Viel Wald bedeutet viel Gewinn
Auch Sasbachwalden profitiert derzeit von den hohen Holzpreisen / Forst ist aber auch kein Goldesel
Die guten Nachrichten von Revierförster Michel Ratzel erfreuten den Gemeinderat der Kurgemeinde. Am Mittwoch genehmigte das Gremium den Forstbetriebsplan 2011. Wenn alles läuft wie geplant, bliebe der Gemeinde Ende 2011 ein Gewinn von mehr als 30 000 Euro.
Nach seinem ersten Jahr als zuständiger Revierförster zog Michael Ratzel eine positive Bilanz. »Es läuft gut«, sagte er Der Saschwaller Gemeindewald habe noch viele Reserven: »Das Holz wird uns nicht ausgehen.« Derzeit arbeite man daran, den Hiebsatz für 2010 zu erreichen, um den geplanten Überschuss einzufahren.
Volle Hackschnitzelhalle
Der Holzpreis sei erfreulich hoch. Bei der Fichte, die man im Hauptsortiment habe, sei er aktuell um 30 Euro pro Festmeter gestiegen. Die Hackschnitzelhalle der Gemeinde sei inzwischen bis zum Anschlag gefüllt. Zuletzt seien 1400 Kubikmeter eingelagert worden. Sie stammen zum Teil aus dem Laufer Gemeindewald, weil dort noch kein Bedarf an Hackschnitzeln bestehe, so Ratzel.
Buchen-Stammholz lasse sich wie seit Jahren schlecht verkaufen. Hier werde man weiterhin auf bessere Preise warten. Beim Brennholz sei die Nachfrage gut.
Für 2011 plant Michael Ratzel die Kalkung von zwei Abteilungen des Gemeindewaldes in Sasbachwalden per Hubschrauber. Das koste rund 15 000 Euro. Vom Land sei dafür ein Zuschuss von 11 300 Euro zu erwarten. »Das ist nur gut für den Wald, denn die Versauerung des Bodens nimmt weiter zu«, erklärte der Förster. Bürgermeister Valentin Doll betonte, dass der Zuschuss vom Land für die Kalkung kein Geschenk sei, sondern vielmehr ein Ausgleich für »Schaden, den man uns durch Schadstoffe aus Industriebetrieben zufügt.« In Sasbachwalden sei in den letzten rund 15 Jahren nicht mehr gekalkt worden.
Der Forstbetriebsplan 2011 sieht Ausgaben von 267 950 Euro vor und Einnahmen von 300 530 Euro. Auch im kommenden Jahr sollen 4200 Festmeter Holz geschlagen werden
Ratsmitglied Günter Lehmann (CDU) fragte nach, ob nicht mehr möglich sei, solange die Preise gut sind: »Können wir nicht einen Teil unserer Reserven auflösen, um die Gemeindefinanzen etwas zu stabilisieren?« Der jährliche Hiebsatz sei für zehn Jahre festgelegt, erläuterte Bürgermeister Doll. Von Jahr zu Jahr könne man variieren, am Ende sollte die Bilanz jedoch stimmen: »Wir sind da nicht ganz frei.« Revierförster Ratzel erinnerte daran, dass mehr Einschlag auch höhere Personalkosten bedeute. Dass der Wald eine Sparkasse für die Gemeinde sei, treffe wegen der Lohnkosten heute nicht mehr zu.
Heinrich Schnurr aus Sasbachwalden hat der Gemeinde 600 Euro für den neuen Kinderspielplatz in der Bachmatt gespendet. Der Gemeinderat nahm dankend an.
Glasfasern einblasen
Bürgermeister Doll wies darauf hin, dass interessierte Bürger heute, Freitag, von 17 bis 19 Uhr beim Bauhof im Sandweg beobachten können, wie die Glasfasern in das Breitbandnetz der Gemeinde eingeblasen werden. Für die Erarbeitung eines Leitbildes sei der nächste Termin zum Mitdiskutieren am 10. November um 18 Uhr. Auf der Internetseite www.unternehmen-region.eu wurde ein Forum eingerichtet, in dem Bürger ihre Ideen äußern können. Die Zugangsdaten gibt es im Rathaus.
Bei hohen Holzpreisen wie derzeit kann die waldreiche Gemeinde Sasbachwalden mit ihrem Forstbetrieb im Jahr 2011 einen Gewinn von über 30 000 Euro erzielen.
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