Förderung soll Talente wecken
Vier Oberkircher Kindergärten dürfen am Landes-Projekt »Singen – Bewegen – Sprechen« teilnehmen
Musikkultur und Sprache sollen durch das neu aufgelegte Landesprogramm »Singen – Bewegen –Sprechen« gefördert werden. Sechs Jahre lang sollen Kinder vom Kindergarten bis zum Ende der Grundschule daran teilnehmen.
»Wir haben uns zu einer Bewerbung um das Projekt »Singen – Bewegen – Sprechen« entschlossen, weil in unserer Konzeption die Schwerpunkte im naturpädagogischen und musischen Bereich liegen und wir damit eine positive Ergänzung zu unserer Arbeit sehen«, sagte Christine Traier, Leiterin des Oberkircher Kindergartens Schwester Giovanna über das neue Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg.
Der Oberkircher Kindergarten ist einer von acht in der Ortenau, die gestern den Zusagebescheid für das Programm von Finanzminister Willi Stächele erhielten. Neben den Leiterinnen der verschiedenen Kindergärten und Elternvertretern, waren auch Oberkirchs Oberbürgermeister Matthias Braun, der Leiter der Musik- und Kunstschule Achern/Oberkirch, Hansjörg Stürzel und die Musikpädagogin Susanne Pfauth gekommen.
In seiner Rede wies Braun auf den hohen Stellenwert hin, den Kinder und ihre schulische Förderung selbst in finanziell kritischen Zeiten innehaben. Das Projekt »Singen – Bewegen – Sprechen« soll die Musikkultur weiterbringen und die Sprachförderung in Kindergärten und Schulen ergänzen.
Entwickung der Kinder
So fand auch Willi Stächele, es sei ein »weiterer tiefer Bestandteil des Bildungsangebots in Baden-Württemberg«. Die Erziehung und die Ausbildung seien zentral in der Entwicklung eines Kindes.
Von den acht Kindergärten in der Ortenau, die an dem Programm teilnehmen dürfen, liegen vier in Oberkirch, zwei in Renchen, einer in Achern und einer in Sasbachwalden. In den Betreuungseinrichtungen wird ab diesem Monat in Kooperation mit der Musikschule ein Programm für Kinder angeboten, in dem Rhythmus, Musik und Sprechverse spielerisch geübt und trainiert werden
Dazu kommt einmal wöchentlich eine musikpädagogische Lehrkraft für jeweils 45 Minuten in die Kindergärten und arbeitet gemeinsam mit den Kindern und einer Erzieherin. Diese setzt die Übungen unter der Woche allein mit den Kindern fort. Teilnehmen werden die Kinder des zweiten Kindergartenjahres, da das musische Projekt auf insgesamt sechs Jahre angelegt ist – zwei im Kindergarten und vier in der Grundschule. Dort wird die musikpädagogische Betreuung durch eine Lehrkraft der Musikschule Achern/Oberkirch fortgesetzt.
Deutschlandweit gibt es schon 20 000 Kinder in 1000 Gruppen, die an dem Förderprojekt teilnehmen. »Schwerpunkte dieser Art sind wichtig, denn die Sprachentwicklung zu unterstützen ist ein zentraler Punkt, um Talente zu fördern und so gleiche Bildungschancen für alle zu schaffen«, sagte Stächele über »Singen –Bewegen – Sprechen«.
Ergänzendes Angebot
Auch der Leiter der Musikschule Oberkirch, Hansjörg Stürzel, ist stolz, dass das Projekt nun auch in der Ortenau Unterstützung findet. Seit 45 Jahren gebe es schon die musikalische Früherziehung und das Programm »Singen – Bewegen – Sprechen« ergänze das musische Bildungsangebot auf eine ganz neue Weise. Denn während die musikalische Früherziehung darauf zielt, aus den Kindern Musiker zu machen, soll das neue Programm Kinder mit den zentralen Ausdrucksmöglichkeiten Singen und Sprechen
in die Gesellschaft integrieren, fasste Stürzel zusammen. Das Projekt beginnt im Kindergarten und wird in der Grundschule fortgesetzt. »In diesem Alter sollte man einsetzen, um die Kinder optimal zu fördern und ihre Talente zu wecken«, war Stürzel überzeugt.
Hintergrund
Ausbau geplant
Das musikalische Bildungsangebot »Singen – Bewegen – Sprechen« für Kinder vom Kindergarten bis zur vierten Grundschulklasse startet in Baden-Württemberg in diesem Monat zunächst mit 1000 Kooperationen. Rund 2500 Bewerbungen waren für eine Teilnahme eingegangen.
Jede Kooperation ist auf sechs Jahren angelegt – zwei im Kindergarten und vier in der Grundschule. Mit Blick auf eine Profilbildung bei den beteiligten Partnern und eine Qualitätsentwicklung des Programms ist vorgesehen, am jeweiligen Standort jährlich eine neue Kooperation hinzuzunehmen.
Nach dem Aufbau im Kindergarten wird das Angebot ab Herbst 2012 erstmals in der Grundschule dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechend inhaltlich erweitert.
Für die Aufnahme in das Programm können sich kommunale Musikschulen oder Vereine der Laienmusik bewerben. Bei der Bewerbung muss bereits ein Kooperationskindergarten und eine Kooperationsgrundschule benannt werden.
STICHWORT
Wer an dem Projekt teilnimmt
Acht Kindergärten in der Ortenau nehmen an dem neuen Landes-Projekt »Singen – Bewegen – Sprechen« teil. Dabei handelt es sich um den katholischen Kindergarten St. Gabriel und den Kindergarten Schwester Giovanna in Oberkirch, den Zusenhofener Kindergarten St. Josef, den Kindergarten Maria Goretti in Haslach/Tiergarten, den katholischen Kindergarten St. Nikolaus in Gamshurst, den Sasbachwaldener Kindergarten St. Elisabeth, den städtischen Kindergarten Renchen und den Kindergarten St. Maria in Erlach.
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