Gebannt vom Reiz der Oper

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Franziska Stürzel belegte Hauptrollen bei der Oberkircher Burgbühne und will nun auf die Weltbühne

Als »Die Schöne« verzauberte die Oberkircherin Franziska Stürzel 2007 »Das Biest« bei einer Musicalproduktion an der Realschule. An der Musikhochschule in Lübeck will sie nun ihrem Traum als Opernsängerin näher kommen.

 

Früh am Morgen steht Sport auf dem Stundenplan, vor allem Ballett und Körpertraining, danach sind Sprachen an der Reihe, Italienisch und Französisch, gefolgt von Fachdidaktik und Gesangsunterricht »Damit bin ich bis abends beschäftigt und dazwischen übe ich noch zwei Stunden Gesang«, sagt Franziska Stürzel über ihren prall gefüllten Tagesablauf an der Musikhochschule in Lübeck. »Ich war schon immer ein Mensch, der gern viel gemacht hat, sonst wäre mir langweilig geworden.« Und die Verbindung von Musik und Sport sei ihr quasi bereits als Kind in die Wiege gelegt worden. »In unserer Familie war es normal, dass jeder ein Instrument und eine Sportart lernte«, resümiert die 22-jährige Studentin und fügt lachend hinzu: »Beleibte Opernsängerinnen sind ein altes Gerücht.« Man müsse auf der Bühne schon eine gewisse Kondition bringen und fit sein.
Und nichts anderes als auf der Bühne stehen und singen will sie. Waren es früher Musicals, die ihr die Welt bedeuteten und die sie bereits als Vierjährige tagtäglich der Familie vorträllerte, so fühlt sich Franziska Stürzel heute eher zur Oper hingezogen. »Das ist gesanglich eine Stufe höher und einfach nur schön«, begründet sie ihren sanften Schwenk im musikalischen Genre.
Bereits während ihrer Schulzeit auf der »Heimschule Lender in Sasbach erarbeitete sich Stürzel ein hohes musikalisches Niveau. Neben Auftritten im Rock-Oratorium »Eversmiling Liberty« und in der Oper »Dido und Aenas«, sang sich Franziska Stürzel 2006 auch auf den zweiten Platz beim Wettbewerb »Jugend musiziert« in Nürnberg.
Der Preis brachte sie in den Genuss, Vorstudentin bei Professorin Christiane Hampe an der Musikhochschule Karlsruhe zu werden. »Zweimal pro Woche hatte ich dort Unterricht und samstags noch Musiktheorie«, lässt Franziska Stürzel die bewegten Jahre ihrer Schulzeit Revue passieren. Das Vorstudium bei Professorin Hampe und deren Wechsel nach Lübeck gaben letztendlich auch den Ausschlag in Lübeck Musik zu studieren und die Zusagen aus Dettmold und Köln abzulehnen.
Rock- und Popmusik
bringen ihr Trommelfell
dann auch eher selten
zum Schwingen.
In der Domstadt am Rhein hätte Franziska Stürzel Schulmusik als »sichere Variante« studieren können. Doch der Reiz der Kunst und des Gesangs überwiegte, wenngleich sich Franziska Stürzel bewusst ist, dass sie als Sopran-Stimme – wie die meisten Frauen übrigens – in Konkurrenz mit vielen anderen Sängerinnen stehen wird.
In kleineren Stücken steht sie bereits jetzt schon mit beiden Beinen auf der Bühne. Mit Auftritten in »La Traviata« und dem »Freischütz« bei den Eutiner-Festspielen sichert sich Stürzel ein gutes studentisches Zubrot. Hinzu kommt pro Jahr ein Chorprojekt der Hochschule für Musik in Lübeck, bei dem Franziska Stürzel mitwirkt. »Weil ich schon eine gewisse Technik mitbringe, bekam ich jetzt die Hauptrolle«, freut sich die Musikstudentin über ihren Auftritt als »Iduna« in der musikalischen Komödie »Feuerwerk«. Die berufsbedingte Auseinandersetzung mit klassischer Musik bringe mit sich, dass sie in der Freizeit zeitweise gar keine Klassik mehr hören wolle, gesteht Franziska Stürzel. Rock- und Pop-Musik bringen dann in den seltenen Ruheminuten das Trommelfell der Musikliebhaberin zum Schwingen.
Mit offenen Augen und vor allem Ohren plant sie, nach ihrem Studium durch die Welt zu gehen. »Vielleicht schlage ich doch noch eine musikpädagogische Richtung ein oder bewerbe mich bei Rundfunkchören«, lässt Stürzel ihre Gedanken in die Zukunft schweifen. Was die musikalische Toleranzgrenze der angehenden Opernsängerin anbelangt, so stößt diese lediglich bei Techno an ihre Grenzen: »Mich macht das irre, wenn die Geräusche gegeneinander gehen«.

STICHWORT
Franziska Stürzels musikalischer Werdegang
Im Alter von fünf Jahren begann Franziska Stürzel 1994 ihre musikalische und tänzerische Ausbildung an der Violine und im Ballett. Zwei Jahre später trat sie bereits als Solosängerin mit der Stadtkapelle Oberkirch auf. 1998 wechselte Franziska Stürzel an das Gymnasium Heimschule Lender in Sasbach und erhält 2000 ihren ersten regelmäßigen Gesangs- und Klavierunterricht. Als Erzählerin im Musical »Joseph« der Oberkircher Schulen und der Musik- und Kunstschule Achern-Oberkirch erhält Franziska Stürzel 2002 ihre erste Hauptrolle. Ein Kammermusik-Meisterkurs bei Professorin Christiane Hampe folgt darauf. Ab dem Wintersemester 2005/2006 wird Stürzel Vorstudentin an der Musikhochschule Karlsruhe. In »Dido und Aenas« schlüpft die Schülerin 2006 in die Rolle der Dido und bei »Die Schöne und das Biest« ebenfalls in die weibliche Hauptrolle.
Nach ihrem Abitur wirkt sie 2007 bei der Opernproduktion »Der Barbier von Sevilla« am Theater Freiburg mit, bevor sie im Sommersemester 2008 ein Gesangstudium bei Christiane Hampe in Lübeck beginnt.

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In dem Musical »Die Schöne und das Biest« bewies die begeisterte Musical- und Opernsängerin Franziska Stürzel (Mitte) bereits 2007 auch großes schauspielerisches Talent.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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