Treuer Begleiter auf dem letzten Weg des Lebens

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Hospizgruppe Oberes Renchtal reicht Sterbenden die Hand

 

Einfach nur da sein, dem anderen die Hand halten – kaum eine Aufgabe ist so simpel und doch so schwierig, wie die der Hospizgruppe Oberes Renchtal. Sie sorgt dafür, dass schwer kranke Menschen nicht alleine sterben müssen
»Mitfühlen, aber nicht mitleiden, sonst wird man selbst krank« – so beschreibt Gruppenleiter Albert Bieser diese Gratwanderung bei der Sterbebegleitung. »Viele Menschen haben Angst vor dem Sterben«, weiß der in Lautenbach lebende Oppenauer Diakon. »Es tut ihnen gut, wenn sie einfach eine Hand drücken können.«
Der Tod hat im Leben des Albert Bieser schon immer eine Rolle gespielt. Schon als Jugendlicher half er beim Waschen, Ankleiden und Aufbahren verstorbener Nachbarn. Auch gegenseitige Nachtwachen am Krankenbett waren damals üblich. Mit 21 Jahren lag der Forstwirt nach einem Unfall selbst dreimal im Sterbezimmer des Oberkircher Krankenhauses. »Die Todesnaherfahrung hat mich fürs ganze Leben geprägt.« Er habe keine Angstgefühle mehr.
Nach dem Tod seiner ersten Frau 1986 entschloss sich Bieser, der lange Jahre im Verwaltungsbereich der Bundeswehr Verantwortung übernahm, für eine Ausbildung als Diakon. Alten- und Krankenseelsorge wurde sein Fachgebiet, er betreute gemeinsam mit seiner zweiten Frau Schwerkranke und Sterbende. 1996 gründete er die Hospizgruppe, um die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.
In zwei Schichten übernimmt die Hospizgruppe Nachtwachen in Altenheimen, im Krankenhaus und in den Familien – um die Sterbenden zu begleiten und die Angehörigen zu entlasten. Sie versuchen, die Wünsche der Sterbenden so gut wie möglich zu erfüllen. »Wichtig ist, dass sie in Frieden gehen«, beschreibt Bieser. Doch woher nimmt Bieser, mittlerweile 78 Jahre alt, die Kraft für diese Einsätze? »Man erhält durch die Arbeit viel mehr Kraft geschenkt, als man geben kann«, antwortet der Diakon. »Es gibt nichts Schöneres, als anderen Menschen zu helfen.«

STICHWORT
Hospizgruppe Oberes Renchtal
»Wir reichen Sterbenden die Hand, weil Sterben eine Zeit des Lebens ist« – so fasst die Hospizgruppe Oberes Renchtal ihre Arbeit zusammen. Rund 20 Menschen betreut sie pro Jahr.
Sie möchte durch ihre unentgeltliche Sterbebegleitung dafür sorgen, dass die Kranken in Würde sterben können und mithelfen, über die Kultur des Lebens und Sterbens nachzudenken und sie einzuüben. Die Gruppe besteht aus 22 Mitgliedern, ist aber auf der Suche nach Verstärkung, weil viele Helfer auf die 80 zugehen. Kontakt: Albert Bieser, • 07802/ 58 91
Die Ehrenamtlichen erhalten für ihre Nachtwachen kein Geld. Dennoch hat der Verein Ausgaben für Fortbildungen oder Öffentlichkeitsarbeit (Vorträge). Spenden auf das Konto-Nr. 300 69 10 124 bei der Sparkasse Offenburg-Ortenau (BLZ 664 500 50) sind daher willkommen.

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Diakon Albert Bieser: »Es gibt nichts Schöneres, als anderen Menschen zu helfen.«

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Veröffentlicht in Oppenau

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