»Wir können gute Perspektiven bieten«
Zweiter Teil des Interviews mit Oppenaus Bürgermeister Thomas Grieser / Lösung für Kirchensanierung scheint greifbar / Schule soll attraktiv bleiben
Nachdem es im ersten Teil unseres Interviews mit Oppenaus Bürgermeister Thomas Grieser vornehmlich um verwaltungsinterne und finanzpolitische Themen ging (siehe gestrige Ausgabe), dreht sich das Gespräch im zweiten und abschließenden Teil um Projekte, die anstehen, sowie Möglichkeiten, die Oppenau fit für die Zukunft machen.
Der Kampf ums liebe Geld wird wohl ein ewiges Thema bleiben. Was kann sich künftig in Oppenau tun vor diesem Hintergrund?
Thomas Grieser: Es geht sicher nicht darum, sich zu Tode zu sparen. Als ich vor mehr als 20 Jahren hier begonnen habe, da sagte kurz zuvor mein Amtsvorgänger, er verlasse das Armenhaus Oppenau. Seither ist aber eine ganze Menge entstanden, auch zum Teil gegen Widerstände. Sowohl beim Bau des Freibades als auch bei der Halle kamen selbst aus dem Gemeinderat Anmerkungen wie: »Was brauchen wir eine Halle? Die sollen in den Wald gehen und Holz machen!« Das ist natürlich Vergangenheit; aber solche Projekte zeigen, dass in Oppenau einiges möglich ist, auch bei engem Finanzspielraum.
Wie sieht es denn beispielsweise beim Bauland für junge Familien aus? Wenn Sie wie erwähnt Arbeitsplätze erhalten und schaffen wollen (siehe gestrige Ausgabe, d. Red.), dann wollen Sie ja auch die Familien im Ort halten.
Grieser: Da können wir wirklich gute Perspektiven bieten. Als Stichwort nenne ich das Baugebiet Farn, wo zahlreiche Bauplätze entstehen, für die im Übrigen große Nachfrage existiert. In Ramsbach haben wir auch noch Möglichkeiten, anderswo auch. Hinzu kommt das Feger-Areal am Platz des früheren Krankenhauses. Zudem müssen wir ja unseren Flächennutzungsplan neu erstellen
Da haben wir selbstverständlich die Möglichkeit Bauland auszuweisen und das wollen wir auch tun. Bei all dem ist natürlich immer zu beachten, dass bestehende Plätze und auch Baulücken vorrangig genutzt werden.
Nicht eben Baulücken, aber zumindest unschöne leere Ladenfronten gibt es in Oppenau auch …
Grieser: Das stimmt, aber für einige davon stehen schon Nachnutzer fest. Zudem hoffe ich, dass das Café Eckenwalder, wo keine gewerbliche Nutzung mehr erfolgen soll, im Erdgeschoss ansprechend neu gestaltet wird.
Und was macht der alte Penny-Markt?
Grieser: Witzig, dass Sie ausgerechnet jetzt danach fragen. Ich habe nämlich erst vor wenigen Tagen mal wieder mit dem Maklerbüro gesprochen. Es scheint wohl so zu sein, dass sich einige der gewerblichen Interessenten als nicht so geeignet herausgestellt haben. Natürlich habe ich gesagt, dass wir froh über eine gewerbliche Nutzung wären, aber es hat sich ja auch bei anderen Flächen dort herausgestellt, dass dies nicht so einfach ist. Ich habe jedoch ebenfalls signalisiert, dass wir als Gemeinde nach wie vor Interesse an einem Kauf haben; allerdings zu den von uns bereits vor einiger Zeit genannten Konditionen: Grundstückspreis plus ein kleiner Aufschlag. Denn das Gebäude ist ja schon längst abgeschrieben, besitzt also keinen Buchwert mehr.
Angesichts der wirtschaftlichen Situation dürften Gewerbeflächen ja ohnehin eher schwach gefragt sein.
Grieser: Sagen Sie das nicht. In Ramsbach will beispielsweise eine Firma jetzt schon erweitern, weil es dringend notwendig ist; das Gelände steht hierfür schon zur Verfügung, da wir rechtzeitig und mit erheblichem Aufwand das Baugebiet erweitert haben.
Abgesehen von solchen Projekten steht so einiges seit Jahren im Haushaltsplan, zumindest mit Planungskosten.
Grieser: Absolut. Beispielsweise haben wir an der Schule noch die Sanierung des alten Teiles vor uns. Das ist uns sehr wichtig, nicht zuletzt wegen der Werkrealschule. Dieser Status wird ja immer wieder überprüft. Und mit einem attraktiven Angebot, zu dem eben das Schulhaus gehört, bin ich zuversichtlich, dass wir auch dauerhaft die erforderlichen Schülerzahlen erreichen werden. Hier liegt auch ganz viel an der guten Lehrerarbeit, die dort geleistet wird.
Ein weiteres Projekt im Dornröschenschlaf ist der Straßenbau. Da gab es neulich frohe Kunde.
Grieser: Ja, mit der Poststraße geht es endlich los; die Straßburger Straße soll folgen. Wobei ich hier nach wie vor für einen kleinen verkehrsberuhigten Bereich vor der Kreuzung bin. Da wird noch Überzeugungsarbeit zu leisten sein. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang die Renchtalstraße, die ja ebenfalls als Straßenbaumaßnahme ansteht.
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus wartet auch noch ein Gebäude auf Sanierung: die Kirche. Gibt es da Neues aus den Verhandlungen mit der Kirche zu melden?
Grieser: Ich bin überzeugt, dass wir auf einem guten Weg sind. Ziel ist es, bis zum Jahresende eine Vereinbarung zu bekommen. Geeinigt haben wir uns mit der Kirche grundsätzlich über die Aufteilung der Kosten. Demnach übernimmt die Kirche ein Drittel, die Gemeinde zwei Drittel. Unseren Anteil soll hälftig die Albert-Bieser-Stiftung übernehmen, so dass letztlich an Oppenau ein Drittel hängen bleibt. Verhandeln müssen wir jedoch noch darüber, welchen Umfang die Bauträgerschaft ganz grundsätzlich hat.
Sieht auch in Zeiten knapper Kassen viele Zukunftsoptionen für Oppenau: Bürgermeister Thomas Grieser.
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