»Wir brauchen Millionen Kirschsteine«

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Das Dreikirschendorf Mösbach wird 2011 stolze 625 Jahre jung / Eine Jubiläumsbroschüre soll bereits im Januar erscheinen.

 

Die Ortschaft Mösbach feiert im kommenden Jahr ihr 625-jähriges Bestehen. Ortsvorsteherin Sonja Schuchter kann sich bei den Festlichkeiten natürlich wieder auf das große Engagement der Mösbacher verlassen.
Vor 25 Jahren feierte Mösbach das 600-jährige Bestehen..
Schuchter: Das habe ich damals als Bürgerin miterlebt. Der Umzug war gigantisch. Tausende Menschen standen am Straßenrand und das Wetter machte auch mit.
Einen Umzug gibt es dieses Mal nicht. 625 Jahre sind ja auch eher ein kleines Jubiläum.
Schuchter: Richtig. Deshalb haben wir auch mit den Vereinsvertretern und Ortschaftsräten abgesprochen, keinen Umzug zu veranstalten. Zudem feiern die Wagshurster 14 Tage vor uns bereits mit einem Umzug. Die Wagshurster haben uns die Entscheidung leicht gemacht.
Aber dennoch wird in Mösbach kräftig gefeiert!
Schuchter: Natürlich. Am Festwochenende 30./31. Juli gibt es ein Dorffest rund um das Rathaus. Ein Teil der Renchtalstraße wird gesperrt.
Und wie immer in Mösbach geht es um die Kirschen...
Schuchter: Das ergibt sich schon durch unser Wappen. Wir haben extra ein Wochenende nach der Kirschernte gewählt. Immerhin haben wir zusätzlich zur Großbrennerei Bimmerle 170 Kleinbrenner im Ort. Natürlich werden da nicht nur Kirschen, sondern auch andere Obstsorten wie Zwetschgen und Birnen gebrannt. Mittlerweile hat der Kirschenanbau auch Konkurrenz durch unsere Apfelanlagen bekommen.
Aber nochmals zurück zur Kirsche.
Schuchter: Die Werbestrategie von Mösbach stellt aufgrund unseres Wappens die Kirsche in den Vordergrund. Deshalb wird es am Festwochenende ein riesengroßes Bildmotiv aus eingefärbten Kirschsteinen geben. Dazu brauchen wir Millionen von Kirschsteinen. Es gibt aber nicht nur einen Augenschmaus!
Schuchter: Nein, natürlich nicht. Unser Sportverein hat einen Bäcker in seinen Reihen und da soll der längste Kirschkuchen Badens entstehen. Viele Frauen werden mitbacken und die Kuchen werden am Sonntag aneinander gereiht.
Ende Juli kann es sehr heiß werden...
Schuchter: Deshalb wird es einen Rührteig mit Kirschen geben, ohne Sahne, aber mit Zuckerguss. Also ähnlich einem Kirschplotzer.
Sind Ende Juli nicht schon alle Mösbacher im Urlaub?
Schuchter: Bestimmt nicht. Allerdings war es nicht einfach, einen Termin zu finden. Verschiedene Feste in der näheren Umgebung sowie die Tatsache, dass wir während der Kirschenernte keine Zeit zum Feiern haben, haben uns terminlich etwas eingeschränkt. Aber Ende Juli beginnen in Baden-Württemberg erst die Ferien, die meisten sind noch da und andererseits haben wir dann bereits viele Feriengäste.
Gibt es schon ein Programm?
Schuchter: Die Vereine werden das Programm bestreiten. Lassen Sie sich überraschen. Dazu wird Josef Wilhelm als Dorfpoet unterwegs sein und mit Geschichten und Gedichten unterhalten. Und am 30. Juli werden Gruppen wie »Perplex« auf der Bühne spielen und etwas für die jungen Zuhörer bieten.
Das Festprogramm beschränkt sich aber nicht nur auf das letzte Juli-Wochenende, oder?
Schuchter: Wir feiern das ganze Jahr. Am 5. Februar wird ein Festbankett in der Drei-Kirschen-Halle stattfinden, mit Reden, mit Unterhaltungsprogramm, im lockeren Rahmen, aber mit Stil. Des weiteren bieten wir Weinproben im Rebhüsl, Likörproben, Spargelessen und Bauernfrühstück an. Der Verein »Das Netz« wird am 2. Juli ein deutsch-brasilianisches Fest veranstalten.
Gehen Sie auch auf die Ortsgeschichte Mösbachs ein?
Schuchter: Die Chronik, die zur 600-Jahr-Feier aufgelegt wurde, wird Grundlage sein für die Jubiläumsbroschüre, die im Januar gedruckt wird. Dabei werden die Projekte der vergangenen 25 Jahre berücksichtigt. Oskar Oberle wird fürs Festwochenende auch das Thema Auswanderer aufarbeiten. Zwischen 1850 und 1860 ist etwa ein Viertel der Mösbacher unter anderem nach Chile und vor allem in die USA ausgewandert. Wir bekommen immer wieder Rückfragen von Nachfahren der Auswanderer.

STICHWORT
Ortsjubiläen
Die Acherner Ortschaften Wagshurst (875 Jahre) und Mösbach (625 Jahre) feiern im neuen Jahr Ortsjubiläen. Die Acher-Rench-Zeitung befragte die Ortsvorsteher Sonja Schuchter (Mösbach) und Ulrich Berger (Wagshurst) zu den Aktivitäten im Jahr 2011.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/21420_1.jpg

Ortsvorsteherin Sonja Schuchter (links) mit Angelika Schuh, die das Logo für die 625-Jahr-Feier entwarf.

Jetzt klicken und 10 Tage kostenlos Zeitung lesen

 

www.pricecrash24.com

 

Werbung

Veröffentlicht in Mösbach

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post