»Individualität ist zunehmend erwünscht"
Warum Urnenbestattungen immer gefragter werden
Benjamin Schwab (29) ist fachgeprüfter Bestatter und Inhaber des Bestattungsinstituts Frank in Oberkirch, einem von mehreren Bestattungsunternehmen im Renchtal. Die ARZ hat nachgefragt, warum die Urnenbestattung immer gefragter wird
Warum wächst Ihrer Meinung nach in den vergangenen Jahren der Wunsch nach einer Alternative zur traditionellen Erdbestattung?
Benjamin Schwab: Die Anzahl der Feuerbestattungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Viele Angehörige oder Vorsorgende entscheiden sich oft aus Kostengründen für eine Feuerbestattung. Die Bestattungs- und Folgekosten sowie die Grabpflegekosten sind bei einer Feuerbestattung geringer als bei einer Erdbestattung. Ein weiterer Grund für die starke Zunahme der Feuerbestattung ist auch, dass für viele Sonderformen der Bestattung, wie zum Beispiel die See-, Friedwald-, Luft- und Diamantbestattung die Einäscherung des Verstorbenen Grundvoraussetzung ist.
Ist es in Baden-Württemberg unter bestimmten Umständen möglich, dass Angehörige die Urne mit den sterblichen Überresten des Verstorbenen zumindest zeitweise ausgehändigt bekommen?
Schwab: Im Bundesland Baden-Württemberg ist es nicht erlaubt, Angehörigen die Urne mit den sterblichen Überresten des Verstorbenen auszuhändigen. Der Bestatter darf die Urne zwar vom Krematorium zum Friedhof überführen, sie aber nicht den Angehörigen aushändigen. Die Urne kann auch direkt von Krematorium zum Friedhof geschickt werden.
Hatten Sie auch schon Kunden, die eine nicht alltägliche Bestattungsform wünschten?
Schwab: Natürlich kommt es auch hin und wieder vor dass eine Sonderform der Bestattung gewünscht wird
Bei uns ist es möglich jede Bestattungsform zu veranlassen, Friedwald-, See- und Diamantbestattungen haben wir auch schon durchgeführt. In Zukunft werden auch diese Sonderformen zunehmen, weil Individualität und Selbstverwirklichung bei der eigenen Bestattung zunehmend gewünscht wird.
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