Eine gute Zeit für Oberachern
Eingemeindung zu Achern jährt sich zum 40. Mal / Kultureller Bereich hat sich bestens entwickelt
Zum 40. Mal jährt sich am 1. Januar in Oberachern die Eingemeindung von Acherns größtem Stadtteil. Viele Erinnerungen an diese Zeit hat heute noch Bernhard Tisch, der in Oberachern und später in Achern als Gemeinderat tätig war.
Mit der Bindfadenfabrik, den Hanfwerken, der Firma Lott, mehreren Sägewerken und Malmühlen, einer Ziegelei und noch weiteren Betrieben war Oberachern zur Zeit der Eingemeindung ein wirtschaftlich bedeutender Ort, der sich eine Selbstständigkeit wohl noch hätte leisten können
Doch da die Oberacherner schon damals wirtschaftlich dachten, entschlossen sie sich schließlich zu einer dauerhaften Verbindung mit der dann Großen Kreisstadt Achern. Denn im Falle einer Eingemeindung winkten, so erinnert sich Bernhard Tisch, stattliche Zuschüsse wie etwa für Kanalisation oder Straßenbau, die ansonsten verfallen wären.
Doch leicht taten sich auch die Oberacherner nicht damit, ihre Selbstständigkeit aufzugeben.
So stimmte etwa bei einer der damals eigens einberufenen Bürgerversammlungen in einer provisorischen Abstimmung eine knappe Mehrheit gegen die Eingemeindung. Ein Votum, dem dann der Oberacherner Gemeinderat unter dem Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Franz Stockinger aber nicht folgte, so dass aus dem Ort ein Acherner Stadtteil wurde.
Ein Ereignis, das alles in allem »in relativ ruhigen Bahnen verlaufen ist«, resümiert Bernhard Tisch, der ab 1965 in Oberachern und dann bis 1993 in Achern als CDU-Gemeinderat aktiv war. Mit ihm und anderen Räten wechselte auch Oberacherns damaliger Bürgermeister Franz Stockinger ins Acherner Rathaus, allerdings als Beigeordneter. Dort arbeitete dieser eng mit dem damaligen Oberbürgermeister Winfried Rosenfelder zusammen, der in den heutigen Stadtteilen für den Zusammenschluss warb.
Unbegründete Angst
Kritisiert wurde seither jedoch oft, dass Oberachern mangels einer entsprechenden Ortsverfassung keinen eigenen Ortschaftsrat habe. So war Oberachern in den städtischen Gemeindeorganen nur mit den gewählten Räten vertreten, worauf vor rund zwei Jahren mit der Schaffung eines Ortsrates reagiert wurde. Bereits viele Jahre davor hat sich gezeigt, dass andere anfängliche Ängste unbegründet waren. »Entgegen früherer Bedenken ist der kulturelle Teil in Oberachern geblieben«, stellt Bernhard Tisch mit Blick auf heutige attraktive Vereinigungen wie Heimat- und Verschönerungs- sowie Turn- oder Musikverein, Narren oder Kirchenchor und etliche andere fest.
Was ihm persönlich nicht immer so gefällt, ist die bauliche Entwicklung des Ortes. So gebe es im Kernbereich zu viele Baulücken und auch viele ehemals bedeutende Betriebe seien längst Vergangenheit.
Doch das sei keine Folge der Eingemeindung, über die Bernhard Tisch für sich ein klares Fazit zieht: »Besser könnte man vieles machen, wenn es nicht ums Finanzielle ginge, aber wir fühlen uns nicht benachteiligt.«
Bernhard Tisch hat als Gemeinderat zuerst in Oberachern und dann in Achern die Eingemeindung und ihre Folgen für die Ortschaften miterlebt.
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