Gymnasium steht vor neuen Herausforderungen

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Wacker: »Schulen sind stärker in Wettbewerb getreten«

 

Die Einführung des achtjährigen Gymnasiums in Oberkirch ist seit September abgeschlossen: Die ersten G 8-Klassen haben die Oberstufe erreicht, die elfte Klasse ist weggefallen »Es haben sich Dinge entwickelt, die ohne G8 nicht entstanden wären«, macht der stellvertretende Schulleiter des Hans-Furler-Gymnasiums, Volker Wacker, eine positive Entwicklung aus.
Die typischen Kinderkrankheiten bei der Einführung von G 8 waren auch in Oberkirch nicht ausgeblieben. Im Arbeitskreis mit den Eltern hat die Schule sie aufgearbeitet. Der Arbeitskreis hat sich mangels Arbeit inzwischen aufgelöst, die Eltern sind aber weiter an der Schulentwicklung beteiligt.
Eine der Folgen dieser Gespräche ist zum Beispiel der schrittweise Einstieg in den Nachmittagsunterricht. Die Fünftklässler haben keinen Pflichtunterricht, die Sechstklässler einmal, die Siebtklässler zweimal. Auch die Ganztagsschüler sind laut Steiner rechtzeitig zu Hause um noch Training oder Gruppenstunden ihrer Vereine wahrnehmen zu können.
Schriftliche Hausaufgaben gibt es an Tagen mit Nachmittagsunterricht nur in jenen Fächern, die am kommenden Tag nicht unterrichtet werden. Gleichzeitig werden in Klasse fünf und sechs maximal zwei, in der Mittelstufe höchstens drei Arbeiten pro Woche geschrieben.
Nun kommen neue Herausforderungen auf das G 8 zu: Die allgemein sinkenden Schülerzahlen führt Steiner an. Mit Wohlwollen registriert die Schulleitung die gestiegene Übergangsquote und jüngsten Anmeldezahlen: Für das HFG haben sich in diesem Jahr 93 Fünftklässler entschieden, die auf vier Klassen verteilt wurden.
Eltern schauen sich inzwischen bei der Schulwahl mehrere Einrichtungen an

Die Folge benennt Volker Wacker: »Die Schulen sind viel stärker in Wettbewerb getreten«, so Wacker. Konkurrenzfähigkeit ist gefragt.
Die Stadt lässt sich das einiges kosten, und zwar nicht nur im Bereich der Ganztagesbetreuung: Für 70 000 Euro hat die Schule neue Computer erhalten, weitere 80 000 Euro kostet deren Vernetzung. Jedes Klassenzimmer verfügt nun über eine modernste Internetverbindung.
Drei Spezialgebiete
Pädagogisch setzt das HFG hier auf die Begabtenförderung durch den bilingualen Zug in Französisch, im naturwissenschaftlichen Bereich und im neuen Sportprofil, das nun startet und bei dem auch einige Oberkircher Vereine mitarbeiten. Schulleiter Steiner spricht von »Alleinstellungsmerkmalen«. Eine absolute Spezialisierung sei aber nicht das Ziel. Die Schule will eine möglichst breite Basis auch für jene Schüler anbieten, die bei der Schulwahl nicht weiter mobil sind.
Generell schwebt Steiner vor, dass eine Bildungsidee mit der Schule verbunden wird. Er wünscht sich verstärkt kulturelle Veranstaltungen im Forum am HFG. Die Schule wäre dann »nicht nur Ausbildungsbetrieb für Kinder, sondern auch Kulturstätte für die Eltern«.
Darüber hinaus ist das HFG auch Arbeitgeber – und zwar ein ziemlich begehrter. Für die sechs Lehrerstellen, die zu Schuljahresbeginn neu besetzt wurden, gingen bei Steiner 70 Bewerbungen ein – auch von deutschen Schulen aus dem Ausland.

AM RANDE
Grünes Klassenzimmer
Das Hans-Furler-Gymnasium in Oberkirch hat seit Schuljahresbeginn ein »grünes Klassenzimmer«. Der Bauhof hat vor dem Forum ein kleines Amphitheater eingerichtet, in dem Unterricht im Freien ebenso möglich ist wie kleinere Aufführungen. Finanziert hat es die Schule unter anderem über einen Spendenlauf.
Zudem ist ein Klassenzimmer umgebaut worden: Es dient nun als Zentrale und Freizeitraum für die Ganztagsbetreuung.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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