Thema Tod: »Bevor ich gehe, bleibe ich«

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Chansonabend in der Mediathek mit Petra Afonin

Die Schauspielerin und Sängerin Petra Afonin gestaltete auf der Mediatheksbühne in Oberkirch einen anspruchsvollen Abend zum Thema Tod und Liebe. Mit einer Mischung aus Chansons und Texten konfrontierte sie die Zuschauer mit der Endlichkeit ihres Daseins.

 

»Können Sie sich Ihren eigenen Tod vorstellen?«, fragte sie gleich zu Beginn ihrer Vorstellung das Publikum Dann zitierte sie Wörter, die den Tod beinhalten: »Todmüde, todkrank, zu Tode erschrocken, dem Tod ins Auge sehen, der ist für mich gestorben...« In der deutschen Sprache zumindest ist der Tod allgegenwärtig. In unserer Gesellschaft dagegen ist der Tod inzwischen zu einem Tabuthema geworden.
Es folgte das Lied, das dem Programm den Titel gegeben hat: »Und allen Freunden schreibe ich: Bevor ich gehe, bleibe ich.« Heutzutage sei es der Anspruch der Gesellschaft, dass ein Mensch glücklich sein müsse. »Schmerz ist unmodern«, sang Afonin. Immer wieder schlüpfte die Schauspielerin in andere Rollen, in denen sie den unterschiedlichen Umgang mit dem Tod beschrieb. Die Fassungslosigkeit der Angehörigen bei einem plötzlichen Todesfall, wo die nur halb geleerte Kaffeetasse noch auf dem Tisch steht und das Handtuch wie immer schief im Bad hängt, der Einkaufszettel wenige Stunden zuvor geschrieben wurde und im Kühlschrank noch die Lieblingswurst des soeben Verstorbenen liegt. Das Unvermögen, dieses scheckliche Ereignis als Realität zu begreifen, verarbeitete sie in dem Lied: »Das ist doch gar nicht wahr.« Wenig später fragt sie sich: »Wie sieht es wohl aus, das Jenseits?« Als Beruhigung hätte eine ihrer vom Tod betroffenen Figuren es empfunden, wenn man ihr gleich zu Anfang gesagt hätte, dass der Schmerz um den Verlust mit der Zeit anders wird. Besonders schwer seien für die Hinterbliebenen besondere Tage wie der Geburtstag, Weihnachten, der Todestag. »Es ist alles noch da, aber irgendwie anders«, beschrieb sie diese Gefühle

Der Vortrag ihrer Lieder, Gedanken und Zitate wurde am Klavier von Susanne Hinkelbein mit Eigenkompositionen stimmungsvoll begleitet, die sich aber ansonsten bescheiden im Hintergrund hielt.
Hospiz gewidmet
Den zweiten Teil des Abends widmete Petra Afonin ausdrücklich der Hospizbewegung, auf deren Anregung sie in Oberkirch gastierte. Als Sterbebegleiterin Schwester Kathrin beschreibt sie, wie sich der Umgang mit todkranken Menschen gestaltet. »Die Sterbenden sprechen mit dem Pflegepersonal viel offener als mit ihren Angehörigen, weil sie sie schonen wollen.«
Es gibt in dieser Situation viel zu erledigen: Das Testament aufsetzen, das Grabmal gestalten, Freunde besuchen, etwas besonderes essen. »Für mich selbst habe ich entschieden, dass ich auf den Tod vorbereitet sein möchte – falls ich die Wahl hätte«, sagte Afonin. Mit dem Lied »Der Tod als Freund« beendete sie ihre beeindruckende und trotz des schweren Themas humorvolle Darbietung und erhielt lang anhaltenden Applaus dafür.

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Schweres Thema, leicht aufbereitet: Petra Afonin in der Mediathek.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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