»Bye-bye« zum Standort USA

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Koehler stellt Pläne für eine Übersee-Produktion ein / Aktualisierte Risikoanalyse gab Ausschlag

Gut zwei Jahre hat der Papierkonzern Koehler verschiedene Optionen für ein US-Engagement zur Produktion von Thermopapier geprüft. Vorstand und Aufsichtsrat der Koehler AG haben am Montag beschlossen, das Projekt einzustellen.

 

Die Koehler-Papier-Gruppe mit Sitz in Oberkirch setzt auf Sicherheit und wird ihre Spezialprodukte weiterhin nur in Deutschland produzieren »Nach einer sorgfältigen, aktualisierten Risikoanalyse haben wir zusammen mit dem Aufsichtsrat beschlossen, das Projekt »Produktionsstätte für Thermopapiere in den USA nicht weiter zu verfolgen«, wird der Kaufmännische Vorstand Kai Furler in einer Mitteilung zitiert.
Gut zwei Jahre hatte die Führungsetage mit einem Übersee-Engagement geliebäugelt und verschiedene Optionen geprüft. Vom Bau einer eigenen Fabrik bis zur Zusammenarbeit mit amerikanischen Partnern. Zu einer Einigung kam es letztendlich nicht. Damit bleibt Koehler bei seinen US-Lieferungen weiter von schwankenden Wechselkursen, möglichen Zöllen und teuren Frachten abhängig. Dies waren die Gründe dafür gewesen, einen US-Standort zu suchen.
»Es ist Vorstand und Aufsichtsrat sehr schwer gefallen, das letzte Projekt abzusagen, das wir hatten«, stellt Koehler-Sprecher Stephan Schwietzke auf ARZ-Anfrage fest. Letztendlich sei Koehler aber trotz seiner Größe ein mittelständisches Familienunternehmen, das den Schritt zur Internationalisierung genau abwägen müsse. Oberste Priorität habe die Sicherung der Selbstständigkeit.
Jetzt will der Weltmarktführer der Sparte »Thermopapier« zunächst Luft holen. Das Projekt »USA«, so Schwietzke, habe viel Energie gekostet. Die USA bleiben ein wichtiges Abnehmerland für das in Kehl produzierte Thermopapier. Inzwischen hat das Unternehmen bei der Produktion des Spezialpapiers, das über 50 Prozent des Umsatzes ausmacht, bereits wieder die Kapazitätsgrenze erreicht. »Wir können alternativ zur Menge auch in der Profitabiliät wachsen«, zeigt Schwietzke einen Weg für die nähere Zukunft auf. Das bedeutet »höhere Gewinne und ein höherwertiges Thermopapier-Sortiment«. Anstatt nur auf die Karte Thermopapier zu setzen, wird zudem beim Verkauf eine Diversifizierung der Papiersorten angestrebt – auch wenn Einbrüche beim größten Umsatzträger nicht absehbar sind. Ein Baustein dafür war 2009 der Koehler-Einstieg bei der Katz-Gruppe. Über dieses Tochterunternehmen, das bereits in den USA tätig ist, stellt Koehler erstmals Produkte aus Pappe her.
2011 erwartet der Konzern bei allen Sorten Wachstum, auch wieder bei den Feinpapieren. Hier will sich Koehler mit einigen neu entwickelten Produkten Marktanteile sichern.

STICHWORT
Koehler in Kürze
Die Koehler-Gruppe beschäftigt 1735 Mitarbeiter und rechnet 2010 mit einem Jahresumsatz von rund 635 Millionen Euro und einem Absatz von 460 000 Tonnen Papier. Koehler produziert Spezialpapiere an den Standorten Oberkirch, Kehl und Greiz (Thüringen) und hat 2009 mit der Katz-Gruppe (Weisenbach/Murgtal) den insolventen Weltmarktführer für die Produktion von Bierglasuntersetzern übernommen.

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Die Koehler-Gruppe mit Stammsitz in Oberkirch (Foto) konzentriert sich weiterhin auf den Standort Deutschland und baut in den USA keine Thermopapier-Produktion auf.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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