfarrheim zu Gast / Viele Helfer aus der Seelsorgeeinheit aktiv

Bis zum 28. Juni sind wieder 15 Kinder aus Belarus zur Erholung in Renchen. Ihr Programm ist voll – vom Ausflug bis zum Zahnarztbesuch. Am wichtigsten ist den Organisatoren aber, dass sich die Kinder hier wohl fühlen.

 

In und rund um das Pfarrhaus geht’s wieder rund: 15 Kinder aus Belarus sind zur Erholung in Renchen. »Zieht euch etwas Wärmeres an«, sagt Pfarrer Albert Lehmann zu ein paar Buben, die morgens in kurzen Hosen und T-Shirt herumsausen Den Kindern scheint die Sorge unberechtigt, sie haben keine Zeit zum Frieren. Im Jugendraum warten jede Menge Spiele. Der Pfarrer bleibt dennoch energisch.
Zwei Tage unterwegs
Kaum zu glauben, dass die Kinder erst wenige Tage hier sind. Sie gehen im Pfarrhaus ein und aus, als lebten sie schon immer hier. »Sie haben sich vom ersten Moment an wie daheim gefühlt«, bestätigen Natallia Khadzko und Violetta Garina. Die beiden Frauen begleiten auch in diesem Jahr wieder die Kindergruppe. Zwei Tage waren sie mit dem Bus unterwegs, Rast in Polen inklusive. Am Sonntag sind sie schließlich in der Grimmelshausenstadt angekommen.
»Es war wichtig, dass die Lehrer schon einmal hier waren und sich alles angeschaut haben. Die Kinder wissen nun Bescheid, bevor sie nach Renchen kommen«, freut sich Pfarrer Lehmann über die gute Vorbereitung in Belarus und sagt: »Die Stadt Renchen ist mittlerweile ein Begriff in Odrishin.« Dazu haben auch die Erzählungen der vielen Kinder beigetragen, die in den vergangenen Jahren zur Erholung da waren.
Wenn die weißrussischen Kinder nach Deutschland kommen, sprechen sie meistens schon ein paar Sätze Deutsch. Die lernen sie in der Schule in Odrishin. Ansonsten übersetzen die Begleiterinnen oder es wird mit Händen und Füßen kommuniziert.
»Erfahrungsgemäß lernen sie aber immer recht schnell«, sagt Lehmann. Und Garina kennt das Erfolgsgeheimnis: »Viele deutsche Kinder kommen her und spielen mit unseren.« So auch gleich am Montag

 

»Es werden von Jahr zu Jahr mehr, die den Kontakt suchen«, ist der Pfarrer erfreut. Auch sonst nehmen die Menschen in der Seelsorgeeinheit wieder regen Anteil. Zig freiwillige Helfer aus Renchen, Ulm und Erlach kochen, backen, waschen für die Neun- bis Zwölfjährigen, organisieren Fahrdienste oder gestalten die Freizeit. Unterstützung gibt es auch wieder aus Vogtsburg: Gemeindereferentin Gisela Trogus ist zurzeit in Renchen.
»Gleich am Montag hatten wir einen Ruhetag«, so die Betreuerinnen. Ansonsten ist der Kalender aber wieder proppenvoll: Am Dienstag stand etwa ein Termin beim Optiker an, heute, Donnerstag, in der Klinik in Freiburg oder morgen, Freitag, geht’s nach Vogtsburg. Dort wartet ein besonderes Erlebnis: Die Kinder dürfen mit der Schifffahrtspolizei über den Rhein schippern. »Das ist immer sehr interessant für sie, vor allem, dass es zwischen Deutschland und Frankreich eigentlich keine richtige Grenze mehr gibt«, weiß Violetta Garina aus Erfahrung.
Vom Ausflug bis zum Zahnarzt, Langeweile kommt in den nächsten Wochen also nicht auf. Da macht es auch nicht wirklich etwas aus, dass das Wetter nicht ganz mitspielt und der geplante Schwimmbadbesuch vorerst verschoben werden musste.

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