Mit Hund' und Katz' geht's nach Oberkirch
Bad Peterstal-Griesbach unterschreibt Fundtiervertrag mit TSV Renchtal
Ab Januar übermittelt Bad Peterstal-Griesbach die Fundtiere an den Tierschutzverein Renchtal. Bisher bestand ein Vertrag mit dem Tierschutzverein »Lahr und Umgebung«.
Als letzte der vier Renchtalgemeinden wird Bad Peterstal-Griesbach einen Vertrag des Tierschutzvereins Renchtal unterschreiben, nach dem alle Fundtiere, die in der Kur- und Tourismusgemeinde zugelaufen sind oder herrenlos aufgefunden wurden, nach Oberkirch gebracht werden Dies entschied der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend. Für Fundhunde stehen dem Tierschutzverein drei Zwinger beim Oberkircher Bauhof zur Verfügung, Katzen und Kleintiere finden in der Katzenauffangstation eine vorübergehende Unterkunft.
Da die Aufnahme, Pflege und Vermittlung der Tiere dem Verein Kosten verursachen, beteiligt sich die Gemeinde jährlich mit einer Pauschale von 31 Cent pro Einwohner. Bei einer Einwohnerzahl von etwas über 2700 entspricht dies einem Gesamtbetrag von rund 840 Euro. Zusätzlich übernimmt die Gemeinde Kosten, die durch eine ärztliche Behandlung von verunfallten oder verletzten Tieren entstehen. Der Vertrag gilt vorerst für zwei Jahre.
Bisher war Bad Peterstal-Griesbach vertraglich an den Tierschutzverein »Lahr und Umgebung« gebunden. Dieser löste jedoch die bisherigen Verträge auf, um eine Preiserhöhung vorzunehmen. Die Gelegenheit nutzte die Gemeinde, um eine Zusammenarbeit mit dem Oberkircher Tierschutzverein zu prüfen. Die Nähe ist ein großer Vorteil.
Langer Weg nach Lahr
Hauptamtsleiter Matthias Börsig informierte, dass immer häufiger Katzen aufgelesen und ins Tierheim nach Lahr gebracht werden mussten. Die meisten Hunde konnten vor ihrer Reise bereits dem Eigentümer zurückgegeben werden, doch hin und wieder hätte der Bauhof auch für sie den langen Weg auf sich nehmen müssen. Und nicht nur er, sondern auch die Eigentümer, die sich verspätet gemeldet hatten. Nicht nur die kurzen Wege, auch die laut Bürgermeister Meinrad Baumann »gute Arbeit« spräche für eine Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Renchtal. Auch preislich ist er attraktiver für die Gemeinde. Der Lahrer Verein setzt 50 Cent für 2011, 55 Cent für 2012 und 60 Cent pro Einwohner für 2013 fest.
»Niemanden abgewiesen«
Irene Papp, Vorsitzende des Tierschutzvereins Renchtal, freut sich über den Ratsbeschluss. »Er hilft uns, die Arbeit zu finanzieren«, erklärt sie. Bereits in den vergangenen zwei bis drei Jahren habe der Verein Fundtiere aus Bad Peterstal-Griesbach aufgenommen. Nämlich immer dann, wenn Privatleute mit den Tieren vor der Türe standen. »Wir haben niemanden abgewiesen«, so Papp. Die Angelegenheit sei unbürokratisch geregelt worden. Über die Fundtierverträge mit den Renchtalgemeinden und Renchen könnte der Verein rund ein Viertel seiner Ausgaben decken, kalkuliert die Vorsitzende. Sie rechnet in diesem Jahr mit weit über 20 000 Euro Gesamtausgaben. Der Mammutanteil entfällt auf die Tierarztkosten mit etwa 10 000 Euro.
In der Katzenauffangsstation (links) warten derzeit 40 Tiere auf ein neues Zuhause. Bisher musste der Tierschutzverein Renchtal keine Fundhunde (rechts) ins Tierheim geben.
In der Katzenauffangsstation (links) warten derzeit 40 Tiere auf ein neues Zuhause. Bisher musste der Tierschutzverein Renchtal keine Fundhunde (rechts) ins Tierheim geben.
Jetzt klicken und 10 Tage kostenlos Zeitung lesen
