Stadt schafft neuen Platz für Bauwillige
Bebauungsplan »Kallmatt« als Satzung verabschiedet / Entwicklung eines Baugebietes in Stadelhofen auf den Weg gebracht
In Butschbach werden im kommenden Jahr acht Bauplätze erschlossen, ein Jahr später kommen in Stadelhofen 51 weitere dazu. Die Angebote sollen Neubürger anlocken und jungen Oberkirchern eine Wohnperspektive bieten.
Der Gemeinderat Oberkirch hat den Bebauuungsplan »Kallmatt« als Satzung beschlossen (siehe Stichwort 1). Links der Straße »Am Eckenberg« in Butschbach wird es acht neue Bauplätze geben. Bei der Planung hat sich ein Problem ergeben Der verdolte Butschbach muss auf dem Grundstück freigelegt werden, die Verdolung unter der Straße vergrößert werden, um neue gesetzliche Vorgaben der Wasserwirtschaft zu erfüllen. So ergibt sich ein zwölf Meter breiter, unbebauter Streifen entlang des Baches. Zum Schutz vor Spritzmitteln wird ein drei Meter breiter Immissionsschutzstreifen angelegt. Damit liegt die Stadt über der gesetzlichen Vorgabe von 2,50 Metern.
Mit der Erschließung ist der bisherige Bestandsschutz aufgehoben. Kostenpunkt für die Freilegung des Baches: rund 100 000 Euro. Auf Eigentümer und Bauherren lassen sich die Kosten nicht umlegen. Die Stadt kann allerdings versuchen, diese Ausgabe über den Verkauf der Grundstücke zu refinanzieren. Von den acht Parzellen will die Stadt drei kaufen. Eine Erschließungsstraße wird nicht gebaut.
Wohnen in Stadelhofen
In Stadelhofen wird das Baugebiet Rebhag/Erblehen mit 51 Bauplätzen bis 2012 erschlossen (siehe Stichwort 2). 16 Eigentümer mit 26 Grundstücken sind auf der bisherigen Anbaufläche betroffen. Von denen werden voraussichtlich alle an einem Umlegungsverfahren teilnehmen, das folgende Konditionen beinhaltet: 30 Prozent unentgeltlicher Flächenabzug für Verkehrs- und Abstandsflächen; mindestens 15 Prozent entgeltlicher Ankauf durch die Stadt (acht bis neun Bauplätze), um zu Bauplatzflächen zu kommen zum Preis von 40 Euro pro Quadratmeter. Die Kosten für Planung und Erschließung zahlen die Eigentümer
Mit der Firma Steg übernimmt ein Dienstleister die Erschließung. Der Gemeinderat stimmte den Vorgaben zu. Die Steg als Dienstleister erhält eine Erfolgsprämie: 1,80 Euro pro Quadratmeter der Bruttofläche und eine Vergütung in Höhe von 4,5 Prozent aller Kosten plus Mehrwertsteuer. Durch den Dienstleistereinsatz entfällt für die Stadt die Vorfinanzierung der Erschließungskosten.
STICHWORT 1
Baugebiet Kallmatt
Standort: Butschbach
Größe: 0,42 Hektar, davon stehen 0,39 Hektar als Nettobaufläche zur Verfügung. Der Rest ist öffentliche Grünfläche am Butschbach.
Zahl der Bauplätze: 8
Kosten pro Quadratmeter Bauland: stehen erst nach Ermittlung der Erschließungskosten fest. Die Erschließung übernimmt die Stadt, die auch einen Teil der Bauplätze kauft. Einen Teil der Bauplätze behält der Eigentümer. Pro Quadratmeter wird die Stadt an den Eigentümer 60 bis 65 Euro zahlen. Diesen Preis hat der Gemeinderat für Baugebiete in der Kernstadt festgelegt.
Eine Bebauung ist bereits ab 2011 möglich. Interessenten sind vorhanden.
STICHWORT 2
Baugebiet Rebhag/Erblehen
Standort: Stadelhofen
Größe: 4,1 Hektar, davon stehen 2,8 Hektar als Nettobaufläche zur Verfügung. Der Rest ist Verkehrsfläche sowie öffentliches und privates Grün.
Zahl der Bauplätze: 51
Kosten pro Quadratmeter Bauland: stehen erst nach Ermittlung der Erschließungskosten fest.
Pro Quadratmeter zahlt die Stadt 40 Euro an die Eigentümer, sofern diese nicht am Umlegungsverfahren teilnehmen. Als Ackerland würden die Grundstücke mit sechs bis acht Euro gehandelt.
Das Baugebiet Rebhag/Erblehen wird im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags von einem Dienstleister entwickelt.
Mit einem Baubeginn in Stadelhofen ist in etwa zwei Jahre zu rechnen: ein Jahr ist für die Bodenordnung geplant, ein weiteres für die Erschließung. Erste Interessenten gibt es bereits.
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