Sozialarbeiter binden Kinder in Gesellschaft ein
Oberkirch setzt Schwerpunkt in zwei Schulen
Unterstützung für Lehrer durch Schulsozialarbeiter gehört in größeren Kommunen inzwischen zum Standard. Schwerpunkte der Schulsozialarbeit in Oberkirch sind die August-Ganther-Schule und die Johann-Wölfflin-Schule Durchaus sinnvoll wäre aus Sicht der Stadtverwaltung eine weitere Personalaufstockung und eine Ausweitung an andere Schulen, finanziell machbar ist sie derzeit nicht. Denn bis auf einen Zuschuss des Kreises kommt die Stadt selbst für die Kosten auf (wir berichteten). Die Stadt hat im vergangenen Jahr den Personalschlüssel um eine halbe Stelle erhöht.
Weil der Umstieg auf die Ganztagesbetreuung mehr Personal erfordert, stehen jetzt an der August-Ganther-Schule zwei 50-Prozent-Stellen, an der Johann-Wölfflin-Schule eine 75-Prozent-Stelle zur Verfügung. Bei Bedarf kümmert sich Stadtjugendreferent Christian Kron um Einzelfälle an den anderen Oberkircher Schulen.
Die drei Schulsozialarbeiterinnen sind für die Lehrer wichtige Ansprechpartner, wenn es in den Klassen verhaltensauffällige Schüler gibt. Sie sind Ansprechpartner für Eltern oder nehmen Kontakt zu diesen auf und helfen bei der Suche nach Beratungsstellen. Anna Janosch, die seit Mai 2009 an der Johann-Wölfflin-Schule beschäftigt ist, hat zusätzlich ein Waldprojekt in der Ganztagsbetreuung übernommen. Immer donnerstags geht sie mit einer Gruppe von 13 Kindern ins Oberkircher Waldklassenzimmer, das sinnigerweise am Waldweg liegt. Die Ganztagsbetreuung an der Grundschule organisiert ansonsten die Caritas.
Soziales Training
Anders an der August-Ganther-Schule, wo die Schulsozialarbeiterin Jutta Kempf, das komplette Betreuungsprogramm für die Nachmittage organisiert
Bis zu acht Projekte im musischen und sportlichen Bereich gibt es, von Honorarkräften mit pädagogischem Hintergrund betreut.
Daneben ist das Oberkircher Team der Jugendsozialarbeit für Präventionsprojekte zuständig und macht mit den Schülern soziales Training. Dabei geht es für viele Kinder darum, Zusammenleben zu lernen. Kempf schätzt die Arbeitsbedingungen in Oberkirch: »Es ist toll, dass wir jeweils nur für eine Schule zuständig sind und nicht für drei oder vier Schulen gleichzeitig. So können konkrete Beziehungen aufgebaut werden.« Ordnungsamtsleiter Christoph Lipps sieht die Stadt mit ihrer Jugendsozialarbeit aktuell gut aufgestellt, auch und gerade im Vergleich zu anderen Kommunen.
Am Rande
Jugendliche und der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum – ein Thema, das die Stadt Oberkirch immer wieder beschäftigt. Mitarbeiter wie Stadtjugendreferent Christian Kron suchen Brennpunktplätze auf, führen dort Gespräche mit Heranwachsenden. »Es ist nicht zu vermeiden, dass Menschen aus der Rolle fallen. Die Zahl lässt sich nicht auf Null drücken«, sagt Kron. Aus seiner Sicht habe man derzeit die Lage in Oberkirch im Griff. Es sei schon schlimmer gewesen. Vertreibung von Plätzen verlagere das Problem nur an andere Orte. Jugendliche suchten sich in einer bestimmten Lebensphase freie Räume. »Da reichen zehn kommunale Jugendräume nicht«, ist sich Schulsozialarbeiterin Jutta Kempf sicher.
Das Ordnungsamt verschickt nach Auffälligkeiten laut Christoph Lipps »Blaue Briefe«, in denen die Stadt die Eltern der Jugendlichen auf deren Fehlverhalten hinweist. Öffentliche Stellen könnten aber nicht die Erziehung übernehmen. »Es braucht ein miteinander mit den Eltern«, sagt Lipps. Die aktuellen Fälle alkoholisierter Jugendlicher, die gewalttätig geworden seien (wir berichteten), hätten einen persönlichen Hintergrund. Die Stadt reagiere auf solche Fälle. Das subjektive Sicherheitsempfinden der Öffentlichkeit habe manchmal aber nichts mit der Realität zu tun. Die jüngsten Gewalttaten hätten sich beispielsweise nie gegen Fremde gerichtet
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