»Run auf Ehrenämter ist nicht allzu groß«
Horst Öhler über die Pfarrgemeinderatswahl, Motivationen und Kooperationen in der Seelsorgeeinheit
Eine arbeitsreiche Amtszeit liegt hinter den Erlacher Pfarrgemeinderäten. Am Sonntag wird ein neues Gremium gewählt. Dessen Aufgaben-Schwerpunkte sieht Horst Öhler künftig auf der pastoralen Ebene.
Ω Am Sonntag wird ein neuer Pfarrgemeinderat gewählt Mit welcher Wahlbeteiligung rechnen Sie?
Horst Öhler: Es wäre schön, wenn wir durch eine gute Wahlbeteiligung erfahren dürften, dass unsere Arbeit in den zurückliegenden fünfeinhalb Jahren geschätzt und anerkannt wurde.
Ω Wie war die Beteiligung bei der letzten Wahl?
Öhler: Sie lag bei 40,1 Prozent, also ein recht guter Wert.
Ω Wie versuchen Sie die Erlacher Katholiken für den Urnengang zu motivieren?
Öhler: Ich habe unter anderem bei der Kandidatenvorstellung betont, dass eine gute Wahlbeteiligung für uns zum einen eine Bestätigung der bisherigen Arbeit ist, zum anderen Motivation für die bevorstehenden Aufgaben. Darüber hinaus versuche ich immer wieder klarzumachen, dass wir die Chancen, einen eigenen Pfarrgemeinderat wählen zu dürfen, nutzen sollten, solange es diese Möglichkeit gibt.
Ω Welche Vorteile bringt ein eigenes Gremium?
Öhler: Dadurch ist es möglich, trotz der erforderlichen und wichtigen Kooperation innerhalb der Seelsorgeeinheit, die kirchlichen Geschicke vor Ort weitgehendst noch selbst gestalten zu können. Wie lange dies noch möglich ist oder ob nach dieser Amtszeit nur noch das Modell des Gesamtpfarrgemeinderates zur Disposition steht, bleibt abzuwarten. Durch eine gute Wahlbeteiligung könnte der Anspruch auf ein eigenes Gremium vor Ort nachhaltig dokumentiert werden.
Ω War es schwierig, Kandidaten zu finden?
Öhler: Es war wahrlich nicht einfach
Der Run auf das Ehrenamt ist heutzutage nicht allzu groß, da machen kirchliche Ehrenämter keine Ausnahme. Immerhin haben wir den Status erreicht, dass wir mit neun Kandidaten eine Person mehr gewinnen konnten, als wählbar sind. Aus dem bisherigen Pfarrgemeinderat kandidieren außer einer Person wieder alle, zwei Neukandidaten haben wir hinzugewonnen. Von der Berufsstruktur sind wir bestens durchmischt.
Ω Wer scheidet aus?
Öhler: Mit Annette Schneider verlieren wir eine sehr zuverlässige und engagierte Pfarrgemeinderätin, die nach zehn Jahren eine Pause einlegen möchte. Sie versah in all den Jahren mit großer Sorgfalt das Amt der Schriftführerin.
Ω Wie viele Helfer sind am Wahlsonntag im Einsatz?
Öhler: Unser Wahlvorstand Herbert König hat fünf Wahlhelfer im Einsatz.
Ω Welche Aufgaben waren in der zurückliegenden Amtsperiode zu bewältigen?
Öhler: Eine Menge, da wir einige Großprojekte durchzuführen hatten. Da war zunächst einmal der Orgelneubau mit Einweihung 2001, im Jahr zuvor haben wir neben der Kirche im Haus Biehlman einen Jugendraum eingerichtet. Zum 1. Januar 2002 wurde die Seelsorgeeinheit Renchen-Ulm-Erlach gegründet und im gleichen Jahr wurde in Bauträgerschaft der politischen Gemeinde die große Außenrenovation unserer Kirche durchgeführt. Der absolute Höhepunkt aber war natürlich die Primiz unseres Neupriesters Jürgen Schindler an Pfingsten 2004. Fast ein Jahr Vorbereitung mit über 2500 Helferstunden hat die Dorfgemeinschaft hierfür investiert.
Ω Was erwartet das neue Gremium?
Öhler: Die Aufgaben lassen wir auf uns zukommen. Die Schwerpunkte, so denke ich, werden mehr auf der pastoralen Ebene liegen. In diesem Zusammenhang werden die kürzlich für das gesamte Erzbistum erschienenen »Pastoralen Leitlinien« auch für uns wichtige Impulse bringen, die es aufzugreifen, zu sondieren und auf unsere Verhältnisse abgestimmt zu realisieren gilt.
Stimmabgabe
Bei der Pfarrgemeinderatswahl in Erlach können die wahlberechtigten Katholiken im Jugendraum, direkt neben der Kirche, ihre Stimme abgeben. Das Wahllokal ist am kommenden Sonntag, 13. November, von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Auch Briefwahl ist möglich. Die dafür erforderlichen Wahlunterlagen können bis zwei Tage vor der Wahl beim Wahlvorstand Herbert König in der Ortsverwaltung angefordert bzw. abgeholt werden.
Die neun Erlacher Kandidaten: Josef Biehlman, Agnes Eckenfels, Hans-Jürgen Sander, Ilse Doll, Erwin Schindler, Maria Stech, Thomas Kräßig, Horst Öhler und Bianka Schindler.