205 Hindernisse für Fische beseitigt

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Rench auf neun Kilometern auch bei Niedrigwasser für Fische durchgängig / 320 000 Euro investiert

Die Rench ist vom Koehlerwehr in Lautenbach bis zum Müllener Wehr wieder durchgängig für Fische. Das Regierungspräsidium Freiburg hat Schwellen und Abstürze abgebaut.

 

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/14832_1.jpg1000 Euro pro Schwelle und 24 000 Euro je Absturz haben sich die EU und das Regierungspräsidium Freiburg (RP) die Umgestaltung der Rench zwischen dem Müllener Wehr und dem Koehlerwehr kosten lassen Da dort auf einer Strecke von neun Kilometern 200 Sohlschwellen und fünf Abstürze zu bewältigen sind, kam der Betrag von 320 000 Euro zustande.
Das bisherige Flussbett der Rench, die Sohle, war zum einen »monoton«, fasst Bernhard Burkart, Leiter des Referates Gewässer I. Ordnung beim RP, zusammen. Zum anderen war sie ein Hindernis für Fische: »Sie können bei Niedrigwasser nicht über die Schwellen schwimmen.« Burkarts Abteilung ist für Planung und Hochwasserschutz an der Rench und damit auch für den Umbau zuständig. Nach dem Ausbau der Rench im 19. Jahrhundert seien »fast keine gewässertypischen Strukturen« mehr vorhanden gewesen, so Burkart. Am ehesten hätten noch Kies und Steine der natürlichen Zusammensetzung entsprochen. Durch Störsteine und Kurzbuhnen wurde die Struktur nun verbessert und zugleich Hindernisse beseitigt (siehe Stichwort).
Zehn Monate Bauzeit
Baubeginn war im Herbst, nach zehn Monaten Bauzeit sind die Arbeiten nun abgeschlossen worden – mit der Folge, dass Lachse und andere Fische wieder ungehindert im sanierten Bereich wandern können. Schon zuvor waren am Oberen Wehr, wo der Oberkircher Gewerbekanal abzweigt, und am Bauerndeichwehr Fischaufstiege gebaut worden. Das »Konzept zur Verbesserung der Voraussetzungen für den Wiederaufbau eines Lachsbestandes im Renchsystem« war der Grund für die Arbeiten. Seit 2006 werden zudem jährlich Junglachse in der Rench ausgewildert (die ARZ berichtete)

Mit den Umbaumaßnahmen ist das Projekt aber noch längst nicht abgeschlossen. Zum einen plant das RP weitere Renaturierungsprojekte in Oppenau und Erlach (siehe Hintergrund). Und nicht nur das. »Damit die bisher ausgeführten Maßnahmen ihre volle Wirksamkeit entfalten können, müssen jedoch noch weitere Bauwerke in der Rench durchgängig gestaltet und der Rench auch in den Ausleitungsstrecken genügend Wasser belassen werden«, so Burkart. »Hier sind auch die Wassernutzer an der Rench gefordert.«

HINTERGRUND
Neue Projekte an der Rench
Das Regierungspräsidium Freiburg plant schon die nächsten Projekte an der Rench: In Erlach soll auf einer Seite der Renchdamm entfernt, in Oppenau sollen kleinere Wehranlagen saniert werden.
Durch die Umgestaltung im Renchener Ortsteil soll die Rench eine 600 Meter lange und bis zu 150 Meter breite Entwicklungsfläche gewinnen. Sie kann überflutet werden. Die Maßnahme diene sowohl dem Hochwasserschutz als auch der Gewässerentwicklung, so Bernhard Burkart, Leiter des Referates Gewässer I. Ordnung beim Regierungspräsidium Freiburg. Auf 500 000 bis 600 000 Euro beziffert er die Kosten. Das meiste fällt für Grunderwerb an. Das abgetragende Dammmaterial kann an anderer Stelle wiederverwendet werden.
Während das Projekt in Erlach schon planfestgestellt ist und 2009 realisiert werden soll, gibt es für Oppenau noch keine Kalkulation. Burkart rechnet mit Kosten von 100 000 Euro je Wehr. pak

STICHWORT
Beseitigung von Schwellen und Abstürzen
An den ebenen Sohlschwellen der Rench war bei niedrigem Wasserstand das wenige Wasser zwischen Steinlücken durchgesickert, ohne dass Fische hindurchwandern konnten. Sie saßen in den Wasserbecken zwischen den Schwellen fest.

urch die neue Gestaltung, so Bernhard Burkart, ist auch bei Niedrigwasser ein durchgängiger Wasserfluss gegeben, so dass die Fische von Becken zu Becken gelangen können. Die Rench hat in der überwiegenden Zeit des Jahres Niedrigwasser.

Die vorhandenen Renchabstürze, die teilweise bis zu anderthalb Meter hohe Hindernisse darstellten, waren für die Fische auch bei höherem Wasserstand nicht zugänglich. Nach dem Umbau können die Fische nun den Höhenunterschied überwinden.

An Rampen wurden mehrere Querriegel errichtet und das große Gefälle in mehrere kleinere Stufen mit viel geringerem Höhenunterschied aufgelöst. Um dieses Problem zu lösen, musste das RP bei Lautenbach zeitweise das Flussbett verlegen.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/14832_1.jpgFischereiaufseher Felix Künemund und Bernhard Burkart, Leiter des Referates Gewässer I. Ordnung beim Regierungspräsidium Freiburg, haben den Umbau der Sohlschwellen in der Rench begleitet. Unser Bild entstand in Lautenbach

 

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Veröffentlicht in Erlach

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