Schnee belebt das Geschäft

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Winterliches Wetter hat Umsätze im Einzelhandel verbessert / Beim Schenken wird auf Qualität geachtet

Das Weihnachtsgeschäft verlief für die Einzelhändler Oberkirchs besser als im vergangenen Jahr. Gefragt war alles, was wärmt und die eigenen vier Wände gemütlich und schön gestaltet. Die Buchhändler spürten hingegen die Konkurrenz des Internethandels.

 

Die Einzelhändler im Renchtal haben das Weihnachtsgeschäft sehr unterschiedlich erlebt. Reinhard Bosch, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Bad Peterstal-Griesbach, spricht von einem leichten Rückgang zum Vorjahr, der ortsbedingt sei Die Kur- und Tourismusgemeinde leidet grundsätzlich unter Kaufzurückhaltung. Im vorderen Renchtal waren die Erfahrungen hingegen überwiegend positiv. Im Kaufhaus Peters, im Haushaltswarengeschäft Rauch und Sport Sester in Oberkirch sowie im Schuh- und Sportgeschäft Hodapp in Oppenau herrscht große Zufriedenheit über den Umsatz. Er sei höher als im vergangenen Jahr.
Durch den frühen Winterbeginn Anfang Dezember gehen besonders oft Wintersportartikel, warme Kleidung und warme Schuhe über den Ladentisch. »Der Anteil der Bedarfskäufe ist sehr hoch«, so die Erfahrung von Stephan Hodapp. Keiner der Einzelhändler weiß zu sagen, wie hoch der Anteil der Ware ist, der dem Eigenbedarf dient, und wie hoch der Anteil, der als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum landet. So wird das Wintersortiment immer dann besonders interessant, wenn es draußen knackig kalt ist. Und das ist erfahrungsgemäß rund um Weihnachten. Der Umsatz zieht ab Anfang Dezember an und wird in den letzten zwei Wochen vor Weihnachten besonders stark, so die Erfahrung der Einzelhändler. Neben winterlichen Artikeln sind auch andere Waren gefragter als sonst.
Markenbewusst
So konnte das Haushaltswarengeschäft Rauch in allen Sortimenten »gut verkaufen«, ob unter der Rubrik Haushaltswaren, Tischkultur, Geschenkartikel, Schmuck oder Taschen. In der Gunst ganz oben lagen Fondue- und Raclette-Sets sowie Dekos. Dabei fiel der Geschäftsführerin Alexandra Rauch ein vermehrtes Markenbewusstsein auf. Eine Erfahrung, die auch Bernd Peters vom Kaufhaus Peters bestätigt. »Die Geschenke werden sehr gezielt gekauft, wobei die Qualität eine immer größere Rolle spielt«, betont er. Besonders gerne griffen die Kunden neben warmer Kleidung nach Spielwaren, Uhren und Schmuck. Die winterlichen Verhältnisse hätten das Geschäft belebt, auch wenn sich an manchen, eisigen Tagen nicht jeder auf die Straße traute.
Dafür liefen, so wie auch im Hause Hodapp, die Geschäfte an den anderen Tagen besonders gut. Stephan Hodapp glaubt, dass die weihnachtliche Atmosphäre mit Schnee und Lichterglanz in den Straßen Lust aufs Einkaufen machten: »Die weiße Umgebung hat sich positiv auf die Stimmung ausgewirkt.«
Das glaubt auch Jög Sester vom gleichnamigen Sportgeschäft: »Wir profitieren vom Wetter mehr als von der wirtschaftlichen Lage.« Sester spricht in der Gegenwart, denn das Weihnachtsgeschäft läuft für die Einzelhändler noch bis Ende dieser Woche. Jetzt werden Gutscheine geltend gemacht, Geschenke umgetauscht oder Geldgeschenke ausgegeben. Und auch der Umstand, dass viele Renchtäler Urlaub haben und damit Zeit, durch die Geschäfte zu schlendern, stärkt den Umsatz. Auch Urlaubsgäste zeigen sich kauffreudig.
Der Schaden durch den Internet- und Großhandel hält sich bei den meisten Einzelhändlern in Grenzen. »Die Leute haben Vertrauen in den Einzelhandel gewonnen«, ist Stephan Hodapp überzeugt. Neben der Qualität seien dem Kunden auch guter Service und Beratung wichtig.
Mit der Qualität ihrer Bücher können die Buchhändler nicht trumpfen. »Die Konkurrenz im Internethandel macht sich bei uns bemerkbar«, bedauert Georg Börsig von der Oberkircher »Bücherinsel«. Es sei ein deutschlandweiter Trend. Auch die Grimmelshausen-Buchhandlung musste Umsätze einbüßen. Das Winterwetter hat die Misere der lokalen Buchhändler noch verstärkt. Je schmuddeliger das Wetter vor der Tür, desto eher wird vom warmen Sofa aus bestellt, weiß Börsig.
Verlässlich bestellt
Dabei können die Buchhandlungen bei fast allen Wünschen garantieren, dass das Buch am Folgetag nach Bestellung vorliegt. »Trotz schlechter Straßenverhältnisse hatten wir keinerlei Probleme mit dem Nachschub«, betont Gabriele Maier von der Grimmelshausen-Buchhandlung. Selbst an Heiligabend trafen die Wunschtitel ohne Komplikationen ein.
Ein beliebtes Weihnachtsgeschenk, das nicht mit dem Lkw eintraf, war in der Bücherinsel das lokale historische Werk »Werte bewahren – Kleindenkmale in Oberkirch«.

HINTERGRUND
Pro Haushalt 342 Euro
Laut einer Studie des Centre for Retail Research lagen in diesem Jahr in jedem Haushalt Geschenke im Wert von 342 Euro unter den Baum. Rund ein Fünftel davon (70 Euro) wurde im Internet ausgegeben. Insgesamt soll der Online-Weihnachtsumsatz um 17,3 Prozent gestiegen sein, rechnet die Studie vor.
Der Branchenverband Bitkom hat ermittelt, dass mittlerweile rund 22 Millionen Deutsche zumindest teilweise den Wunschzettel am heimischen PC abarbeiten, anstatt in der weihnachtlich geschmückten Innenstadt die Geschäfte abzuklappern. Das sind 57 Prozent mehr als im letzten Jahr. Weitere 17 Millionen spielten mit dem Gedanken, online zu shoppen.

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Das Weihnachtsgeschäft läuft für die Händler noch bis Ende dieser Woche. Zahlreiche Beschenkte lösen ihren Gutschein ein oder geben ihr Geldgeschenk aus.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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