Selbst ist der Baggerfreund

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Marius Mayer baut seine Lieblingsfahrzeuge aus Holz nach / Originalgetreu bis ins kleinste Detail

Der 15-jährige Marius Mayer aus Oberkirch baut im Hobbykeller seines Elternhauses die interessantesten Bagger aus Holz nach. Seit früher Kindheit sind Bagger in jeglicher Ausführung seine große Leidenschaft

 

Ob aus Kunststoff, Metall oder Holz, alle hatten es ihm angetan: Bagger. Das Schlüsselerlebnis für das heutige Hobby von Marius Mayer lag im Mitbringsel aus einem Urlaub seines Vaters: einem Sitzbagger
Mit fünf Jahren wurden dann der Garten umgegraben, die Sandkastenberge zum x-ten Mal versetzt und das Ganze mit entsprechenden Brummgeräuschen untermalt. Vier Jahre später durfte er einen »richtigen« Bagger steuern.
Die Faszination Bagger nahm ihren Lauf. Das handwerkliche Geschick seines Vaters und die künstlerischen Fähigkeiten seiner Mutter, gepaart mit einer bewundernswerten Auffassungsgabe waren die Grundlagen für die bis jetzt sieben selbstgebauten Bagger aus Holz.
Die Informationen zum maßstabsgetreuen Bau zieht sich der Bastler aus dem Internet und von Baustellen, die Umrechnung erledigt er selbst. Größe, Farbe, Funktionalität – alles sollte originalgetreu dargestellt werden.
Mit zehn Jahren begonnen
Seinen ersten Bagger baute der Bastler im Alter von zehn Jahren: einen Caterpillar Radbagger M 318 C mit 75 Zentimetern Länge, 22 Zentimetern Höhe und 24 Zentimetern Breite. Im Original hat dieser Bagger eine Länge von 12,20 Metern.
Weitere Modelle wie ein Caterpillar Kettenbagger 324 D CL oder ein Komatsu Kettenbagger PC 450 LC-8 Highreach (Abbruchausleger) mit 1,6 Metern Länge, 25 Zentimetern Höhe und 21 Zentimetern Breite folgten. Der vierte Bagger ist ein Liebherr Kettenbagger R 944 C Litroni, der die Schallmauer von einem Meter Länge erreichte.
Das fünfte Gerät ist ein Glanzstück aus der Baggeredition: ein Menzi-Muck (Schreitbagger) A 111 T 2. Der Bagger ist im Maßstab 1:10 gefertigt und hat eine Größe von 135 Zentimetern Länge. Er ist 57 Zentimeter hoch im ausgefahrenen Zustand und 60 Zentimeter breit. Eine erste Verfeinerung ist der Sitz des Baggers, der gefedert ist. Das Original hat eine Länge von zwölf Metern und eine Höhe von fünf Metern im ausgefahrenen Zustand. Diese fünf Bagger sind alle aus Pappel- oder Fichtenholz gearbeitet und wurden im Rohzustand belassen.
Beim sechsten Bagger wurden erhebliche Verfeinerungen vorgenommen. Der Liebherr Kettenbagger R 954 C Litronic wurde im Maßstab 1:8 hergestellt und hat eine Länge im gestreckten Zustand von 185 Zentimetern. Er ist 50 Zentimeter hoch und 43 Zentimeter breit. Dieser Kettenbagger ist ausgestattet mit einem Schnellwechsler, einem Tieflöffel und einem Abbruchgreifer.
Die Hydraulikzylinder wurden aus aufgebohrten Holzstäben hergestellt, die Hydraulikölschläuche sind alle aus hohlen Elektrokabeln gefertigt, auf Messingstäben aufgezogen und originalgetreu angebracht. Eine Besonderheit ist der Sitz des Baggers, der mit Schaumstoff und schwarzem Stoff überzogen ist.
Getrennt schaltbar
Ein weiteres Highlight sind die zehn batteriebetriebenen Scheinwerfer, die getrennt schaltbar sind. Der Bastler lackierte diesen Bagger in den Orignalfarben gelb/grau/weiß/schwarz/rot. Die entsprechende Beschriftung und Typisierung wurde gemäß dem Original angebracht.
Momentan in Arbeit ist der siebte Bagger: ein Komatsu Kettenbagger PC 750 LC Demolition (Abbruchversion). Im Original wiegt der Bagger etwa 120 Tonnen inklusive Anbaugerät. Die Länge beträgt in ausgestrecktem Zustand 70 Meter. Der Abbruchausleger kann bis zu 60 Meter in der Höhe ausgefahren werden und ein Werkzeug bis zu vier Tonnen tragen.
In der Modellausführung wiegt er bis jetzt etwa 25 Kilo, nach der Fertigstellung dürfte er ein Gewicht von rund 40 Kilogramm erreichen. Der Bagger misst eine erstaunliche Länge von 2,3 Metern, nur mit dem Aushubausleger. Ist das Fahrwerk komplett ausgefahren, hat der Unterwagen eine Bereite von 60 Zentimetern.
Dieser Kettenbagger wird nun mit Motoren ausgestattet, damit später eine Steuerung mit einer selbstgebauten Anlage möglich ist. Marius Mayer: »Es ist eine besondere Herausforderung, Motoren mit Holz zu verbinden.« Für diesen Bagger hat der Bastler bisher 500 Stunden investiert.
Vom 1. bis 10. Januar sind alle Bagger im elterlichen Geschäft Mayer Hotel- und Gastronomiebedarf in der Brügelmatt 9 in Oberkirch ausgestellt.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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