Chöre ließen das Heilmittel Musik wirken
Sängerbund Oppenau bestätigte bei seinem Jahreskonzert das Versprechen seiner Vorsitzenden / Musiker und Gastsänger integriert
Zwei unterhaltsame Stunden Musik haben der Sängerbund Oppenau und seine Gäste am Samstag in der Günter-Bimmerle-Halle geboten. Die Akteure haben dabei eindrucksvoll ein Versprechen erfüllt.
Mit einem ungewöhnlichen Versprechen begrüßte Vorsitzende Monika Roth am Samstag die Gäste in der Günter-Bimmerle-Halle: »Musik kann ein Heilmittel sein – und wir werden Sie heute Abend therapieren!« Damit war für Spannung und Vorfreude gesorgt
Ein Anflug von Entspannung war bei den Sängern spürbar, als der erste Vortrag »Halleluja – sing ein Lied« ausklang. Chordirektor Helmut Brake, Pianistin Tanja Schlegel und alle Mitwirkenden der beiden Chöre, die Chrorgemeinschaft Rheinau und der Gemischte Chor des Sängerbunds Oppenau, wussten nun, dass dieser gemeinsame Auftritt der beiden Gruppen erfolgreich sein würde. Das abschließende »Halleluja!« kam so richtig von Herzen.
Damit war das Lampenfieber überwunden und die folgenden Lieder wurden nun mit großem Einsatz gekonnt vorgetragen. Von Lied zu Lied steigerte das Ensemble sich, um mit der abschließenden »Tritsch-Tratsch-Polka« zum ersten Höhepunkt das Abends zu kommen. Die Zuhörer waren von dieser schwer zu singenden, weil immer schneller werdenden Polka angetan und belohnten die Darbietung mit Beifall.
Einen großen Auftritt als Solistin hatte dann Natalie Kiefer. Die 17-jährige Schülerin aus Offenburg ist seit dem Vorschulalter in musikalischer Ausbildung, bei Musikwettbewerben hat sie Auszeichnungen erhalten. Mit »Habanera« aus der Oper »Carmen« hatte sie sich ein ausgesprochen anspruchsvolles Stück ausgesucht. Etwas ungewöhnlich war es, die jugendliche, freundlich-sympathische Natalie in der Rolle der dramatischen »Carmen« zu sehen und zu hören, aber sie löste das gesanglich überzeugend und mit Bravour
Ihre weiteren Liedinterpretationen aus den Musicals »Elisabeth« und »West Side Story« waren ein Augen- und Ohrenschmaus, neben dem ausgezeichneten Gesangsvortrag waren auch Gestik und Mimik stimmig. Monika Roth verabschiedete die junge Sängerin nach ihrer Zugabe mit den besten Wünschen für den künftigen Weg: »Wir werden sicher noch viel von Dir hören!«
Talentierte Solistin
Es ist ungewöhnlich, Orchestermusiker bei einer Veranstaltung eines Gesangvereins als Solisten zu präsentieren, aber der Erfolg gab den Oppenauern recht. Unter der Leitung von Stadtkapellmeister Stefan Börsig (Trompete) entführten Wolfgang Groth (Trompete), Stefan Huber (Horn), Christian Steger (Tuba) und Markus Schmiederer (Posaune) in eine ganz andere musikalische Welt.
Sie begannen ihre Reise am englischen Hof des 17. Jahrhunderts mit Stücken des Komponisten Anthony Holborne, es folgte ein Ausflug nach Amerika mit Ohrwürmern wie »O Suzanna« oder »La Cucaracha«, der Sound der Mariachi klang durch die Halle! Die weiteren Stücke gaben den einzelnen Musikern Gelegenheit, sich mit herrlich gespielten Soli zu profilieren, um dann wieder als harmonisches Ganzes zusammenzufinden. Mit der Zugabe, einem sehr flotten Marsch, machte das Quintett der Stadt- und Kirchspielskapelle dieser alle Ehre.
Für den abschließenden Auftritt der beiden Chöre hatte Chordirektor Helmut Brake eine anspruchsvolle Liedfolge zusammengestellt. Volkstümliches, deutsche und ausländische Schlager und eine Folge von Udo Jürgens Hits in bunter Reihe begeisterten das Publikum. Damit erfüllten die Sänger unter der Leitung von Brake den Auftrag der Vorsitzenden – Musiktherapie – mit großem Erfolg. Monika Roth hatte nicht zu viel versprochen, zum Finale musste noch, als krönender Abschluss, ein Abstecher zum »Zauber der Südsee« die Behandlung abrunden.
Gemeinsam traten die Sängerinnen und Sänger der beiden Chöre in der Günter-Bimmerle-Halle auf: Chorgemeinschaft Rheinau (Holzhausen und Freistett) und die Gastgeber Gemischter Chor Sängerbund Oppenau.
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