Name verhalf zum Ehrenbürger
Vor 150 Jahren zog der Ehrenbürger und Oberst »Ignaz Oppenauer« ins Renchtalstädtchen
In Oppenau wurde bisher an fünf Personen die Ehrenbürgerschaft verliehen. Der erste Ehrenbürger war Oberst Ignaz von Oppenau. Vor 150 Jahren ließ er sich im Renchtalstädtchen nieder und von den Bürgern verwöhnen. Ihm wurde sogar ein Schlösschen errichtet.
»Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Leute«, sagt man Das trifft genau die bemerkenswerte Geschichte, wie die Familie Oppenauer von Österreich nach Oppenau und die Stadt zu ihrem Edlen von Oppenau und ersten Ehrenbürger kam: Der Altbürgermeister und Kaufmann Anton André hatte in der »Temeswarer Zeitung« vom 16. November 1859 von der ehrenvollen Verabschiedung eines Herrn Oberst Ignaz von Oppenau aus den Diensten des kaiserlich-österreichischen Heeres gelesen.
Nur zwei Wochen später, in einem Brief vom 2. Dezember 1859, der von Bürgermeister Butsch, Anton André und Hauptlehrer A. Zimmermann unterschrieben ist, wurde dem Oberst »im Auftrag des Stadtmagistrats« das Angebot unterbreitet, er möge seinen Wohnsitz hierher verlegen, »so kommen wir in die angenehme Lage Euer Edlen das Ehrenbürgerrecht anbieten zu können«. Als Begründung heißt es, man dürfe aus dem Namen schließen, »dass der Sitz der Ahnen Euer Edlen Oppenauer gewesen und sich Euer Edlen Abstammung vielleicht auf die Freiherren von Friedberg dahier Bezug hat«, deren Geschlecht aber nach dem Brande des Schlosses Friedberg im Jahr 1615 (Stadtbrand) erloschen zu sein scheine. Wenn man dies liest, muss man tief durchatmen, denn einen Ortsadel hat es in Oppenau nie gegeben. Schon am 29. Dezember 1859 nahm Ignaz von Oppenauer das Angebot an und am 30. Januar 1860 antwortete die Stadt mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts. In der Urkunde lesen wir: »Ehrenbürgerrecht verliehen von dem Magistrat der Stadt Oppenau im Großherzogtum Baden seinem Hochwohlgeboren dem Herrn Ignaz Oppenauer Edler von Oppenau Kaiserlich Königlicher Österreichischer Oberst, Ritter des Großh. Toskanischen Militär Verdienst Ordens. Beschluss: Seinem Hochwohlgeboren dem Herrn Ignaz Oppenauer, Edler von Oppenau und dessen Nachkommen wird von dem unterzeichneten Stadtmagistrat hiermit das Ehrenbürgerrecht der Stadt Oppenau ertheilt. Oppenau, den 30. Januar 1860.«
Urkunde im Museum
Die Urkunde liegt im Heimatmuseum Oppenau aus, ebenso der Adelsbrief vom 30. April 1853, unterschrieben von seiner Kaiserlich Königlich Apostolischen Majestät Kaiser Franz Josef. Die Erhebung in den Adelsstand erfolgte auf Antrag für die treuen Dienste des Herrn Oberst Ignaz von Oppenauer. Am 8. September 1860 traf er mit seiner Familie in Oppenau ein, um hier fortan seinen Wohnsitz zu nehmen. In Oppenau wurde für die Familie eine Villa mit Gärten errichtet, das »Schlössle« in der heutigen Poststraße, und für die Landwirtschaft wurden Wiesen und Felder angekauft. Es darf angenommen werden, dass sich die Familie von Oppenauer in Oppenau wohlfühlte.
Oppenau erwies dem Oberst Ignaz Oppenauer aufgrund seines Namens die Würde der Ehrenbürgerschaft.
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