B 28-Bauarbeiten sind »nötiges Übel«
Anwohner der neuen Umgehungsstraße in Oberkirch zeigen überwiegend Verständnis für Belastungen / Kaum Schadensfälle
Seit 2007 wird in Oberkirch an der B 28- Umfahrung Oberkirch/Lautenbach gebaut. Die Arbeiten führen mitten durch Wohngebiete, am stärksten war bisher die Eisenhüttenstraße betroffen. Die Bewohner der Straße zeigen jedoch Verständnis.
Der Bau der großen Umfahrung geht voran. Anwohner der Baustelle, die unmittelbar an Wohngebieten vorbeiführt, können ein Lied davon singen. Tag für Tag bekommen sie den unausweichlichen Krach mit. Trotzdem halten sie den Straßenbau für sinnvoll »Die Innenstadt wird dadurch entlastet und die vielen Busse und Lkws müssen nicht mehr über die kleinen Straßen fahren«, sagt etwa Ružica Pavlovic, die in der Eisenhüttenstraße wohnt.
Bestätigung findet sie bei Nachbarin Marianne Zimmermann: »In der Innenstadt ist nach der Freigabe der Straße viel weniger Verkehr. Und das ist positiv.« Andrea Fünfstück, auch aus der Eisenhüttenstraße, sieht in der großen Umfahrung ebenfalls Vorteile: »Prinzipiell bin ich für die Umgehungsstraße, doch nur wenn nach der Fertigstellung die Innenstadt vom Durchgangsverkehr befreit wird.«
Abgesehen vom Lärm sei die Baustelle nicht störend, sind sich die Anwohner einig. Das Ganze wird als »nötiges Übel« bezeichnet.
»Nicht auszuhalten«
Lärm ist dennoch ein großes Problem – besonders, wenn die Spundwände, die dazu dienen, dass kein Grundwasser in die Baugrube laufen kann, in den Boden gerammt oder wieder herausgezogen werden. Denn diese Arbeiten sind besonders laut. »Im Sommer, wenn man draußen relaxen wollte, war es schon einige Male sehr unangenehm«, blickt Andrea Fünfstück zurück. Das findet auch Ružica Pavlovic: »Wenn man sich im Garten entspannen wollte, war es nicht auszuhalten.«
Bereits um 7 Uhr geht es jeden Morgen auf der Baustelle los: »Besonders morgens ist die Lärmbelastung sehr hoch«, findet Marianne Zimmermann
Regulär ist um 18 Uhr Schluss, doch manchmal wird auch länger, sogar bis 23 Uhr, gearbeitet, erklärt Wolfgang Reiche von der Ingenieurgemeinschaft Setzpfandt, die für die Bauüberwachung zuständig ist. Auch an Samstagen wird gearbeitet. Reiche versichert, dass – wenn möglich – auf Wünsche der Anlieger eingegangen wird. So hätten der Direktor des Oberkircher Hans-Furler-Gymnasiums, Thomas Steiner, und auch Thomas Bähr, Besitzer des Hotels »Renchtalblick«, darum gebeten, am Morgen weniger Krach zu verursachen. Darauf habe man reagiert. Beide sollen laut Reiche nach den getroffenen Maßnahmen zufrieden gewesen sein.
Keine Beschwerden
Vor Baubeginn wurden Untersuchungen an den anliegenden Häusern vorgenommen, um später mögliche Schäden erkennen zu können. »Im oberen Stock ist ein Fenster gesprungen und die Hecke in unserem Garten ist durch Baggerabgase angebrannt!«, bedauert Claudia Zink. Andere Befragte beklagen keine Schäden. »Einmal ist ein Ordner aus einem Regal gefallen, sonst ist bislang nichts passiert«, sagt Ružica Pavlovic.
Wolfgang Reiche bestätigt diese Aussagen: »Uns sind bisher noch keine Beschwerden über Schäden gemeldet worden.«
In der ersten Reihe: Wenn Frank Polauke vom Balkon schaut, hat er einen direkten Blick auf die Baustelle. An der Eisenhüttenstraße führt der rund einen Kilometer lange Umfahrungstunnel unmittelbar vorbei.
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