Hauch von Fasent umgibt Weinfest
Umzug ist Besonderheit des Jubiläums-Programms / Polizei setzt auf bewährtes Sicherheitskonzept
Das 60-jährige Bestehen des Weinfestes feiert die Stadt Oberkirch am 6. September mit einem Ereignis, das man sonst nur von Fasent kennt: einem Umzug. Er stellt die größte Veränderung im Programm dar. Repräsentiert wird der Rebensaft in diesem Jahr von Weinprinzessin Tatjana Haas aus Tiergarten.
1949 war ein Jahr des Neuanfangs. Das Grundgesetz wurde verabschiedet, die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Und in Oberkirch
initiierte Bürgermeister Erwin Braun, damals gerade ein Jahr im Amt, das erste Renchtäler Wein- und Volksfest
»Erwin Braun war wichtig, dass Anstrengungen unternommen werden, um die wirtschaftliche Not zu lindern«, so Brauns Nach-Nachfolger, OB Matthias Braun. Um die Wirtschaft und das kulturelle Leben zu fördern und die Stadt touristisch zu vermarkten, organisierten Gemeinderäte, Bürger und Vereine gemeinsam die neue Veranstaltung.
Den Geist des ersten Weinfestes von 1949 kann man laut dem OB auch 60 Jahre später noch spüren. Er belegte diese These gestern bei einer Pressekonferenz: »Damals haben sich Gemeinderäte, Vereine und Bürger zusammengetan«, um das Fest zu organisieren. Dieser Gemeinsinn sei auch heute noch festzustellen – ganz besonders beim Weinfestumzug am Sonntag, 6. September, mit dem die Stadt das 60-jährige Bestehen feiert.
Ab 13.30 Uhr ziehen 55 Gruppen, darunter 25 Motivwagen, durch die Innenstadt. »Dass sich so viele beteiligen, zeigt die hohe Identifikation mit Oberkirch und dem Renchtal«, so der Oberbürgermeister. Auch Oppenau, Lautenbach, Erlach, Ulm und Nesselried stellen einen Wagen. 20 000 bis 25 000 Besucher erwartet Hauptamtsleiter Hermann Brüstle. Sie können die Fahrzeuge nach dem Spektakel auch in der Eisenbahnstraße aus der Nähe betrachten. Dort löst sich der Umzug auf.
Die Straßenveranstaltung, welche die Stadt mit 25 000 Euro für Material und Sicherheit unterstützt, ist das herausragende Ereignis beim Weinfest. Der Winzernachmittag fällt stattdessen aus. Neu ist auch die Ü 30-Party am Freitag, 4. September, ab 20 Uhr, im Festzelt. Ansonsten vertraut die Stadt dem bewährten Programm. Das gilt auch für das Sicherheitskonzept. Security ist im Einsatz. Die Polizei baut wieder die mobile Wache am Festplatz auf und setzt bei uneinsichtigen Auffälligen auf Platzverweise. »Das hat sich sehr bewährt«, stellt Klaus Britz, der Leiter des Polizeipostens klar.
Am Herzen liegen ihm auch Jugendschutzkontrollen. »Wir werden darauf achten, was die jungen Leute trinken.« Mit Kontrollen müssen auch die Autofahrer rechnen. In den letzten Jahren habe es allerdings nur »sehr, sehr wenige Trunkenheitsfahrten im Bereich des Weinfestes gegeben«.
Augenmerk auf Kreuzung
Ein Hauptaugenmerk beim Umzug wird die Polizei gemeinsam mit Ordnern von Feuerwehr und Narrenzunft auf den Knotenpunkt Renchallee/Raiffeisenstraße legen. Jene Kreuzung müssen die Zuschauer passieren, die von der Innenstadt aufs Festgelände wollen. Sie könnten situativ durchaus Vorfahrt haben. »Eventuell müssen wir hin und wieder den Verkehr anhalten«, kündigt Britz an.
STICHWORT
Parken beim Weinfestumzug
Nicht als Parkfläche zur Verfügung steht den Weinfestbesuchern die Tiefgarage am Marktplatz. Laut OB Matthias Braun ist der alte Berich der Tiefgarage bis zum Fest noch nicht zugänglich, der neue für Dauerparker reserviert.
Am Weinfestsonntag fallen auch die Abstellmöglichkeiten beim Bahnhof, Rathaus und Feuerwehrhaus weg, weil die Eisenbahnstraße gesperrt und für die Umzugswagen reserviert ist.
Allerdings können Autofahrer am Festsonntag mehrere Firmenparkplätze nutzen. Es gibt Parkeinweiser. »Und die Ortenau-S-Bahn hat die Zahl der Wagen aufgestockt«, so Braun.
Stießen auf ein gelungenes Oberkircher Weinfest 2009 an: OB Matthias Braun, die künftige Weinprinzessin Tatjana Haas, die Leiterin des Tourismusbereichs, Nicole Singler, und Hauptamtsleiter Hermann Brüstle.