Streusalz mit Schattenseite
Vor zehn Jahren musste eine Trinkwasserquelle wegen erhöhten Chloridwertes geschlossen werden
In schneereichen Wintern müssen die Räumdienste im Renchtal verstärkt Streusalz auf den Straßen einsetzen. Das hat Auswirkungen auf die Umwelt. So musste vor zehn Jahren in Bad Griesbach die Dollen-
bergquelle wegen erhöhten Chloridwertes vom Netz genommen werden.
Der Einsatz von Streusalz hat schädliche Auswirkungen auf die Umwelt. Das wurde vor wenigen Wochen noch einmal von Gemeinderäten in Bad Peters-tal-Griesbach beim Besuch von Landrat Frank Scherer angesprochen Die Dollenbergquelle musste von der Gemeinde vor über zehn Jahren vom Netz genommen werden und steht für Trinkwasserzwecke nicht mehr zur Verfügung.
Ein Sprecher des Landratsamtes bestätigte, dass die Dollenbergquelle damals zeitweise erhöhte Chloridbelastungen wegen der Tausalzstreuung aufgewies. Genaue Analyseergebnisse lägen der Kreisbehörde dazu nicht vor. Gemäß der Trinkwasserverordnung beträgt der Grenzwert für Chlorid im Trinkwasser 250 mg/Liter.
Wert nicht überschritten
Im abgegebenen Trinkwasser sei dieser Wert noch nie überschritten, heißt es seitens des Kreises. Der zuletzt in Bad Griesbach gemessene Wert im Trinkwasser lag bei 13,7 mg/Liter. Ein Anstieg des Chloridgehaltes im Trinkwasser könne derzeit nicht festgestellt werden, kleinere Schwankungen seien möglich.
Außer der Dollen-
bergquelle mussten bisher keine weiteren Quellen im Ortenaukreis wegen eines überhöhten Salzgehaltes geschlossen werden. Bad Griesbachs Ortsvorsteher Ludwig Kimmig und die CDU-Sprecherin Melitta Hörr hatten beim Landratsbesuch zudem auf Schäden an Bäumen durch den Streusalzeinsatz hingewiesen.
Eine Information, die vom Amt für Waldwirtschaft in Offenburg nur bedingt geteilt wird. Von dort heißt es, es gebe »an den angrenzenden Flächen der B 28 keine außergewöhnlichen Schäden durch Streusalz«. Lediglich im Randbereich aller Straßen seien durch den Streusalzeinsatz gewisse Vegetationsschäden festzustellen. Weitere Auskünfte gibt es von der Gemeinde Bad Peters-tal-Griesbach, die Betreiber der öffentlichen Wasserversorgung ist. Insgesamt elf öffentliche Quellen versorgen derzeit die Einwohner mit Trinkwasser, vier davon liegen auf Gemarkung Bad Griesbach. Die Dollenbergquelle, die einst der Gemeinde gehörte, ist nach Auskunft von Bürgermeister Meinrad Baumann inzwischen verkauft worden.
Schäden an Bäumen
Keine Probleme gibt es mit den Quellen der Mineralwasserbetriebe. Im Rathaus, so Baumann, habe man keine Meldungen von Betrieben vorliegen, wonach in deren Quellen der Salzgehalt steige.
Wegen der Schäden an den Bäumen entlang der Straßen, in denen Salz gestreut wird, steht die Gemeinde laut Bürgermeister in Kontakt mit dem Regierungspräsidium Freiburg. Die Abteilung für Straßenwesen und Verkehr prüfe derzeit die Angelegenheit.
Positiv äußert sich der Rathauschef über die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt: »Das Amt für Wasserwirtschaft unterstützt Bad Peterstal-Griesbach in allen Fragen rund um die Trinkwasserversorgung.«
Bereit für den nächsten Einsatz ist dieses Räumfahrzeug. Doch die Verwendung von Streusalz hat negative Folgen für die Umwelt.
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