Neues Wohnheim für die WDL
Werkstätten für Behinderte in Achern haben 101 Mitarbeiter aus der Region Achern und dem Achertal
Ein warmer Ort, an dem oft gelacht wird, sind die Werkstätten der Lebenshilfe (WDL) in Achern. Hier finden behinderte Menschen mehr als einen Arbeitsplatz.
»Wir sind eins«, heißt das Motto der WDL (Werkstätten der Lebenshilfe) gGmbH und der Lebenshilfe. Der neue Geschäftsführer beider Organisationen, Harald Unser, spricht von einem »historischen Moment«. Seit kurzem steht nämlich die »Lebenshilfe der Region Baden-Baden/Bühl/Achern e.V.« im Vereinsregister Sie ging aus der Verschmelzung der Lebenshilfe Baden-Baden und Bühl hervor. »Jetzt wird auch im Namen deutlich, dass die Region Achern zu uns gehört«, so der 52-jährige Nachfolger von Martin Rudolf als Geschäftsführer der WDL. »Bewährtes erhalten, Neues gestalten«, heißt es nach dem Wechsel in den breit aufgestellten Einrichtungen für geistig behinderte Menschen.
Mit der Stadt Achern pflege die Lebenshilfe seit Jahren eine offene, partnerschaftliche Zusammenarbeit und es gebe ein sehr gutes Miteinander, so Harald Unser. Dem Bau eines neuen Wohnheims in der Berliner Straße für 2,1 Millionen Euro stehe nichts mehr im Wege, seitdem das Verwaltungsgericht Freiburg die Klage eines Nachbarn abgewiesen habe. »Die Ausschreibungen sind jetzt raus, die Submission soll am 13. Januar stattfinden«, erklärt er. Im Januar werde er die Anlieger rund um das künftige Wohnheim für behinderte Menschen näher informieren. Dazu werde man voraussichtlich im Acherner Stadtmuseum zusammenkommen, das an das Baugrundstück angrenzt.
101 Mitarbeiter mit Behinderung aus der Region Achern, dem Achertal und bis hinüber nach Lichtenau haben die Werkstätten der Lebenshilfe (WDL) in der Von-Drais-Straße in Achern. Es sind besonders spontane und herzliche Menschen. Jeder hat seinen Platz in einer der sieben Gruppen. Die Kollegen sind wie ein Teil ihrer Familie. Es wird konzentriert gearbeitet und oft auch gemeinsam gelacht.
»Sie entwickeln Selbstwertgefühl und haben Erfolgserlebnisse«, so Harald Unser. Bei der WDL Nordschwarzwald werde jeder begleitet, auch wenn es ihm einmal nicht so gut gehe: »Diese Bestätigung ist wichtig für die Menschen. Jeder hat seinen Platz, wird gebraucht und trägt zum Gelingen bei.«
Gute Kontakte pflegen
»Sie sind gern bei uns«, weiß auch Werkstattleiter Gerd Zeitvogel, der für den Produktionsbereich in Achern verantwortlich ist.
Nicht automatisch sei immer Arbeit für die Mitarbeiter da. »Die Firmen müssen an uns denken – am besten schon bei der Entwicklung neuer Produkte.« Seine Aufgabe sei es, gute Kontakte zu den Auftraggebern zu pflegen.
Während der Wirtschaftskrise habe man auch bei der WDL mit geringeren Stückzahlen und weniger Aufträgen leben müssen. »Zeitweise waren wir nur halbtags ausgelastet, jetzt wieder voll«, so Zeitvogel. Für die Firma Luk in Bühl montieren die Mitarbeiter der WDL Wandler und Freilauf für Automatikgetriebe. Für die Firma Sieger Freizeitmöbel in Scherzheim werden Gelenke für Gartentische und Höhenversteller vormontiert. Die Firma Striebel & John in Sasbach lässt bei der WDL Verschiedenes für Elektroverteilerkästen vormontieren. Für das Progress Werk Oberkirch werden Gelenkteile für Autositze zusammengebaut.
»Die Arbeit ist wichtiger Lebensinhalt für unserer Mitarbeiter«, so Gerd Zeitvogel. Das ist zu spüren, wenn seine Mitarbeiter ihm stolz vorführen, was sie geschafft haben.
Werkstattleiter Gerd Zeitvogel mit einer Mitarbeiterin der WDL in Achern.
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