Geschäft zieht »spürbar an«
Maschinenbau-Firma in Ramsbach ehrte treue Mitarbeiter / Positive Entwicklung nach der Krise
Eine Entwicklung von der »unvorstellbaren Krise« zur Vollbeschäftigung, von der Kurzarbeit zur Arbeit mit Überstunden erlebte die Ramsbacher Maschinenbau-Firma Bruder in diesem Jahr. Die Mitarbeiter erfuhren die guten Nachrichten im Rahmen einer Weihnachtsfeier.
Es hat Tradition, dass die in Ramsbach ansässige Firma Maschinenbau Franz H. Bruder GmbH ihre Mitarbeiter zur Weihnachtsfeier in die »Hoferlesmühle« einlädt Die wirtschaftliche Situation habe sich seit dem Sommer dieses Jahres für den Betrieb deutlich verbessert, informierte Geschäftsführer Kornel Bruder. Das Geschäft ziehe spürbar an, die Auftragslage steige. Die Entwicklung sei sogar so rasant, dass die Arbeit momentan nur noch durch Überstunden und Samstagsarbeit geleistet werden könne.
Mit dieser schnellen Erholung habe niemand rechnen können. Der Wechsel von einer unvorstellbaren Krise in Vollbeschäftigung, von der Kurzarbeit direkt in die Überstunden, das sei nicht immer sehr einfach zu vermitteln, meinte Bruder. Er nahm die Weihnachtsfeier als Gelegenheit, um sich bei allen Mitarbeitern für ihren Einsatz und das Verständnis für Entscheidungen in dieser schwierigen Zeit zu bedanken. »Ich denke, wir können mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft schauen«, sagte Kornel Bruder in seinem Ausblick. Man werde in diesem veränderten Umfeld auch wieder Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in den Maschinenpark vornehmen. Ein großes Thema sei auch der steigende Platzbedarf. Die Firma plant einen Erweiterungsbau im kommenden Jahr.
Ausbildung
Die Firma Bruder legt auch auf guten Nachwuchs größten Wert und ist daher beim Thema Ausbildung sehr aktiv, ließ Kornel Bruder weiter wissen. Unter den neun Auszubildenden befinden sich drei in der Abschlussprüfung. »Sie werden im Frühjahr als Facharbeiter übernommen«, so Bruder. Mit der neuen Drehmaschine sei man nun auch in diesem Bereich gut aufgestellt. Dass es nach der Ausbildung zum Facharbeiter noch nicht zu Ende sei, zeigte sich am Beispiel von Stefan Siefermann, der seine Meisterprüfung im Feinwerkmechanikerhandwerk ablegte. Schließlich ging Kornel Bruder noch »auf ein ganz besonderes Arbeitsverhältnis« ein. Er meinte damit seine Ehefrau Manuela Bruder, die vor 25 Jahren ihre Tätigkeit in der Firma aufgenommen hat. Nach einer kaufmännischen Ausbildung übernahm sie Aufgaben im Vertrieb und arbeitete sich in die Buchhaltung ein.
Geschäftsführer Kornel Bruder ehrte eine ganze Reihe von Mitarbeitern für ihre langjährige Betriebszugehörigkeit. Als Dank für zehnjährigen Einsatz überreichte er Jürgen Hermes, Karsten Hadan, Oliver Kiefer und Tobias Bächle je eine Police für eine Rentenversicherung. Auch fünf Mitarbeiter, die seit 20 Jahren im Unternehmen tätig sind – Rita Huber, Manfred Huber II, Franz Huber, Konrad Treyer und Roland Ebert – wurden hergehoben.
Zum silbernen Jubiläum gratulierte der Firmenchef Walter Maier, der vor 25 Jahren eine Stelle als Landmaschinenmechaniker angetreten hatte und zunächst für die Bereiche Reparatur von Landmaschinen, Seilwindenbau und speziell des Stihl-Programms verantwortlich war. Seit dieses Geschäftsfeld 2001 aufgegeben wurde, setzt er seine Kompetenz an anderen Stellen nach wie vor erfolgreich ein, betonte Bruder. Für sein vorbildliches Auftreten auch gegenüber den Kunden und für die Treue zum Betrieb überreichte er dem Jubilar einen Geschenkkorb und die Ehrenurkunde der Handwerkskammer Freiburg.
Weitsicht
Für 40 Jahre Betriebszugehörigkeit wurde Franz Roth ausgezeichnet (siehe Stichwort). Namens der Stadt Oppenau würdigte ihn Bürgermeister-Stellvertreter Jörg Peter, der ein Weinpräsent und die Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten überbrachte. Die Gemeinde sei froh, ein mittelständisches Unternehmen wie Bruder zu haben, so Peter. Er hob die unternehmerische Weitsicht und die Weiterbildung der Mitarbeiter hervor. Die Stadt werde sich weiter für gute Rahmenbedingungen für die heimischen Betriebe einsetzen.
STICHWORT
Karriere des Bruder-Mitarbeiters Franz Roth
Franz Roth begann seine Tätigkeit in der Maschinenbau-Firma Bruder in Oppenau 1970 mit der Ausbildung. Danach folgten über viele Jahre eine Beschäftigung im Bau von Seilwinden und dem Aufbau von Seilwinden auf Rückeschleppern. Unter Roths Regie seien Hunderte von Seilwinden gebaut und die Marke Bruder-Schlepperseilwinde in der ganzen Region bekannt worden, sagte Geschäftsführer Kornel Bruder.
Neben diesem Spezialwissen sei er auch immer Ansprechpartner für schwierige Zerspanungs- und Montagearbeiten gewesen. In den 40 Jahren habe Roth die Entwicklung von der Landmaschinenschlosserei zum Industriezulieferer miterlebt und immer wieder unterstützt.
Auch Franz Roth habe die Einstellung der Landtechnik betroffen, doch mit seiner beruflichen Qualifikation und Erfahrung sei es für ihn immer möglich gewesen, neue Aufgaben zu übernehmen. Er sei heute immer noch ein sehr kompetenter Ansprechpartner für die ehemaligen Kunden aus der Seilwindentechnik und bilde zusammen mit Walter Maier ein kompetentes Serviceteam zu diesen Produkten.
Ehrungen bei der Firma Bruder: Geschäftsführer Kornel Bruder, Bürgermeister-Stellvertreter Jörg Peter, Franz Roth, Walter Maier, Oliver Kiefer, Tobias Bächle, Jürgen Hermes, Seniorchef Franz Bruder (von links) sowie Manuela Bruder.
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