Sensiblerer Umgang mit Straßenrändern
Landratsamt hat aus dem Radikalschlag entlang der B 28 Konsequenzen gezogen / Verfahren läuft noch
Die Gehölzpflege entlang der B 28 soll in Zukunft bedachter vonstatten gehen. Das Landratsamt hofft, mit verbessertem Informationsfluss verhindern zu können, dass ein Biotop Schaden nimmt.
Es war ein trauriger Anblick, der sich den Verkehrsteilnehmern vor rund zehn Monaten auf der B 28 zwischen Appenweier und Nußbach bot: weite Bereiche des Straßengrüns waren abgesägt, teilweise ragten die zerfetzten Äste der Büsche mahnend in den Himmel Ein »Feldgehölz«-Biotop an der Einmündung der Renchtalstraße bei Nußbach war mit Ausnahme von drei schwachen Bäumen leer geräumt. Von vielen Bürgern angesprochen, erstattete der Oberkircher Naturschützer Christoph Münch Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Unbekannt wegen des Tatbestands der Sachbeschädigung.
Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, dennoch hat das Landratsamt bereits Maßnahmen eingeleitet, um eine Wiederholung der – in den Augen der Bürger – zu großzügig verstandenen Gehölzpflege entgegenzuwirken. Die von der Straßenmeisterei beauftragte Firma sei »übers Ziel hinausgeschossen«, hieß es.
Die Straßenmeistereien verfügen nun über ein neues Programm, in dem die Biotopflächen kartiert sind. Es werde, so informiert Birgit Franz, Pressesprecherin am Landratsamt, bei allen zukünftigen Arbeitsplanungen zu Gehölzarbeiten zu Rate gezogen. »Bei größeren Gehölzpflegearbeiten und Arbeiten in oder in der näheren Umgebung von Biotopen durch das Straßenbauamt beziehungsweise eine beauftragte Firma erfolgt eine Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde«, informiert Franz. Die Abstimmung werde in der Regel bei einem Vorort-Termin getroffen. Zusätzlich sei die Problematik bei Fortbildungsveranstaltungen der verantwortlichen Betriebsdienstmitarbeiter immer wieder angesprochen worden.
Nach der Gehölzpflege im Frühjahr war vom Biotop »Feldgehölz« bei Nußbach kaum mehr etwas übrig.
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