Weniger Kalk, mehr Geschmack

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Ära des Pumpwerks in Önsbach geht zu Ende / Ort wird künftig aus drei Richtungen mit Wasser versorgt

Mit der Umlegung der Schalter im Pumpwerk Önsbach begann gestern für die Wasserversorgung der Ortschaft eine neue Zeit.

 

Mit dem Anschluss an die Trinkwasser-
enthärtungsanlage Rotherst geht der Wunsch der Bevölkerung von Önsbach nach weicherem Wasser in Erfüllung, sie hat künftig die gleiche Wasserqualität zur Verfügung wie in der Gesamtstadt Gleichzeitig wurde das Pumpwerk, das 52 Jahre lang die Wasserversorgung sicherte, vom Netz genommen, es bleibt für Ausnahmefälle erhalten.
Vor diesem Hintergrund sah Ortsvorsteherin Christine Rösch die Umschaltung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil die Wasserqualität jetzt erheblich besser ist, weinend, weil die Ära des Pumpwerks zu Ende ging. Im November 1958 für damals 515 311 Mark gebaut und auf 2000 Einwohner angelegt, konnte von ihr aus selbst in heißesten Sommermonaten der Ort problemlos versorgte.
Enormer Fortschritt
»Mit dem heutigen Tag werden die Pumpen im Wasserwerk Önsbach ausgeschaltet«, betonte Oberbürgermeister Klaus Muttach und bezeichnete es als enormen Fortschritt für die Versorgungssicherheit, dass die Ortschaft künftig aus drei Richtungen mit Trinkwasser ausgestattet werden kann: über die Hochzone von Mösbach, die Niederzone vom Wasserwerk Rotherst oder in Ausnahmefällen vom alten Wasserwerk.
Das neue Wasser für Önsach hat entscheidende Vorteile, auch das machte Muttach deutlich. Der pH-Wert, bislang bei 7,2, steigt auf künftig 7,9, was den Schutz des Leitungsnetzes vor Korrosion verbessert.
Der Nitratgehalt, bislang bei 35,2, sinkt auf 31,3 Milligramm je Liter, was für die Verträglichkeit von Kleinkindern ein großer Vorteil ist. Die Gesamthärte lag bislang bei 22,4 dH – er sinkt nun auf einen Wert zwischen 7,3 und höchstens 8, was dem Härtebereich II entspricht. Damit auch die Betreiber privater Enthärtungsanlagen davon profitieren, sollten die Einstellungen durch den zuständigen Fachbetrieb angepasst werden.
Sollte die Anlage vollständig außer Betrieb genommen werden, sollte sie wegen der Verkeimungsgefahr am besten ausgebaut werden, meinte Ralf Volz als Leiter des Fachgebiets Tiefbau, Umwelt und Technik. Auch ohne den Einsatz von Enthärtungsanlagen könne künftig bei Spülmaschinen der Verbrauch reduziert werden, ebenso der Waschmittelverbrauch von Waschmaschinen. Hier sollten die Einstellungen am Gerät entsprechend geändert und die Hinweise auf den Waschmittelpackungen beachtet werden. Aufgrund der geringeren Härte werde auch der Wartungsaufwand bei Boilern und Heizungen verringert werden.
Hinweise für die Bevölkerung hatte Volz auch im Hinblick auf die geänderten Druckverhältnisse. Die Bewohner der Hochzone sollten den Druck auf 3,5 bar einstellen. Sollte bislang kein Druckminderer eingebaut oder dessen Funktion fraglich sein, sollten sich Anwohner mit dem Installateur in Verbindung setzen. Es könnte vorkommen, dass Schwachstellen der Hausinstallation undicht werden.
Stadtwerke helfen weiter
Aufgrund der höheren Drucke sollte die Hausinstallation insgesamt überprüft werden, darüber hinaus bestehe auch die Möglichkeit, sich an die Stadtwerke zu wenden.
Für den Bereich der Niederzone ändere sich nichts, dies betrifft in erster Linie die Gebiete westlich der Bahn und entlang der B 3. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister legte Rösch die Schalter zur Abschaltung des Pumpwerks Önsbach um.

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Nikolaus Berger (von links), Dietmar Stiefel, Christine Rösch, Klaus Muttach, Ralf Volz und Thomas Eckstein legten im Pumpwerk Önsbach die Schalter um und den Betrieb still.

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Veröffentlicht in Önsbach

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