Kampf gegen Lärm und Abgase

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Bernhard Schmidt und Lindenwirt Peter Müller wirbeln die Trommeln gegen die Verkehrsbelastung in Löcherberg. Mit 75 Unterschriften machen sie Druck beim Kreis und den Kommunen. Auch der Ausschuss für Umwelt und Technik im Kreistag beschäftigte sich mit dem Thema.

 

Bürger im hinteren Renchtal machen mobil – gegen die Mobilität. Zumindest, was den Schwerlastverkehr angeht. Denn Lkw rollen nach der Empfindung vieler Anlieger immer häufiger und schneller auf der B 28 durchs Renchtal Die Angst geht um, dass nach der Fertigstellung der Oberkircher und Freudenstadter Umfahrungen der Transitverkehr weiter zunimmt. »Zahlreiche Betriebe leiden bereits jetzt unter Lärm und Abgasen«, erklärt der Löcherberger Lindenwirt Peter Müller, der nach eigenen Angaben im regelmäßigen Kontakt mit seinen Kollegen im hinteren Renchtal steht.
Und hier bewegt sich einiges, seit der Lindewirt gemeinsam mit dem Löcherberger Bürger Bernhard Schmidt den Rasern den Kampf ansagt. Die eindrucksvollen Ergebnisse einer Verkehrsmessung Ende Oktober 2009, initiiert und finanziert von Müller und Schmidt, liegt inzwischen nicht nur den benachbarten Kommunen, dem Landratsamt, Gemeinderäten und Kreisräten vor. Auch alle heimischen Unternehmen, die ihre Waren über die B 28 transportieren, wurden über das Leiden der Anlieger informiert. Viele zeigten Verständnis .
75 Bürger aus Löcherberg haben sich mittlerweile den Forderungen des Duos angeschlossen (siehe Kasten). Nach einer Verkehrsschau im Februar 2010 kam die Stadt Oppenau den ersten Forderungen nach. Sie ließ am Ortsein- und -ausgang Schilder installieren, welche Radarkontrollen androhen, und stellte Löcherberg für mehrere Wochen das Geschwindigkeitsmessgerät zur Verfügung. Daneben orderte das Landratsamt als Bußgeldbehörde den Blitzer vermehrt nach Löcherberg. Zusammen mit den Bannern, mit denen Schmidt und Müller auf die Situation der Bürger aufmerksam machen, scheinen die ersten Aktionen Früchte zu tragen. »Diese Maßnahmen zeigten kurzfristig Wirkung«, informiert Bernhard Schmidt.
Antrag bei der Stadt
Damit die Verkehrsteilnehmer jedoch auch langfristig bei der Fahrt durch Löcherberg die Geschwindigkeit drosseln, seien »Starenkästen« nötig. Das Löcherberger Duo stellte einen entsprechenden Antrag bei der Stadt Oppenau. »Wir nehmen das Problem ernst«, erklärt Lucia Vogt, Leiterin des Ordnungsamtes. In erster Linie sei jedoch nicht die Stadt, sondern der Kreis für die Verkehrssicherheit auf der B 28 verantwortlich. Und auch die Entscheidung, ob ein Starenkasten aufgestellt wird, obliege dem Kreis. 2002 hatte er sich bereits gegen die stationären Messungen ausgesprochen. Der Nutzen für die Verkehrssicherheit wurde »als gering erachtet«. Diese Entscheidung wurde bei der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik am Dienstag noch einmal unterstrichen. Kreisräte, wie Rolf Frenk aus Lautenbach, Karl-Heinz Bayer aus Bad Peterstal-Griesbach, hatten sich dafür eingesetzt, dass eine stationäre Messung noch einmal diskutiert wird. Eine neue Entscheidung gab es jedoch nicht.

STICHWORT
Raser-Report
Verkehrszählung Löcherberg, Oktober 2009:
☛ 22 Prozent aller Fahrzeuge haben mehr als 57 km/h auf dem Tacho
☛ besonders des Nachts überschreiten Lkw die erlaubte Geschwindigkeit
☛ Höchstgeschwindigkeit unter den Lkw lag bei 112 km/h

Verkehrszählung Bad Peterstal-Griesbach, September 2010, zwischen 4.17 und 9 Uhr:
☛ 14 Prozent aller Fahrzeuge beanstandet
☛ 16 und damit über ein Viertel der Lkw sind zu schnell unterwegs

STICHWORT
75 Löcherberger fordern....
...dass die Ortsdurchfahrt von Löcherberg und damit die B 28 für die Einwohner und Fußgänger sicherer und umweltverträglicher gestaltet wird.
Dazu wünschen sie sich:
✘ zwei stationäre Geschwindigkeitsüberwachungen (»Starenkästen«) an Ortseingang und -ausgang
✘ Zebrastreifen mit Fußgängerampel
✘ schützendes Geländer zwischen dem Gehweg und der B 28
✘ Begrenzungspfosten am Gehweg versetzen

 

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/21135_1.jpg

Am Ortsein- und ausgang von Löcherberg ermahnen Banner (rechts), dass auf der B 28 Tempo 50 gilt. Der Schriftzug lautet: »Im Unterschied zu Dir, wir leben hier.

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Veröffentlicht in Oppenau

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