»Damit es in der Welt gerechter zugeht«
18 Frauen engagieren sich ehrenamtlich für den Eine-Welt-Laden in Kappelrodeck in der Hauptstraße
Deutschlandweit fand gerade wieder die »Faire Woche« statt, an der sich Weltläden und Eine-Welt-Gruppen beteiligen. Ziel ist es, das Augenmerk auf die alternativen Handlungswege zugunsten der Produzenten in der Dritten Welt zu lenken
Auch in Kappelrodeck gibt es einen Eine-Welt-Laden, der sich seit wenigen Monaten in neuen Räumen in der Hauptstraße 114 präsentiert. Neben besonderen Aktionen zur »Fairen Woche« wird Peter Wandinger vom benachbarten Gasthaus Linde seine Unterstützung insoweit präsentieren, dass er bis zum Sonntag ein »Faires Menü« anbietet.
Die 18 Frauen, die in Kappelrodeck ehrenamtlich den Laden betreuen, setzen sich gezielt für den Fairen Handel ein und reihen sich somit in das Ende der 60er begonnene Projekt »Ökumenischer Arbeitskreis Entwicklungshilfe« ein. Später wurde diese Aktion unter dem Namen El Puente bekannt. Aus der immer größer werdenden Zahl derer, die sich für Fairen Handel einsetzten, aber auch Hilfsgüter und Spenden für die Dritte Welt-Länder sammelten, ergaben sich Zusammenschlüsse wie die Eine-Welt-Läden. Gab es 1975 rund zehn in Deutschland, so sind es heute 800, europaweit 2500.
In der Hauptstraße 114 können die Kappler ihr breit sortiertes Angebot endlich ansprechend präsentieren. »Wir sind so froh über diese neuen Räume«, so Martina Wald; Räume, die sie von Hausbesitzer Julia Rentschler erst mal mietfrei bekommen haben.
Alternativen aufzeigen
Ihr Glück, denn Gewinn wird mit den Waren nicht erwirtschaftet
»Unser Ziel ist es, durch die Information und den Verkauf eine Alternative zu global ungerechten Handlungsstrukturen aufzuzeigen«, so Thea Schmidt, Sprecherin des Eine-Welt-Ladens: »Wir sind eigentlich bereits seit 2002 aktiv, haben anfangs Waren im katholischen Gemeindezentrum nach den Gottesdiensten verkauft. Später konnten wir im Hinterzimmer von Berges Laden, dem Kneipphaus in Kappelrodeck, ein kleines Warensortiment anbieten. Da ist unser Raum hier ein wahrer Lichtblick.«
Helga Klär, ehemalige Gemeindereferentin, war die Drahtzieherin in Kappelrodeck und somit Initiatorin dafür, dass Reis und Tee, Kaffee und Nüsse, genfreie Schokolade und feines Gebäck so Absatz finden, dass die Bauern und Erzeuger gerecht entlohnt werden. Entsprechende Entlohnung heißt auch, dass Kinder nicht zur Arbeit herangezogen werden müssen, um den Lebensunterhalt zu sichern.
Dazu Margarita Schydlo: »Zu wissen, dass man ein kleines Stück dazu beitragen kann, dass es in der Welt gerechter zugeht, dafür engagiere ich mich hier gerne.« Für Martina Wald war ihr Patenkind in Afrika ausschlaggebend, über die Grenzen hinüber zu sehen. Und Hannelore Hägele meint: »Bewusst leben heißt für mich auch bewusst einkaufen.«
Wie ihre Kolleginnen kommt sie nicht an den schönen Handwerkswaren vorbei, die den Laden bereichern. Seidenschals aus Indien, Messingschmuck aus Ägypten oder Specksteinfiguren aus Kenia, ein schönes buntes Warensortiment aus Ländern, in denen manche um Gerechtigkeit und Existenz kämpfen müssen.
Der Eine-Welt-Laden, der von Kappelrodecker Frauen ehrenamtlich betreut wird, ist nun in der Hauptstraße 114 beheimatet.
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