Evangelische Kirchenwahlen: Die Vorbereitungen haben begonnen

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Pfarrerin von der Goltz sucht für den Urnengang im November nach geeigneten Kandidaten

Die evangelischen Kirchenwahlen finden zwar erst im November statt. In Renchen haben dazu dennoch bereits die ersten Vorbereitungen begonnen. Vor allem die Suche nach den geeigneten Kandidaten beschäftigt Pfarrerin von der Goltz schon jetzt.

 

Alle sechs Jahre wählt die Evangelische Landeskirche Baden. Heuer ist es wieder so weit – und zwar vom 4. bis 11. November. »Es gibt einige Neuerungen im Wahlverfahren«, sagt Renchens Pfarrerin Dagny von der Goltz, für die das auffälligste Novum gleich der Termin ist Anstatt wie bisher an einem bestimmten Tag, können die Protestanten innerhalb einer ganzen Woche ihre Stimmen abgeben. Der Grund dafür? »Man erhofft sich, auch Menschen zu erreichen, die bei der letzten Kirchenwahl nicht gewählt haben«, so die Pfarrerin mit Blick auf die »magere« Wahlbeteiligung in Renchen von 14,7 Prozent im Jahr 2001.
Briefkasten im Ort
Überhaupt hat sich das ganze Verfahren geändert. Auch durch eine allgemeine Briefwahl will die Landeskirche mehr »Schäflein« erreichen. »Die wahlberechtigten Gemeindeglieder bekommen mit der Wahlberechtigungskarte automatisch die Briefwahlunterlagen zugesandt«, informiert Dagny von der Goltz: »Die Unterlagen können dann per Post oder in einem Wahlbriefkasten im Ort abgegeben werden.«
Da zu ihrem Gäu neben Renchen, Ulm und Erlach auch noch Önsbach, Mösbach und Wagshurst gehören, sei es etwa denkbar, dass man in einem Laden oder beim Bäcker in den verschiedenen Orten einen Briefkasten aufstellt. Zudem können aber auch Wahllokale eingerichtet werden, die jeden oder nur an einem bestimmten Tag geöffnet haben.
Varianten gibt es viele. Welche letztendlich in den einzelnen Gemeinden ausgeschöpft werden, um möglichst zahlreich an Stimmen zu kommen, bleibt dem Kirchengemeinderat überlassen. »Wir haben zwar schon darüber gesprochen, eine Entscheidung fällt aber erst im Februar«, sagt die Pfarrerin, für die eine Tendenz in Richtung allgemeine Briefwahl erkennbar ist

Dies helfe vor allem, Wahlhelfer einzusparen.
In Renchen besteht der Kirchengemeinderat, den es im November erneut zu wählen gilt, derzeit aus acht Personen. »Für die Größe unserer Gemeinde sind mindestens sechs und höchstens neun Personen vorgesehen«, rechnet die Pfarrerin vor, für die es – angesichts der Arbeit – günstig wäre, wenn man den vollen Rahmen ausschöpfen könnte. Doch dazu müssen bis Mitte Oktober genügend geeignete Kandidaten gefunden werden. Der scheinbar schwierigste Part der Vorbereitungen, weshalb von der Goltz auch froh ist, dass sich zwei Drittel des amtierenden Gremiums »sehr wahrscheinlich« zur Wiederwahl bereit erklären werden.
Im Kirchenrat müssen nicht zwangsläufig alle Orte vertreten sein, dennoch findet die Pfarrerin eine möglichst große Ausgewogenheit sinnvoll. Derzeit sitzen neben Renchenern wenigstens auch Erlacher und Wagshurster im Rat. Etwas anderes bereitet der Pfarrerin dagegen größeres Kopfzerbrechen: »Wir haben chronischen Männermangel.« In dem achtköpfigen Rat seien derzeit nämlich nur zwei Herren zu finden. Für Dagny von der Goltz spiegelt dies allerdings die allgemeine Situation der Kirche wider, denn auch in den Gottesdiensten seien bei weitem mehr Frauen als Männer anwesend.
Die Aufgaben des Kirchengemeinderates sind vielseitig – vom Gottesdienst, über die Finanzen, Gemeindeaufbau bis zu Personalentscheidungen. Etwa zweistündige Sitzungen finden regelmäßig einmal im Monat statt.
Sechs Jahre, für die das Gremium gewählt wird, sind eine lange Zeit, weiß von der Goltz, die deshalb auch gleich darauf hinweist, dass man auch früher aussteigen könne - wenn die zeitliche Belastung zu groß werde oder berufliche Veränderungen anstehen.
Derzeit sind die Renchener Kirchengemeinderäte zwischen 32 und 59 Jahre alt. Die Pfarrerin würde sich aber durchaus Verstärkung von den noch Jüngeren wünschen. »Ich hoffe auf einen guten Mix«, so die Pfarrerin, die am liebsten beides im Gremium hat: erfahrene, alte Hasen und frischen Wind.
»Sich in der sozialen und Gemeindeaufbau-Arbeit zu engagieren, ist etwas zu tiefst Befriedigendes. Ich kann deshalb mit gutem Gewissen dafür werben«, sagt die Pfarrerin und fügt an: »Im Kirchengemeinderat kann man seinen Fähigkeiten entsprechend mitgestalten.«
Aber wer darf überhaupt für den Ältestenkreis kandidieren? »Man muss Gemeindeglied in Renchen und mindestens 18 Jahre alt sein, sollte sich regelmäßig am Gemeindeleben beteiligen und die kirchlichen Ordnungen anerkennen«, erklärt die Pfarrerin, die anfügt, dass jeder Wahlvorschlag von mindestens zehn Gemeindegliedern unterschrieben sein müsse.
Und wer darf wählen? Jedes Gemeindeglied, das das 14. Lebensjahr vollendet hat. Von den 1644 Gemeindegliedern unter Dagny von der Goltz' Obhut werden dies im November ca. 1300 sein.

 

Jetzt klicken und 10 Tage kostenlos Zeitung lesen

Werbung

Veröffentlicht in Pfarrgemeinde

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post