»Projekt Renchtal« wartet noch auf Starthilfe aus Freiburg
Kreis plant fünf Straßenbauprojekte rund um Stadelhofen / Finanzierung hängt von Zuschuss ab
Der Kreis hat Geld für den Ausbau von Radwegen und Straßenkreuzungen im Bereich rund um Stadelhofen zur Verfügung gestellt. Doch das Projekt Renchtal, das drei Gemeinden und fünf Teilorte betrifft, kann erst begonnen werden, wenn auch das Land Geld zuschießt.
Der Name hätte für die Tourismuskooperation ebenso getaugt wie für ein Biotopvernetzungsmodell: »Projekt Renchtal.« Ein Hinweis, worum es sich handelt, gibt das Zahlenwerk, in dem der Name aufgeführt wird: der Kreisstraßenhaushaltsplan 2009/10 Hinter dem Projekt verbergen sich fünf Baumaßnahmen im Bereich Stadelhofen und Nachbargemeinden.
Entlang der Kreisstraße (K 5304) zwischen Appenweier und Zusenhofen soll ein Rad- und Gehweg gebaut werden.
Die östliche Zufahrt
(K 5304) von Stadelhofen zur
L 89 soll ausgebaut werden. Das gilt auch für den Knotenpunkt, an dem beide Straßen aufeinandertreffen. Den Lkws soll so die Einfahrt erleichtert werden.
Einen Rad- und Gehweg soll ab dem Stadelhofener Friedhof auch die Straße, der nördliche Ast der K 5304 Richtung Ulm, erhalten. Er soll über den Kreisverkehr hinaus verlängert werden bis zum Abzweig der neuen Trasse zum Gewerbegebiet Ulm.
Jene Querverbindung zwischen K 5304 und L 88 ist ebenfalls neu vorgesehen. Sie soll dem Schwerlastverkehr den Weg ums sogenannte Stiegeler Eck am Ulmer Ortseingang ersparen. Dort treffen drei Straßen, die K 5305 aus Richtung Erlach, die K 5304 aus Stadelhofen und die L 88 aus Richtung Haslach aufeinander. Lkws können dort laut Sitzungsvorlage nur durch mehrmaliges Rangieren von der K 5304 auf die L 88 einbiegen.
Vom Kreisverkehr am Erlacher Kreuz bis zur Ulmer Ortseinfahrt soll ebenfalls ein Radweg ausgebaut werden. Über den Ansenbach wird eine neue Brücke gebaut.
In der Vorlage des Kreises wird die Möglichkeit erwähnt, dass für den Schwerlastverkehr von der L 89 Richtung Stadelhofen und umgekehrt eine Einbahnstraßenregelung gelten soll
Laut Oberkirchs OB Matthias Braun ist das aber »nur ein Vorschlag«. Die genaue Verkehrsführung müsse noch vor Ort besprochen werden. Die Maßnahmen des Projekts hält er für eine Verbesserung, die nicht unmittelbar mit der Umfahrung zu tun haben. Bis sie realisiert sind, bleibt für den Verkehr alles beim Alten.
Neue Perspektiven könnte das Projekt Renchtal für die Verkehrslenkung eröffnen, bis die Umfahrung gebaut ist. Dann könnten die Lkws über die B 28 und Zusenhofen hin zu PWO gelenkt werden und über die L 88 und Oberkirch zurück auf die B 28. Für Braun steht diese Art der Verkehrsverlagerung frühestens dann zur Debatte, wenn das Projekt Renchtal umgesetzt ist. Bisher sei sie an den baulichen Gegebenheiten gescheitert.
Noch ein bisschen warten
Bis es so weit ist, vergeht wohl noch ein bisschen Zeit. Kreis-Sprecher Christian Eggersglüß geht nicht davon aus, dass es sich im kommenden Jahr komplett realisieren lässt: »Wir sind in einem frühen Stadium der Planung. Wenn’s gut läuft, können wir 2010 mit dem Projekt beginnen.« Startvoraussetzung ist grünes Licht seitens des Regierungspräsidiums Freiburg: Es soll über das Entflechtungsgesetz 2,2 Millionen Euro der 3,5 Millionen Euro Baukosten finanzieren. 2009 gab es keine Zusage. Der Kreis stellt 2009/10 1,15 Millionen Euro bereit, 181 000 Euro sollen die Gemeinden tragen.
Fünf Straßenbaumaßnahmen verbergen sich hinter dem »Projekt Renchtal«. Sie sollen 2009/10 auf den Weg gebracht werden.