Mediathek-Förderverein: Gründung wurde vertagt

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Satzung soll zunächst überarbeitet werden / Formulierungen in der Kritik

Einen zweiten Anlauf zur Gründung des Fördervereins Mediathek müssen die Initiatoren nehmen. Grund: Die geplante Satzung kommt auf den Prüfstand und wird überarbeitet. Mitte Januar soll nun die Gründung des Vereins über die Bühne gehen.

 

Knapp 30 an der Gründung des Fördervereins Mediathek Interessierte waren am Mittwochabend in den Veranstaltungsraum der Mediathek gekommen, um das Vorhaben der Vereinsgründung zu unterstützen. Die Vorstellungen der Anwesenden deckten sich jedoch nicht mit denen der Initiatoren Als die Anwesenheitsliste zum Eintragen kursierte, sollte jeder Anwesende bekunden, ob er als Gast oder als Gründungsmitglied gekommen war. Das Ergebnis für die potenziellen Vereinsgründer war ernüchternd. Der Großteil outete sich als Gäste, wenige setzten ihr Kreuz bei den Gründungsmitgliedern.
Lothar Schroeder brachte es auf den Punkt: Die Teilnehmer seien im Glauben zu einer Informationsveranstaltung gekommen, um Ziele und Satzung kennenzulernen. In einer weiteren Zusammenkunft sollte dann die Gründung des Vereins erfolgen. Das war aber nicht im Sinne der Initiatoren, die die Satzung und Ziele durchackern wollten, um anschließend zur formalen Vereinsgründung und Wahl des Vorstandes zu schreiten. Als Grundlage der Satzung diente eine Mustersatzung, die juristisch abgesichert war.
Unter Paragraf 2 »Vereinszweck« stieß jedoch die Formulierung: »Die Vereinsarbeit zielt darauf ab, den Mediatheksnutzern eine Lobby gegenüber der Stadtverwaltung und den politischen Gremien zu bieten« unangenehm auf. Hauptamtsleiter Hermann Brüstle störte nicht nur das seiner Meinung nach negativ besetzte Wort »Lobby«, sondern auch die Formulierung »gegenüber der Stadtverwaltung«. Auch Rudolf Hans Zillgith kritisierte den Begriff und riet zu einer freundlicheren Formulierung. Katharina Haenel störte indes das Wort »Lobby« nicht, plädierte jedoch ebenfalls für eine »nicht negativ besetzte« Formulierung.

»Kann« oder »muss«
Dieser Stein des Anstoßes konnte durch eine Neuformulierung ausgeräumt werden. Unter Paragraf 7 »Der Vorstand« hakte es bei dem Passus »Um eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen dem Verein und der Mediathek zu gewährleisten, kann des Weiteren die Leitung der Mediathek Oberkirch als beratendes Mitglied zu den Sitzungen des Vorstands eingeladen werden« bei dem Wort »kann«. Während Brüstle das Wort »muss« an der Stelle als »unverhandelbar« einforderte, argumentierten die Initiatoren dagegen und verteidigten ihre Formulierung. Während Mediatheksleiterin Berit Dietsche das »Muss« im Sinne sachverständiger Beratung verteidigte, sah Katharina Haenel das »Muss« problematisch. Das Argument der Initiatoren lautete, dass der Vorstand Ideen ohne Beisein des städtischen Mediatheksleiter entwickeln können müsse. Der Kompromissvorschlag, das Wort »soll« statt »kann« zu benützen, konnte Brüstle nicht vollends überzeugen.
Donata Apelt-Ihling und Edith Schütte sahen einen Ausweg aus der vertrakten Situation in der Einrichtung eines Beirats, dem der städtische Mediatheksleiter zugeordnet werden könnte. Somit könne der engere Vorstand getrennt und nach Bedarf der erweiterte Vorstand tagen. Diese Idee nahmen die Initiatoren auf, wussten indes, dass es für eine Entscheidung einer eingehenden, internen Beratung bedarf. Damit war die Wahl des Gründungsvorstandes hinfällig.
Brüstle riet, die neue Satzung beim Amtsgericht und Finanzamt abklären zu lassen. Die formulierten Ziele und das Leitbild des Vereins wurden akzeptiert.
Befürwortet wurde folgende Beitragsstruktur: Jahresbeitrag für Erwachsene 12 Euro, für juristische Personen 20 Euro, Kinder/Jugendliche (7 bis 17 Jahre) beitragsfrei. Die gefundenen Übereinkünfte müssen jedoch von den künftigen Mitgliedern in der Gründungsversammlung Mitte Januar 2011 bestätigt werden.

Sie sind die Initiatoren des Fördervereins für die Mediathek: vorne von links Gabriele Schindler, Barbara Gartzke und Frank Hellstern.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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