Bläser mit Signalinstrumenten
ARZ stellt zum 200-Jährigen der Stadtkapelle alle Register vor / Zum Abschluss: Trompete und Flügelhorn.
Die Stadtkapelle Oberkirch ist einer der ältesten Vereine in der Stadt. Sie kann dabei auf zahlreiche In-strumentengruppen blicken. Die Trompete und auch das Flügelhorn, die wir heute vorstellen, werden gerne als Signalinstrument der Kapelle bezeichnet
Der vielfache Wunsch eines Kindes: Einmal eine Trompete spielen. Dies war damals und ist bestimmt auch heute noch vielfach der Beginn einer Musikerlaufbahn. Dadurch ist auch der rege Zuspruch zur Ausbildung an der Trompete beziehungsweise des Flügelhorns zu erklären.
Um die Klangvielfalt und Klangfarbe einer Kapelle zu zeigen und auch gezielt zu verändern, wird heute gerne darauf aufgebaut, dass die Spieler beide Instrumente spielen.
Die Stadtkapelle Oberkirch ist somit in der Lage, von recht warmen bis hin zu sehr markigen Tönen ein sehr breites Spektrum abzudecken. Dass diese Bläser sprichwörtlich keine Angst »vor dem ersten Ton« haben, beweisen sie jedes Mal, wenn sie in den höchsten Tönen spielen.
Schon die Ägypter vor 3500 Jahren spielten trompetenartige Instrumente aus Metall. Frühe Trompeten, wie die griechische Salpinx oder die römische Tuba waren langgestreckt und ohne Windungen. Gewundene Formen sind erst ab dem 14. Jahrhundert nachzuweisen.
Als Standardform bildete sich im ausgehenden Mittelalter die einmal gewundene Langtrompete heraus, die als Barocktrompete bis zum Ende des 18. Jahrhunderts praktisch unverändert blieb. Der Tonumfang dieser Instrumente war auf die Naturtonreihe beschränkt.
Vom ausgehenden Mittelalter bis ins Barock galt die Trompete als Herrschaftssymbol. Trompeter waren hoch angesehene Beamte. Nur zu hohen kirchlichen Festen war es erlaubt, dass sie mit anderen Musikern zusammen zu anderen Zwecken spielten.
Hohe Anerkennung
Trompeten (oder ähnliche Instrumente) wurden praktisch immer auch als Signalinstrumente verwendet. Beispielsweise mussten alle Türmer in den Städten (Signal-)Trompete spielen können. Daraus resultierte eine hohe gesellschaftliche Anerkennung der Trompeter, die sich meist auch finanziell bemerkbar machte. Oftmals waren die Türmer/Trompeter bereits seit dem Mittelalter als Berufsgruppe anerkannt – anders als alle anderen Musiker.Die Trompete ist, wie das Flügelhorn, ein Blechblasinstrument, das mit einem Kesselmundstück angeblasen wird.Maßgeblich für den Klang dieser Instrumente ist die große Vielfalt der Mundstücke und deren Bohrungen, den verschiedenartigen Ventilen und nicht zuletzt auch die Verwendung verschiedener Materialien, Materialstärken und Materialhärten.
Trompeten und Flügelhörner können offen oder mit Dämpfer gespielt werden. Außer der Lautstärke wird auch das Obertonspektrum verändert und somit ein anderer Klangcharakter erzeugt. DasMotto der Trompeter und Flügelhornisten lautet: »Hoch, höher, am Höchsten«.
Mit ihren Trompeten können die Stadtkapellenmusiker eine große Klangvielfalt erzeugen: (von links) Harald Munz, Heinrich Kiefer, Martin Haas, Gerhard Oberle, Frank Beese, David Lipps, Christian Ganter, Markus Sester, Roland Bigott, Wolfgang Isele
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