Themenhöfe mit allerhand Brauchtum
Die Ortschaft Wagshurst feiert ihren 875. Geburtstag mit einem Festwochenende am 16. und 17. Juli / Ein Umzug ist geplant.
Wagshurst wird 2011 875 Jahre alt. Zudem wird der Narrenverein 44, der Gesangverein 110 und der Fußballverein 60 Jahre alt. Und das Schulhaus hat auch genau 100 Jahre auf dem Buckel. 875 Jahre Wagshurst wird im Ortskern am Festwochenende am 16./17. Juli in Höfen und auf Plätzen gefeiert Am Sonntag findet ein Umzug mit historischen Motiven und Gruppen statt. Im Dorf sind schon viele Vorbereitungen getroffen worden, erzählt Ortsvorsteher Ulrich Berger.
Herr Berger, Sie sind seit bald 30 Jahren im Ortschaftsrat. Haben Sie da noch die 850-Jahr-Feier 1986 in Erinnerung?
Ulrich Berger: Aber sicher. Damals waren mehrere Tausend Besucher gekommen, der Ortschaftsrat hatte allein drei Wagen beim Umzug, insgesamt waren es 48 Wagen und Gruppen. Es war ein großartiges Fest.
Das 875er-Jubiläum am 16./17. Juli fällt nicht kleiner als das 850er aus?
Berger: Es wird nicht kleiner oder größer, sondern anders. Am Samstagabend wird es einen Fassanstich und ein kleines Festbankett vor dem Unterhaltungsabend geben. Für den Umzug am Sonntagnachmittag haben wir bisher 41 Wagen und Gruppen zusammen.
Wer macht da denn mit?
Berger: Viele Vereine, auch der Schollenhof. Thematisch werden etwa der Tabakanbau, eine alte Bäckerei, das Holzfällerwesen das Feuerlöschwesen oder die Ernte einst und jetzt dargestellt. Ein altes Motorrad und alte Traktoren fahren wohl auch mit. Jeder kann mitmachen.
Und Sie?
Berger: Ich werde wohl diesmal nicht auf einem der Festwagen mitfahren können, sondern werde den Festumzug mit geladenen Gästen von einer Tribüne vor dem Rathaus aus betrachten.
Die Sicherheit beim Umzug ist auch wichtig.
Berger: Auf jeden Fall, jeder Verein wird in Absprache mit der Polizei Ordner bereit stellen.
Neben dem Umzug werden wohl die Themenhöfe die große Attraktion sein.
Berger: Ja, bisher sind neun dieser Bereiche in Scheunen, Schuppen und Plätzen zwischen Kriegerdenkmal und Wagnerstraße geplant, in denen Vereine historische Bräuche und das Handwerk aus früheren Zeiten darstellen.
Wem kann man da über die Schulter schauen?
Berger: Da wird eine alte Schmiede aufgebaut, Strohschuhe entstehen, im Nähstübchen wird gestrickt, eine Bauernhochzeit wird dargestellt. Alte Rezepte werden gekocht, Bollensuppe zum Beispiel. Die Themenhöfe öffnen am Samstag und sind auch am Sonntag zu besichtigen.
Wer kümmert sich um die ganze Organisation?
Berger: Der Festausschuss besteht aus Ortschaftsräten und den Vereinsvorständen. Zum ersten Mal thematisiert haben wir das Jubiläum schon Mitte 2008.
Das Dorf zieht also mit?
Berger: Dessen bin ich mir sicher.
An die Jugend haben Sie auch gedacht?
Berger: Natürlich, für die junge Generation ist es wichtig, einmal sehen zu können, welche Geschichte unser Dorf hat und welche Berufe es früher gegeben hat. Das ist der eigentliche Sinn und Zweck einer solchen Veranstaltung. Welcher Jugendliche weiß heute noch, wie der Schmied früher das Eisen bearbeitet hat.
Es soll auch einen eigenen Jugendbereich geben.
Berger: Den organisieren die Jugendlichen vom Jugendraum selbst, genau wie die Vereine.
Gibt es eine Chronik?
Berger: Nein. Zunächst müsste einmal die Chronik, die es zur 850-Jahr-Feier gab, um die vergangenen 25 Jahre ergänzt werden.
Die Bürger werden auch noch umfassend informiert?
Berger: Anfang 2011 ist eine Bürgerinformation geplant. Vieleicht kommen noch Anregungen der Mitbürger, oder vielleicht baut der eine oder andere einen Festwagen wie schon 1986. Wir wollen das Fest auf eine möglichst breite Basis stellen. Alle, die mitwirken wollen, sind dazu eingeladen.
Ortsvorsteher Ulrich Berger vor einer Trafostation, die eigens für das Ortsjubiläum von einem Graffitikünstler verschönert wurde.
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