Giesler stimmt Wulff nur teilweise zu

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Für den katholischen Acherner Pfarrer gehört der Islam noch nicht zur gewachsenen deutschen Kultur

 

Das Zitat von Bundespräsident Christian Wulff sieht Joachim Giesler, Pfarrer der katholischen Seelsorge-Einheit Achern-Stadt, differenziert. »Dass der Islam zur deutschen Kultur gehört, ist historisch nicht richtig, aber der Islam gehört zu unserem Land, das ist richtig«, betont der Geistliche
Die deutsche Kultur sei christlich geprägt, die Präsenz des Islam sei noch zu kurz. Dies sehe man vor allen Dingen an den Bräuchen, aber auch an den Werten.
Und auch wenn Joachim Giesler »keine Berührungsängste« mit dem Islam hat, so will er nicht, dass der Islam zu unserer Kultur wird. Dabei führt er Zwangsverheiratungen, die Rolle der Frau im Islam oder die oft fehlende Trennung von Staat und Kirche in islamischen Ländern an. Es könne nicht Anspruch von Zuwanderern sein, dass sich deren neue Heimat ihnen anpasst, sondern nur umgekehrt. In Deutschland sei es natürlich so, dass die Ausübung des Glaubens frei sei. Insoweit sei auch eine Offenheit gegenüber den Menschen muslimischen Glaubens da.
In Achern hätten lange Zeit regelmäßige Kontakte zwischen den Katholiken und einer der zwei islamischen Gemeinden in Achern bestanden. Es gab gegenseitige Besuche. Die Muslime hätten Interesse am Christentum gezeigt. Leider seien die Kontakte »wieder eingeschlafen«.
Anderes Gottverständnis
Der Islam sei in Deutschland gesellschaftliche Realität. »Wir müssen nicht naiv, aber angstfrei damit umgehen«, betont der katholische Pfarrer. Islam und Christentum beriefen sich »auf den selben Gott«, hätten aber ein anderes Gottverständnis. Und natürlich werde der Islam allein schon auf Grund der demografischen Entwicklung in Deutschland präsenter.

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Veröffentlicht in Achern

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