Kein Mangel an Schülermentoren

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Reger Zuspruch für Ganztagsbetreuung am Hans-Furler-Gymnasium / Lernzentrum erweitert

In einem erweiterten Lernzentrum können die Schüler des Hans-Furler-Gymnasiums seit September ihre Hausaufgaben erledigen. Auch für die Ganztagsbetreuung gibt es mehr Platz. An Mentoren, die ihre Mitschüler betreuen, mangelt es der Schule indes auch im G 8 nicht.

 

242 Schüler des Hans-Furler-Gymnasiums haben sich in diesem Jahr für die Ganztagsbetreuung angemeldet, welche die Schule bis 16 Uhr anbietet – kostenlos. Die meisten von ihnen rekrutieren sich aus den Klassen fünf bis sieben, in die rund 270 Schüler gehen Die Zahlen zeigen: Die Ganztagsbetreuung ist etabliert am HFG.
Oberbürgermeister Matthias Braun ist auf die Entwicklung der Schule ebenso stolz wie Schulleiter Thomas Steiner und sein Stellvertreter Volker Wacker. Der OB ist sich sicher, dass der Bedarf an Betreuung – auch in der Grundschule – steigen wird. »Es gibt Veränderungen in der Gesellschaft, vor denen die Politik nicht die Augen verschließen darf.« Die Ganztagsbetreuung wird nicht nur von Kindern genutzt, deren Eltern berufstätig sind. Der Vorteil: Die Kinder können in der Schule ihre Hausaufgaben erledigen.
Dass sie diese komplett fertig hatten, wenn sie nach Hause kamen, konnte das HFG noch vor zwei Jahren nicht ganz gewährleisten, so Steiner. Das hatte logistische Gründe: Die Schüler hatten oft nur die Bücher in der Schule dabei, die sie für den Unterricht brauchten, nicht aber die Materialien für die Hausaufgaben in anderen Fächern.
Bessere Bedingungen
Besserung erhofft sich die Schulleitung hier vom Lernzentrum der Schule, das in diesem Sommer baulich erweitert worden ist. Die Schüler finden dort und in der benachbarten Bibliothek alle Bücher und Materialien, die sie für Hausarbeiten oder Referate brauchen. Multimediacomputer gibt es ebenso. Lehrer stehen als Lernberater zur Seite

Die Betreuung der Fünft- bis Siebtklässler im Ganztagsprogramm übernehmen 84 Schülermentoren (50 Neunt- und 34 Zehntklässler), die Koordination zwei Jugendbegleiterinnen des Caritasverbandes. Er ist auch für die Ausbildung der Schüler verantwortlich (siehe Infobox). Die Hoffnung des damaligen Ministerpräsidenten Günther Oettinger, die Vereine würden verstärkt in die Betreuung einsteigen, hatte sich damals nicht erfüllt. Wacker: »Es gab 2004/05 wenig Resonanz, weil viele Übungsleiter erst ab 17 Uhr Zeit gehabt hätten.« Also wählte das HFG 2005 den Weg mit den Schülermentoren. Siegfried Schmieder, Geschäftsführer des Caritasverbandes Acher-Renchtal: »Das ist von manchem kritisch gesehen worden, ob es die nötige Qualität erreicht.« Inzwischen kann er feststellen: »Wir haben mit relativ geringen finanziellen Mitteln viel erreicht.«
Kultiviert wird dadurch das soziale Lernen, wenn Schüler Schülern helfen. »Morgens sind die Betreuer noch Klassenkameraden, mittags Aufpasser – da gehört schon viel Persönlichkeit dazu«, so Schmieder. Die Mentoren werden von ihren Mitschülern laut Steiner nicht als Streber empfunden. Mentor zu sein, sei »Normalität«. Inzwischen sind jene Schüler Betreuer, die schon selbst in der Ganztagsbetreuung waren.
Und der Trend dazu ist ungebrochen: Durch das achtjährige Gymnasium gibt es in diesem Jahr im Hans-Furler-Gymnasium erstmals keine elfte Klasse mehr. Direkt nach Klasse zehn beginnt das Kurssystem. Die Elftklässler waren aber bisher eine Stütze im Mentorensystem. Befürchtungen, der Schule fehle es dadurch an Betreuern, haben sich als falsch erwiesen. Für manche Aufgaben gab es sogar mehrere Bewerber, »nicht jeder kam zum Zuge«, so Steiner.
Lesen Sie auf der dritten Lokalseite weitere Berichte über die Ziele des Hans-Furler-Gymnasiums.

HINTERGRUND
Taschengeld für Obermentoren
Die Schülermentoren werden vom Caritasverband Acher-Renchtal für ihre Aufgaben geschult. Es geht dabei auch darum, ihr Rollenbewusstsein zu wecken. Sie übernehmen dann ehrenamtlich in Kleingruppen die Betreuung der Fünft- bis Siebtklässler. Wer ein Jahr lang mitmacht als Mentor, erhält ein Zertifikat. Auf dieses achten verstärkt auch die Universitäten bei der Auswahl der Studenten.
Oberstufenschüler, die sich zuvor als Mentor bewährt haben, können sich als Obermentor bewerben. Sie werden nochmals zusätzlich für ihre Aufgaben geschult. Sie führen die anderen Mentoren, organisieren Vertretungen und schreiten ein, wenn Schüler lieber auf dem Gang herumtoben statt in die Betreuungskurse zu gehen. Auch in der Mensa passen sie auf. Der Hintergedanke: »Von Schüler zu Schüler geht vieles anders als von Schüler zu Lehrer«, so Schulleiter Steiner. Die Obermentoren, die durch T-Shirt und Karte gekennzeichnet sind, sollen zudem Achtklässler überzeugen, doch noch an der Betreuung teilzunehmen. Neben einem aufgewerteten Zertifikat erhalten sie für ihre Arbeit aus einem Landesprogramm auch ein Taschengeld von 60 bis 70 Euro monatlich.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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