Regierungspräsidium beginnt Deichrückbau an der Rench bei Erlach

Veröffentlicht auf von Regierungspräsidium Freiburg

Zukunftsweisender Hochwasserschutz nützt auch dem Lebensraum

 

Mit der jetzt beginnenden Maßnahme werden an der Rench oberhalb Erlach 65.000 m³ Retentionsvolumen zurückgewonnen und der Rench wieder ein Stück ihres ursprünglichen Entwicklungsraums zurückgegeben. Im ersten, jetzt begonnenen Bauabschnitt wird bis November der gesamte rechtsseitige Deich, in Fließrichtung betrachtet, auf einer Länge von 700 Metern abgetragen und mit der Renchumgestaltung begonnen. Im zweiten Bauabschnitt wird dann ab Mai 2011 mit dem weiteren Abtragsmaterial der linksseitige Deich zur Verbesserung des Hochwasserschutzes von Erlach verstärkt und erhöht . Danach werden die Rench und die neue Überflutungsfläche weitgehend der natürlichen Sukzession überlassen, es kann sich wieder eine naturnahe Flussaue entwickeln.

Die Rench wurde bereits im 19. Jh. zu einem trapezförmigen Abflussgerinne mit Uferdeichen ausgebaut und so Ortslagen und Feldflure vor Hochwasserschäden weitestgehend geschützt. Der vormals geschwungene Flusslauf verlor an dieser Stelle dadurch seinen durch Kiesbänke, Kolke, Tiefrinnen, Ufergehölze und Auenstrukturen gekennzeichneten natürlichen Charakter.

„Die EU-Wasserrahmenrichtlinie verlangt, auch in eingedeichten Flussabschnitten insbesondere zur Aufwertung der Fischlebensräume ökologische Verbesserungen durchzuführen. Mit dem Rückbau der monotonen Deichlinie auf einer Länge von 700 m, wie sie jetzt in Angriff genommen wurden, gewinnen wir Teile der ursprünglichen Flusslandschaft zurück. Die Rückgewinnung von natürlichem Retentionsraum bewirkt außerdem einen wesentlich verbesserten Hochwasserschutz für Erlach“, beschreibt Bernhard Burkart, zuständiger Referatsleiter im Regierungspräsidium Freiburg, die Ziele der Baumaßnahmen. Weiterer Effekt: Diese ökologische Gewässerentwicklung ist ein wesentlicher Schritt zur Wiederansiedlung des Lachses in der Rench, zumal die Rench im Programm der Internationalen Konferenz zum Schutz des Rheines (IKSR) für die Wiederansiedlung von Wanderfischarten ausgewiesen ist. Derzeit bietet sie nur sehr eingeschränkt geeigneten Lebensraum für den Lachs und die Leitfischart Äsche, sowie für die Begleitarten Nase und Bachforelle; das soll sich nun ändern.

Die 700 m lange Projektstrecke ist für einen Deichrückbau besonders geeignet, denn die hinter dem Hochwasserdeich liegende Fläche kann bis zur natürlichen Begrenzung durch die Hangkante bei der Umgestaltung komplett einbezogen werden.

Das bestehende Bett entlang des linken Uferdeiches wird teilweise zugeschüttet und der Gewässerlauf in Richtung Hangseite verschwenkt. Eine 30 m lange, massive Buhne lenkt den Hochwasserabfluss zudem auf die rechte Auenseite, die zum großen Teil auf ein Niveau von 1 m über Flusssohle abgegraben wird. Die Eigendynamik des Flusses wird zu einem vielgestaltigen geschwungenen Bett mit stark unregelmäßiger Sohle führen; bei entsprechender Wasserführung entwickelt sich hier wieder eine natürliche Flusslandschaft. Nur an wenigen Stellen pflanzt man Gehölz, es wird sich im Auengelände ein natürlicher Aufwuchs entwickeln.

„Bis zum Abschluss der Baumaßnahme lassen wir rund 30.000 m³ Erdmaterial unterschiedlicher Zusammensetzung abfahren und an anderer Stelle für Deichsanierungen oder andere Wasserbauvorhaben Kosten sparend wieder verwendet; weitere 11.000 m³ Erdmaterial werden umgelagert. Durch die Maßnahme entstehen ca. 65.000 m³ Retentionsraum. Die Baukosten werden mit Grunderwerb und Planungskosten rund 700.000 € betragen; wir bekommen aber etwa 300.000 € aus einem EU-Fördertopf zur Wiederansiedlung des Lachses“, fasst Bernhard Burkart die Projektrahmendaten zusammen.

 

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Veröffentlicht in Erlach

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