»Infrastruktur im Verhältnis gut«

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Gemeindebesuch von Landrat Frank Scherer in Bad Peterstal-Griesbach / Schafstall besichtigt

Landrat Frank Scherer stattete Bad Peterstal-Griesbach gestern einen Gemeindebesuch ab. Vertreter der Ratsfraktionen, Ortsvorsteher und Bürgermeister informierten bei einem Treffen darüber, wo die Gemeinde der Schuh drückt.

 

Am äußersten Rand des Ortenaukreises gelegen und doch mitten drin. Bad Pe-
terstal-Griesbach war gestern Ziel eines Besuchs von Landrat Frank Scherer Der Verwaltungschef des Ortenaukreises wollte gestern überhaupt nicht den Eindruck aufkommen lassen, dass er sich um Gemeinden in der Peripherie des Kreises weniger kümmere, als um die Kreismetropole in Offenburg: »Es gibt für mich nur einen Ortenaukreis, da gibt es keine Randgemeinden.«
Dabei ist der Weg zur Kreisverwaltung nach Offenburg durchaus ein weiter: 37 Kilometer sind es von der Gemeinde-Mitte bis nach Offenburg, 20 Kilometer bis Oberkirch und 20 bis Freudenstadt. Die nächstgelegenen Behörden des Kreises sind in Offenburg und Achern, wenn man vom Amt für Waldwirtschaft in Oberkirch absieht.
Scherer machte aber deutlich, dass die Infrastruktur im Verhältnis zur Größe des Ortes sehr gut sei, vor allem, wenn man sie mit anderen europäischen Ländern oder auch Regionen in Deutschland vergleiche. »Ein Anschluss wie hier über die Ortenau-S-Bahn ist anderswo keine Selbstverständlichkeit.«
Doch die geografische Lage des Heilbades bedingt ein anderes Phänomen: Die Zahl der Einwohner geht deutlich zurück, im Ort werden durch Abwanderungen von Betrieben auch immer weniger Arbeitsplätze angeboten. Damit einhergeht ein Verlust von Kaufkraft.
Nach Auskunft von Bürgermeister Meinrad Baumann versucht die Gemeinde im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegenzusteuern. Ein Beispiel: Der Quadratmeterpreis für das Baugebiet »Schöne Aussicht« wurde von 140 auf 110 Euro reduziert und erreicht damit trotz schwieriger Topografie das Durchschnittsniveau im Kreisgebiet. »Rechnet man die Familienförderung hinzu, kann man den Quadratmeter dort jetzt für 95 Euro erwerben.«
Ein weiteres Problem: Die Bevölkerung ist im Durchschnitt älter als im Kreisgebiet. Die Gemeindevertreter sprachen von ihren Sorgen, wie eine wohnortnahe Versorgung gesichert werden könne. Dabei geht es nicht mehr nur darum, für Geschäftsleute, die in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen, einen Nachfolger zu finden. Hier bringt sich der Bürgermeister in Einzelfällen moderierend ein. »Es ist inzwischen auch eine Frage des Wollens. Sollen wir unserer Tochter angesichts rückläufiger Bevölkerungszahl empfehlen, sich hier mit einem Betrieb niederzulassen«, fragte Inge Bayer (FWV).
Ein weiterer Themenschwerpunkt war die Offenhaltung der Landschaft. Dazu gab es den einzigen Vor-Ort-Termin des Tages im Schafstall der Weidegemeinschaft in Mülben. Deren Vorsitzender Franz Doll, zugleich Sprecher der BV-Fraktion, stellte die Entstehungsgeschichte des Projektes vor.
Weitere Themen des Treffens waren die Verkehrssituation, insbesondere entlang der Schlagader B 28, und die Entwicklung von Gewerbe und Tourismus. Das Gespräch zwischen den Gemeindevertretern und dem Landrat verlief, sehr harmonisch. Der Gast aus Offenburg durfte sich als Erster in das neue Gemeindebuch eintragen, das Bürgermeister Meinrad Baumann aufgelegt hat. Mithilfe einer Power-Point-Präsentation stellte der Bürgermeister die Gemeinde anhand von thematischen Schwerpunkten vor. Die politischen Repräsentanten nutzten die Gelegenheit, um den Landrat auf Probleme aufmerksam zu machen, die den Ort beschäftigen.

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Landrat Frank Scherer war gestern zu Besuch in Bad Peterstal-Griesbach und tauschte sich mit Vertretern der Fraktionen, Ortsvorsteher und Bürgermeister aus: (von links) Melitta Hörr (CDU), Inge Bayer (FWV), Franz Doll (BV), Landrat Frank Scherer

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Veröffentlicht in Bad Peterstal-Griesbach

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