Rückweg der Lachse endet am Müllener Wehr

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Jungfische in der Rench ausgesetzt / Anglervereine rufen zum Umbau auf

Knapp 7000 Junglachse haben das Regierungspräsidium Freiburg und die IG Rench in Rench und Ödsbach ausgesetzt. Für die Wanderung der Fische Richtung Meer und zurück erkennen die Angelsportvertreter jedoch ein Hindernis: das Müllener Wehr.

 

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/14822_1.jpgFrüher war die Rench ein Lachsfluss. Um den Fisch wieder heimisch zu machen, haben EU und Regierungspräsidium Freiburg nicht nur die Fischtreppen am Rhein in Gambsheim und Iffezheim geschaffen. Seit 2006 werden jährlich in der Rench 6000 bis 7000 Junglachse ausgesetzt
Mit ein bis drei Jahren wandern sie Richtung Meer, um später zum Laichen in ihre Heimatgewässer zurückzukehren. Mit ihrer Rückkehr sei bald zu rechnen. Doch der Rückweg ende vorzeitig, so die IG Rench. »Das Müllener Wehr riegelt die Rench förmlich ab und verhindert einen Fischaufstieg«, bilanzieren IG-Sprecher Klaus Jülg (Erlach) und sein Stellvertreter Werner Schmiederer (Oppenau) und Schriftführer Hermann Huber (Lautenbach).
In der Interessengemeinschaft haben sich acht Angelvereine und private Fischpächter zusammengeschlossen. Nach Meinung der IG Rench hätten die Müllener Wehrgenossen eine einmalige Chance vertan, als sie 2006 den Umbau des Wehres auf Kosten des Landes und der EU ablehnten.
Streitpunkt war die Restwassermenge, die nach dem Wehr in der Rench verbleibt. Ein Umbau des Wehres steht weiter aus, auch wenn es ein neues Gutachten gibt (siehe Hintergrund).
Mehr Durchfluss in die Rench bedeutet weniger Wasser im Müllener Kanal, an dem die Mühlen und Kraftwerke der Genossen stehen. Die IG appelliert nun an die Genossen, das Wehr umzubauen und mehr Wasser im Fluss zu belassen: »Der Umbau nutzt nichts, wenn die Fischtreppe trocken ist«, so Huber. Es solle so viel Wasser verbleiben, dass die Tiere keinen Schaden nähmen, so Jülg. Problematisch wird die Situation laut den Anglern in trockenen Sommern

2003 sei fast die gesamte Fischpopulation in der Rench bei Stadelhofen verendet, weil sich das Restwasser stark erwärmte und viele Algen wuchsen. Viel Lob haben die IG-Vertreter für die Renaturierung der Rench parat. Wanderungshindernisse zwischen Oberkirch und Lautenbach wurden beseitigt. »Das ist insgesamt eine erhebliche Aufwertung«, so Hermann Huber. Doch ohne den Umbau des Müllener Wehrs könne sie nicht greifen.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/14822_1.jpgBiologe Klaus Blasel (links) und Hermann Huber von der IG Rench haben 1000 Junglachse in Ödsbach sowie 2500 in der Rench bei Hubacker und 3500 bei der Neuensteinhalle ausgesetzt.

 

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Veröffentlicht in Erlach

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