Der scharfe Kerl wächst noch in Önsbach
Auf den Ackerflächen von Landwirt Josef Serrer gedeihen die letzten Meerrettiche des Dorfes
Landwirt Josef Serrer ist der letzte Meerrettich-Pflanzer in Önsbach. Mit seiner in diesem Jahr etwa zwei Hektar großen Anbaufläche ist er und besonders seine Frau Anna wegen der überwiegend manuell zu bearbeitenden Kultur stark gefordert
Serrer stellte nach 2004 auf die Sonderkulturen Getreide, Raps, Mais und Meerrettich um. Seine Betriebsgröße liegt heute bei rund 50 Hektar. Praktisch das ganze Jahr über fordert der Meerrettich dabei Arbeitseinsätze; im Winter Pflanzen richten und einlagern, dann im Frühjahr die Pflanzen sauber machen und für das Setzen vorbereiten, was heute mit maschineller Unterstützung geschieht. Es folgen das Hacken, Häufeln und Ausbrechen. Im Herbst folgt dann der Lohn, die Ernte.
Gleich auf fünf Flächen
Da der Meerrettich jedes Jahr eine andere Anbaufläche benötigt, müssen diese Flächen Jahr für Jahr bereitgestellt und auf die Bodenbeschaffenheit muss Rücksicht genommen werden, denn der Meerrettich liebt überwiegend schweren Boden. Daher pflanzte Serrer in diesem Jahr Meerrettich auf fünf verschiedenen Ackerflächen an.
Zur Zeit läuft die Meerrettichernte auf Hochtouren. Wie Josef Serrer sagt, ist der Ertrag eher mittelmäßig. Das Wetter spielt während der Wachstumsphase eine große Rolle. Mindestens einmal in der Woche, je nach Wetterlage und Aufarbeitung daheim, wird die besondere Kultur »rausgemacht«. Freiwillige Helfer unterstützen ihn dabei. Josef Serrer selbst fährt den Traktor mit dem Meerrettichpflug. Noch auf dem Acker gibt es das Vesper.
Putzen und richten für den Verkauf, das alles geschieht daheim in Handarbeit. Auch diese mühevolle Arbeit ist zum Teil nur mit zusätzlichen Helfern zu bewältigen
Der »scharfe Kerl« wird von Händlern in Urloffen gekauft und auch verarbeitet. Noch ist der Meerrettich heute eine gut gehende Kultur, so dass sich der große Aufwand noch lohnt.
Auf dem letzten Önsbacher Meerrettichacker helfen Freiwillige bei der Ernte.
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