Verdienter Lehrer geht in Ruhestand
Viel Lob für den scheidenden Önsbacher Konrektor Horst Öhler / Über 42 Jahre hat er Schüler geprägt
Ein »Urgestein« der Grund- und Hauptschule Önsbach ist in den Ruhestand verabschiedet worden: Horst Öhler wirkte 43 Jahre lang als Lehrer, davon über 32 Jahre in Önsbach, drei Jahrzehnte war er als Konrektor Bindeglied zwischen Schulleitung und Kollegium.
| Bei der Verabschiedung wurde deutlich, wie sehr Horst Öhler in dieser Zeit das Profil der Grund- und Hauptschule Önsbach geprägt hat. Eröffnet wurde die Feierstunde im Foyer vom Grundschulchor unter Marianne Rottler-Wenz Achtklässler trugen unter Leitung von Andreas Staudte Gedanken zur Zeit vor, die Autoren der Sprüche reichten von Mark Twain bis Mutter Theresa. Als leidenschaftlichen Religionslehrer, dem die Ökumene selbstverständlich war, bezeichnete Pfarrerin Dagny von der Goltz ihren Kollegen. Mit dem katholischen Pastoralreferenten Clemens Bühler und der dritten Klasse erklang das Lied »Gottes Segen sei mit euch«. Nach einer sportlichen Einlage von Schülern der Klassen 5 bis 8 und einem Flötenstück der Klasse 4 blickte die 8. Klasse mit Albrecht Braun in die Zukunft und zeigte im Sketch eine Begegnung im Stadtpark, wie sie in zehn Jahren zwischen Öhler und einem ehemaligen Schüler stattfinden könnte. | Dieser Lehrer ist in Erinnerung geblieben. Selbst seine Schüler von 1975 haben Horst Öhler zum Abschied in Önsbach ein Geschenk übergeben. |
Farben des Lebens
Die Farben, die der scheidende Konrektor in ihrem Leben hinterlässt, machte wiederum die 8. Klasse mit Katja Lohmüller in ihrem Beitrag »Colours of Life« deutlich. Für die SMV machte Xhoi Berisha deutlich, dass Öhler Generationen von Schülern Wissen und Gerechtigkeitssinn sowie Gradlinigkeit vermittelt hat.
OB Reinhart Köstlin bezeichnete Öhler als Symbol der Kontinuität, der viel zum Profil der Schule beigetragen hatte. Er ging auf die Diskussion um den Schulentwicklungsplan. Die Kriterien Wohnortnähe und Qualität einer Schule müssten dabei in Einklang gebracht werden. Neuinvestitionen müssen sorgfältig überlegt werden
»Pädagogik ist eine Sache von Persönlichkeiten« betonte der OB, dies dürfe bei allen Diskussionen nicht aus den Augen verloren werden. Horst Öhler habe Generationen von Schülern geprägt und ihnen das vorgelebt, was er zu vermitteln versuchte. Als symbolisches Geschenk überreichte er ein Buch.
»Horst Öhler wird eine Lücke hinterlassen«, erklärte Edgar Gleiß für die Acherner Schulleiter. Er habe über Jahrzehnte beispielhaft gezeigt, dass Schule von einem Team geleitet werden muss. Die Grüße der rund 4000 Kolleginnen und Kollegen der Schulen der Ortenau sprach Astrid Thiede vom Personalrat aus. Die Ginkoblätter in ihrem Blumengebinde sind Symbol für Vitalität und Standhaftigkeit, die sie Horst Öhler auch im Ruhestand wünschte.
Susanne Riediger berichtete von ihrer Lektüre in Freundschaftsbüchern der Schüler, wo sie Hinweise auf Öhlers Beliebtheit fand. Er habe die Fähigkeit, Menschen zum Lachen zu bringen. Für die Eltern und den Förderverein überreichte sie ihm einen Gummibärenbaum.
Christian Pfitzner, Vorgänger von Rektor Flegel, rief humorvoll und gereimt die vier gemeinsamen Jahre in der Schulleitung in Erinnerung. Ähnlich auch Karl Bär, der für 25 Jahre als gleichwertiger Partnerschaft bei der Schulleitung dankte. Für das Kollegium beleuchtete Ursula Keßler die Eigenschaften des scheidenden Konrektors: »Der Horst fehlt uns sehr«, lautete ihr wiederkehrendes Fazit.
Ära endet
Mit dem Weggang von Horst Öhler gehe eine Ära an der Schule zu Ende, hob Rektor Wolfgang Flegel hervor. Er würdigte Öhler als geachtete Lehrerpersönlichkeit und erinnerte an Öhlers Studienzeit an der PH Karlsruhe über den ersten Dienstort bei Pfullendorf, von der Ernennung als Hauptlehrer und zur Schulleitung in Erlach bis zur Versetzung nach Önsbach, wo er nach 1977 Konrektors wurde.
»Horst Öhler war ein Glücksfall für die Schule und die Gemeinde«, betonte Flegel und verwies auf Öhlers Engagement bis zur Betreuung des EDV-Bereichs und der Gestaltung der Homepage. 2003 und 04 war er allein verantwortlich für die Leitung der Schule. »Wir verlieren einen allseits geschätzten Kollegen, einen Lehrer mit klarem, deutlichen Profil, der stets positiv und ausgleichend wirkte«, fasste Flegel zusammen und überreichte Öhler die Urkunde des Regierungspräsidiums zum Abschied aus dem Schuldienst. Neben einem Geschenk für ihn gab es auch Dankesworte und einen Blumenstrauß für seine Frau.
Rund ein Dutzend Schüler der ehemaligen siebten Klasse, die Öhler vor 32 Jahren in Önsbach übernahm, erinnerten für ihren früheren Lehrer mit Anekdoten an die damalige Zeit und an den Teamgeist, den ihnen Öhler vermittelte, und überreichten ihm ein Geschenk.
Entscheidende Oma
»Ohne meine Oma hätte es diesen Tag heute nicht gegeben«, leitete Horst Öhler seine Abschiedsrede. Eigentlich wollte er Förster werden, was am Widerstand der Kinzigtäler Oma scheiterte. Er erinnerte an die sechs Kultusminister, die er erlebt hatte, die vermeintlich bahnbrechenden pädagogischen Neuerungen und Lehrpläne, an vier Schulleiter und zwei Oberbürgermeister. Letztlich sah er Parallelen zu seinem ursprünglichen Berufswunsch
Dieser Lehrer ist in Erinnerung geblieben. Selbst seine Schüler von 1975 haben Horst Öhler zum Abschied in Önsbach ein Geschenk übergeben.